Herner Facebookgruppe „Hün un Perdün“ ist jetzt ein Verein

Der Vorstand: Gerd Biedermann, Jürgen Hagen, Michael Keller, Andreas Janik, Stefan Kuhn, Horst Schröder, Alina Gränitz und   Thorsten Schmidt bei der Vorstellung des neuen Vereins „Hün un Perdün Herne" .
Der Vorstand: Gerd Biedermann, Jürgen Hagen, Michael Keller, Andreas Janik, Stefan Kuhn, Horst Schröder, Alina Gränitz und Thorsten Schmidt bei der Vorstellung des neuen Vereins „Hün un Perdün Herne" .
Foto: Ralph Bodemer
Ihr Interesse an der Stadtgeschichte leben die Mitglieder jetzt auch in der realen Welt aus. Sie teilen Geschichten und Bilder.

Herne..  Den sozialen Medien wird gerne vorgeworfen, sie trügen zur Vereinsamung bei. Der Verein „Hün un Perdün“ beweist das Gegenteil: Er gründete sich am 1. April auf ausdrücklichen Wunsch vieler Nutzer der gleichnamigen Facebook-Seite. Diese hätten festgestellt, dass sie mit ihrem Interesse an stadtgeschichtlichen Themen nicht alleine seien, sagt der Vereinsvorsitzende Andreas Janik. Nun haben sie sich auch im „echten Leben“ kennengelernt. „Hün und Perdün“ heißt übrigens auf Plattdeutsch soviel wie „dies und das“.

Dies und das tragen die Hobbyhistoriker schon seit über vier Jahren in ihrer Facebookgruppe zusammen. Hier ein Foto, dort eine Geschichte oder ein Zeitungsartikel - wer etwas zu teilen hat, stellt es ins Netz. Gefragt sind alle Daten, Fakten und Geschichten zur Geschichte der Stadt Herne in den Grenzen nach 1975. Für die Wanne-Eickeler Interessen steht schon Beisitzer „Hotte“ Schröder. Aber auch Andreas Janik, Friseurmeister im Herner Süden, unterstreicht das gesamtstädtische Anliegen, im Vereinslogo übrigens durch die beiden Wappen repräsentiert.

Damit kein Material verloren geht, wurde das „Hün un Perdün“-Wiki gegründet, ein offenes Projekt zum Aufbau einer Online-Datenbank, die jeder einsehen kann und zu der jeder etwas beitragen kann, sofern er angemeldet und dem Verein bekannt ist. Seit Dezember 2014 sind bereits 993 Artikel mit 885 Bildern entstanden. Als Historiker haben der 2. Vorsitzende Michael Keller und Beisitzer Stefan Kuhn die Beiträge im Auge, Stadtarchiv-Leiter Jürgen Hagen ist ebenfalls vom Fach. Trotzdem: Neben dem wissenschaftlichen Ernst spiele der Spaß an der Sache eine große Rolle.

Begeistern können sich die Mitglieder für vieles, macht Stefan Kuhn deutlich. Als Zugezogenen faszinieren ihn besonders die Stadtansichten früherer Zeiten, etwa vom Zentrum Hernes vor dem Stadtumbau in den 70er Jahren. Hotte Schröder versucht unterdessen, mehr über den Hohenzollern-Brunnen herauszufinden, der bis 1960 am Eickeler Markt stand: „Er soll auf dem Waldfriedhof liegen.“

Mit Hilfe des Vereins will sich „Hün un Perdün“ breiter aufstellen, erklärt Andreas Janik. Heißt: „Wir wollen mit Schulen zusammenarbeiten und Geschichtslehrer bitten, ihre Projekte zu präsentieren“. Auch Migrationsgeschichte sei dem Verein wichtig. Ein stadtgeschichtlicher Gesprächskreis startet bei der Volkshochschule im zweiten Semester dieses Jahres, Führungen, Vorträge und Ausstellungen könnten folgen. Janik kann sich sogar vorstellen, dass der Verein sich aktiv für Bürgerinteressen einsetzt: „Der Krumme Hund wär mit uns nicht gefallen.“

Der Vorstand besteht aus Andreas Janik, Michael Keller, Alina Gränitz und Jürgen Hagen. Beisitzer sind Gerd Biedermann, Stefan Kuhn, Thorsten Schmidt und Horst Schröder.

Der Jahresbeitrag beträgt 18 Euro für Einzelmitglieder.

Im Internet sind Verein und Wiki zu erreichen über die Adresse www.huen-un-perduen.de.