Herner FDP kritisiert neue Praxis im Jobcenter

FDP-Ratsherr Thomas Bloch meldete im Sozialausschuss Klärungsbedarf zur neuen Praxis des Jobcenters an, Termine nur noch nach Anmeldung bzw. Vereinbarung zu vergeben.
FDP-Ratsherr Thomas Bloch meldete im Sozialausschuss Klärungsbedarf zur neuen Praxis des Jobcenters an, Termine nur noch nach Anmeldung bzw. Vereinbarung zu vergeben.
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Die FDP hat sich kritisch zur neuen Praxis im Jobcenter geäußert, Termine nur nach Anmeldung zu vergeben. Die Behörde verteidigte die Maßnahme im Ausschuss.

Herne..  Mit der Eröffnung des neuen Jobcenters an der Koniner Straße am 1. April können Leistungsempfänger nur noch nach Terminvereinbarung bei ihrem persönlichen Ansprechpartner oder Arbeitsvermittler vorsprechen. Das erhöhe den ohnehin schon großen Aufwand für die Betroffenen, kritisiert der FDP-Stadtverordnete Thomas Bloch und fragte im Sozialausschuss nach den Gründen für diese Maßnahme sowie der Praxis in anderen Städten.

Im neuen Jobcenter gebe es eine „neue kundenfreundliche Zugangssteuerung, möglichst ohne Wartezeiten“, so die im Ausschuss verlesene (schriftliche) Antwort von Jobcenter-Chef Karl Weiß. Die Einführung der neuen Regelung zur Terminvergabe sei auch keine organisatorische Vorgabe gewesen, wie von der FDP behauptet, sondern „eine Verbesserung und längst in anderen Kommunen eingeführt“, so Weiß.

Auch von Problemen mit der Hotline des Jobcenters berichteten die Liberalen in ihrer Anfrage: Von der Hotline erhalte man in der Regel die Antwort, dass man innerhalb von zwei Tagen zurückgerufen werde. Dies sei aber offensichtlich häufig nicht der Fall, so Thomas Bloch.

Rückrufe erfolgten im Rahmen von „erstellten Tickets und somit nachweislich nach einem Servicelevel“, so der Jobcenter-Chefs. Beschwerden seien in diesem Bereich „sehr selten“.

Jobcenter-Chef spricht von kleinen Anlaufschwierigkeiten

Schließlich: Die FDP wollte wissen, wie Kunden des Jobcenters, die neben ihrem Beruf auf eine Aufstockung angewiesen seien und von der Hotline hingehalten würden, einen Termin bekommen könnten. „Arbeitende Kunden erhalten abgestimmte Termine, die sie wahrnehmen können“, erklärte Karl Weiß. Außerdem sei in vielen dieser Fälle die persönliche Vorsprache im Jahresverlauf eher nicht notwendig. Verlängerungsanträge könnten beispielsweise auch auf dem Postweg zugesandt werden. „Auch hier gibt es eher selten Beschwerden“, so Weiß.

Der Jobcenter-Chef wies zudem darauf hin, dass es bei der Einführung neuer Regelungen immer mal kleine Anlaufschwierigkeiten geben könne, die aber entsprechend nachgesteuert würden.