Herner Feuerwehr sucht dringend neues Personal

Ein Mensch fiel 2014 in Herne einem Brand zum Opfer: Bei einem Feuer in einem Einfamilienhaus an  der Bertastraße starb ein 60-jähriger Mann.
Ein Mensch fiel 2014 in Herne einem Brand zum Opfer: Bei einem Feuer in einem Einfamilienhaus an der Bertastraße starb ein 60-jähriger Mann.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Zahl der Feuerwehreinsätze ist 2014 um knapp vier Prozent angestiegen - auch aufgrund der Folgen des Unwetters Ela. Die Personalsituation ist angespannt.

Herne..  Die Zahl der Feuerwehreinsätze ist 2014 erneut gestiegen: 29 882 Mal rückten Feuerwehrleute aus, um Brände zu löschen, Leben zu retten und Schäden zu beseitigen – 1141 Mal häufiger als noch 2013. Dieser Anstieg um knapp vier Prozent sei „mit Sicherheit“ auch auf die Folgen des am 9. Juni wütenden Unwetters Ela zurückzuführen. Das berichtete Feuerwehrdezernent Johannes Chudziak am Dienstag in der Vorstellung der Jahresbilanz, bei der auch die angespannte Personallage ein Thema war.

Ela und die Folgen

2700 Hilfegesuche habe die Feuerwehr nach Ela erhalten, so Feuerwehr-Vize Katarina Timm. 361 Einsätze seien umgehend gefahren worden; für die Abarbeitung weiterer Hilfegesuche habe die Feuerwehr zehn Tage benötigt. Zwei Starkregenereignisse hielten die Beamten 2014 ebenfalls auf Trab.

Ein Großbrand, ein Toter

Rückläufig war die Zahl der Brandeinsätze - von 267 auf 231 - sowie die Zahl der Großbrände - von drei auf einen: Am 19. Juni mussten die Beamten zu einem Feuer in einer Recyclinganlage an der Hafenstraße ausrücken. Ein Mensch fiel 2014 einem Brand zum Opfer: Ein 60-Jähriger starb bei einem Feuer in einem Messie-Haus an der Bertastraße in Baukau.

Dringend gesucht: Personal

220 Mitarbeiter – inklusive Rettungsdienst – zählt die Berufsfeuerwehr zurzeit, davon zehn Auszubildende. Die Personalsituation ist nach wie vor angespannt. Das liegt vor allem an dem zusätzlichen Bedarf, der durch die von der EU angeordneten Umstellung auf den 48-Stunden-Dienst entstanden ist. Neun neue Stellen hat die Feuerwehr ausgeschrieben, bisher aber nicht besetzen können. „Die Problematik trifft alle Ruhrgebietsstädte“, so Timm. Wegen des Bedarfs würden auch immer wieder Herner Kräfte von größeren Stadten abgeworben. Drei reguläre Stellen seien deshalb zurzeit vakant. Die Sicherheit der Bevölkerung sei aber jederzeit gewährleistet gewesen – durch Mehrarbeit.

Rettungsdienst

Vor große Probleme stellt die Feuerwehr der Anstieg der Rettungsdiensteinsätze (wir berichteten). 27 937 Notfalleinsätze gab es 2014, 2013 waren es noch 27 130. Die Zahl der Notfalleinsätze stieg von 18 904 auf 20 041. Die Stadt hat auf den seit Jahren zu beobachtenden Trend reagiert und ein Gutachten in Auftrag zu geben, um den Personalbedarf zu ermitteln.

Neuer Dezernent

Angesichts der Mängel bei der Ausstattung und den Räumlichkeiten hatte die CDU 2014 Alarm geschlagen – offenbar mit Erfolg.

„Es besteht Handlungsbedarf“, so Dezernent Johannes Chudziak. Aufgrund der verheerenden Haushaltslage habe man nur flicken können. Die Stadt lässt zurzeit ein Gutachten erstellen, um die Raumsituation neu zu ordnen.

Ein vorliegendes Guachten bescheinigt der Feuerwehr, dass Fuhrpark und Einsatzgerät auf dem notwendigen Stand sind. Heißt: Ersatzbeschaffungen müssen umgehend erfolgen und dürfen nicht (mehr) der Haushaltskonsolidierung zum Opfer fallen.

Die Aufblähung des Verwaltungsvorstandes verhinderten die Sparzwänge nicht: Aufgrund der von der CDU durchgesetzten Einstellung eines neuen Dezernenten wird Chudziak 2015 die Baustellen bei der Feuerwehr an einen neuen Beigeordneten übergeben.