Herner Fahrrad-Film-Festival wächst weiter

Das Cycling-Film-Festival erfreut sich immer größerer Resonanz.
Das Cycling-Film-Festival erfreut sich immer größerer Resonanz.
Foto: Haenisch / waz fotopool
Was wir bereits wissen
Das 8. International Cycling-Film-Festival (ICFF) fand am Wochenende in den Flottmannhallen statt. Rund 300 Besucher wollten 17 Kurzfilme zum Thema sehen. Ausgezeichnet wurde am Ende die schottische Produktion „Three-Legged-Horses“.

Herne..  Ein Rikscha-Fahrer bekommt im nächtlichen Edinburgh den Auftrag, ein Gruppe betrunkener Männer auf den höchsten Punkt der Stadt zu kutschieren – hinauf zur Burg. Die Fahrt ist mühsam, doch mit Hilfe eisernen Willens, einer Gruppe von Passanten und einer Kapelle, die den berühmten Soundtrack aus den Rocky-Filmen spielt, schafft der Rikscha-Fahrer den steilen Weg. „Three-legged Horses“ heißt der 20-minütige Streifen, zu deutsch „dreibeinige Pferde“, der in diesem Jahr den ersten Platz beim 8. International Cycling-Film-Festival (ICFF) in den Flottmann-Hallen belegte. Die schottische Produktion erhielt am Samstagabend den größten Applaus des Publikums und die meisten Punkte der Jury.

Nicht nur „Three-legged Horses“, die gesamte Veranstaltung war ein voller Erfolg. „Das Film-Festival wächst stetig, das ist großartig!“ freut sich Mitveranstalter Chris Wawrzyniak vom Roomservice über das gelungene Wochenende. Bereits am Freitagabend kamen gut 70 Besucher zum ersten Langspielfilm, der je bei dem Festival gezeigt wurde. Das Thema des saudi-arabischen Films „Das Mädchen Wadjda“: selbstverständlich das Fahrrad, und der Traum eines saudi-arabischen Mädchens, damit überhaupt jemals fahren zu dürfen.

Am Samstag dann strömten gut 200 Besucher in das Foyer der Flottmann-Hallen, wo insgesamt 17 Kurzfilme über das Radfahren präsentiert wurden. Gut ein Drittel der Produktionen kam aus Deutschland, wie etwa der vielumjubelte Film „Cycling Liberation“, der sich mit gesellschaftlichen Problemen wie etwa dem Bewegungsmangel befasste. Rentner und ein Arm- und Beinloser schildern darin, warum Radfahren glücklich machen kann.

Zum ersten Mal Teil des ICFF war in diesem Jahr das Projekt „Herne fährt fair“. Die Kampagne wirbt für mehr Rücksicht im Straßenverkehr. „Das Radfahren soll in Herne noch populärer werden, gerade bei Jugendlichen“, sagt Thomas Semmelmann, ADFC-Vorsitzender in NRW. Dazu animierte er zusammen mit „Filmfestivalvater“ Ulrich Mühge Schüler aus Herne, eigene Filme zu diesem Thema zu entwerfen. Heraus kamen dabei drei witzige Kurzfilme der siebten Jahrgangsstufe der Mont-Cenis-Gesamtschule, die beim Film-Festival erstmals gezeigt wurden. Vom schottischen Gewinner des diesjährigen Fahrrad-Film-Festivals, können sich die jungen Schauspieler dann aber doch noch eine Scheibe abschneiden.