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Interview

Herner CDU-OB-Kandidat peilt die Stichwahl an

24.01.2015 | 06:00 Uhr
Herner CDU-OB-Kandidat peilt die Stichwahl an
Peter Neumann-van Doesburg tritt als OB-Kandidat der CDU gegen Frank Dudda (SPD) an. Am Tag nach seiner Nominierung stand er der WAZ Rede und Antwort.Foto: Rainer Raffalski

Herne.   Sein Ziel: Er will bei der OB-Wahl gegen Frank Dudda (SPD) in die Stichwahl kommen. CDU-OB-Kandidat Peter Neumann-van Doesburg im Interview.

Am Donnerstagabend wurde Peter Neumann-van Doesburg von der CDU als OB-Kandidat nominiert.

Kurz darauf stand der 58-Jährige der WAZ-Redaktion Rede und Antwort.

92 Prozent auf dem CDU-Nominierungsparteitag – haben Sie mit einem solchen Ergebnis gerechnet?

Peter Neumann-van Doesburg: In der Höhe sicherlich nicht. Ich hatte mir ein gutes Ergebnis gewünscht. Die Aufgabe ist nicht einfach, man braucht viel Unterstützung. Von daher ist eine derart große Geschlossenheit eine gute Sache.

Haben Sie sich für die OB-Wahl im September schon ein Ziel gesetzt?

Ist doch klar: Ich möchte so viel wie möglich erreichen.

Ist der Einzug in die Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Frank Dudda ein Ziel?

Natürlich. Das ist das erste Ziel.

Der FDP-Chef Thomas Bloch hat Sie als Verlegenheitskandidat bezeichnet. In der WAZ hieß es, dass Sie nicht erste Wahl seien in der CDU. Ärgern Sie solche Einschätzungen?

Das mag von außen ja so wirken. Ich muss das so hinnehmen, fühle mich persönlich aber nicht so – auch aufgrund der Erfahrungen, die ich mitbringe. Und es ist auch so, dass ich durch meinen beruflichen Hintergrund als Pfarrer und meine Erfahrung mit Verwaltung und Organisation das Fundament mitbringe, dass man für das Aufgabenfeld eines Oberbürgermeisters benötigt. Und 92 Prozent eines Mitgliederentscheids drücken meines Erachtens auch etwas anderes aus.

Glauben Sie, dass Sie eine Chance auf eine Nominierung gehabt hätten, wenn die CDU nicht Ratspartner der SPD wäre?

Warum denn nicht?

Weil dann vielleicht hochrangigere Christdemokraten ins Rennen gegangen wären?

Die Nominierung hängt nicht am Kooperationspartner. Das ist eine interne Entscheidung der CDU, die unabhängig von äußeren Faktoren getroffen wurde. Und die hochrangigen Parteifreunde haben ja nun mal Aufgaben, die sie ausfüllen und die sie stark in Anspruch nehmen.

Haben Sie selbst Ihren Hut ins Rennen geworfen oder sind Sie zur Kandidatur aufgefordert worden?

Es gab Überlegungen. Und im Rahmen dieser Überlegungen bin ich angesprochen worden. So ist das entstanden.

Wahlkampf heißt ja auch: Zuspitzung. Auf dem CDU-Parteitag hat es keinerlei Kritik an der SPD und an Frank Dudda gegeben. Wird die CDU, werden Sie diesen Kuschelkurs fortsetzen?

Sie haben ja auch schon einiges miterlebt und wissen das richtig einzuschätzen: Das war so etwas wie eine Auftaktveranstaltung. Bis zum Wahltag am 13. September ist es noch ein weiter Weg. Von daher verschieße ich natürlich nicht gleich am ersten Tag mein gesamtes Pulver. Sie können damit rechnen, dass weitere Akzente gesetzt werden. Meine Akzente, die ich bei der Nominierung setzen wollte, sind offensichtlich durchgedrungen.

Welche sind das?

Ich möchte, dass wir die Nabelschau auf die Defizite in Herne beenden. Wir müssen selbstbewusster und positiver mit unserer Stadt nach draußen gehen. Wir müssen stärker überregional denken.

Ist es nicht schwierig, bei der OB-Wahl einen Gegner zu attackieren, mit dem man soeben ein gemeinsames Programm für Herne entwickelt hat?

Ich denke, es ist in der Kommunalpolitik grundsätzlich nicht so einfach, zuzuspitzen und die Konfrontation zu suchen. In 95 Prozent der Entscheidungen sind wir gebunden, nur in fünf Prozent haben wir einen politischen Spielraum. Und bei diesen fünf Prozent gibt es unter den Parteien Gemeinsamkeiten, weil wir ja alle für Herne denken.

Werden Sie noch eine Art Wahlprogramm aufstellen? Planen Sie besondere Aktionen im Wahlkampf?

Die CDU hat zur Kommunalwahl ein Programm entwickelt, das fortbesteht. Der Wahlkampfausschuss trifft sich jetzt zum ersten Mal. Wir haben im Ansatz Ideen und wollen versuchen, den Wahlkampf etwas anders zu gestalten.

Sie sind Pfarrer, Familienvater und Stadtverordneter und haben zudem einige Ehrenämter. Bleibt da überhaupt noch Zeit für einen intensiven Wahlkampf?

Nachdem meine Nominierung im Raum stand, habe ich Resturlaub aufgespart. Ich werde in der heißen Wahlkampfphase voll zur Verfügung stehen.

Pegida und Prognosen

Wenn 2009 jemand gesagt hätte, dass der Herner CDU-Oberbürgermeister-Kandidat 2015 Peter Neumann-van Doesburg heißen wird, hätte ich …

Peter Neumann-van Doesburg: … das damals nicht für möglich gehalten.

Mein politisches Vorbild ist …

Das kann man nicht auf eine Person beschränken.

Pegida halte ich für …

… gefährlich.

Die Beteiligung bei der OB-Wahl liegt im September bei …

… hoffentlich um die 40 Prozent.

Zur Person: 15 Jahre Pfarrer in Crange

1994 ist Peter Neumann-van Doesburg in die CDU eingetreten. Dem Rat der Stadt gehörte er von 1999 bis 2009 und seit 2011 an. Der 58-Jährige ist in Herne Vorsitzender der CDU-nahen Kommunalpolitischen Vereinigung sowie stellvertretender Vorsitzender der CDU-Arbeitnehmer (CDA).

Seinen beruflichen Mittelpunkt hat der evangelische Pfarrer in Marl. Zuvor war er 15 Jahre lang Pfarrer in Crange. Neuman-van Doesburg ist in Hamburg geboren und in Gladbeck aufgewachsen. Er ist verheiratet und hat fünf Kinder (9,10, 25, 36 und 37).

Redaktion

Kommentare
24.01.2015
18:45
Herner CDU-OB-Kandidat peilt die Stichwahl an
von MissesK | #3

Der arme Mann lässt sich vor Schlüters Karren spannen und wird von der WAZ noch mit ironischen Fragen gequält.

2 Antworten
Herner CDU-OB-Kandidat peilt die Stichwahl an
von Urmelausdemeis | #3-1

Für diesen OB-Kandidaten kann ich keinerlei Mitleid empfinden.
Wie hieß es so schön im Mondpalast - "Selbs in Schuld", denn die Herner CDU wird ihn sicherlich nicht erpresst haben.
Die Fragen der WAZ waren situationsgerecht und völlig angemessen.
Mich würden allerdings Aussagen der evangelischen Kirche über seine Leistungen und sein Wirken als Pfarrer in Wanne interessieren, denn mit dieser Tätigkeit begründet Herr NvD u.a. seine Qualifikation zum OB.

Herner CDU-OB-Kandidat peilt die Stichwahl an
von Eckmann99_0 | #3-2

Den Schlüter ist das doch egal. Hauptsache er hat jemanden den er als OB Vorzeigen kann. Auch wenn der jetzt schon als Verlierer fest steht.

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2015-01-24 06:00
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