Herner BUND kritisiert Auflösung des Umweltamtes

Hiltrud Buddemeier vom BUND - hier bei einer Demo der Bürgerinitiative An der Linde - sieht schwarz für die Umweltbelange in Herne.
Hiltrud Buddemeier vom BUND - hier bei einer Demo der Bürgerinitiative An der Linde - sieht schwarz für die Umweltbelange in Herne.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Mit harscher Kritik reagiert die BUND-Kreisgruppe Herne auf die Auflösung des städtischen Fachbereichs Umwelt.

Herne..  Der Rat hat gestern im Rahmen der Umstrukturierung der Verwaltung die Auflösung des Fachbereichs Umwelt beschlossen. Mit den dadurch eingesparten Mitteln soll die Schaffung des neuen CDU-Dezernats finanziert werden. Die BUND-Kreisgruppe Herne übt harsche Kritik an diesem Beschluss sowie der Entwicklung der vergangenen Jahre. Gleichzeitig warnt der BUND eindringlich vor den Konsequenzen für Natur und Landschaft in Herne.

Die Demontage habe schon 2011 mit der Herauslösung der Unteren Landschaftsbehörde (UL) aus dem Fachbereich Umwelt begonnen, erklärt BUND-Sprecherin Hiltrud Buddemeier. Die UL sei Ordnungsbehörde für die Einhaltung von Gesetzen und Bestimmungen zum Schutz von Natur und Landschaft. Die vor vier Jahren vorgenommen Ansiedlung der Umweltbelange bei Stadtgrün, einer Behörde des Baudezernates, führe zwangsläufig zu Konflikten (wir berichteten).

„Seitdem werden Bedenken und Vorschläge grundsätzlich verworfen, wenn es nicht ins Konzept des Baudezernats passt“, sagt Buddemeier, die auch Vorsitzende des Landschaftsbeirats ist. Folge: Landschaftsplangebiete würden rücksichtslos vermarktet, die Bedenken der Umweltschützer nicht mehr berücksichtigt. Und: Schwere Eingriffe in den Naturhaushalt blieben ohne Konsequenzen.

„Diese Situationen werden sich noch häufen“, so Buddemeier. Das liege im Selbstverständnis der Baubehörde. Ein Baudezernat verbrauche immer Freiflächen und Natur, „zum Nachteil der dort lebenden Menschen, Tiere und Pflanzen“. Bauen und Freiraumerhalt – da falle das Grün immer hinten runter. „Die letzten lästigen Mahner werden gleichgeschaltet. Was stört, verschwindet im Moloch Baudezernat.“ Das Fehlen eines starken Amtsleiters werde zwangläufig zum Unterbuttern von nicht genehmen Stellungnahmen und Bedenken führen. „Der BUND würde sich eine Eingliederung der Unteren Landschaftsbehörde, der Unteren Wasserbehörde und der Altlastenabteilung in ein unabhängiges Dezernat wünschen“, so Buddemeier.