Herner Berufskolleg benennt sich nach dem Iren Mulvany

Das Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung der Stadt bekommt einen neuen Namen: Es heißt künftig kurz „Mulvany Berufskolleg Herne“.
Das Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung der Stadt bekommt einen neuen Namen: Es heißt künftig kurz „Mulvany Berufskolleg Herne“.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Weil der alte Name ein sperriges Monster war, benennt sich das Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung nun in „Malvany Berufskolleg Herne“ um.

Herne..  Das „Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung der Stadt Herne mit Wirtschaftsgymnasium“ am Westring heißt künftig „Mulvany Berufskolleg Herne“. Nachdem der Rat der Stadt dem neuen Namen bereits Ende Oktober zustimmte, wird nun am Dienstag, 3. Februar, 14 Uhr, die Namensgebung mit einem Festakt gefeiert; als Ehrengast erwartet das Berufskolleg dazu auch den Botschafter von Irland, S.E. Michael Collins, denn aus seinem Land stammt der Namensgeber des Berufskollegs, William Thomas Mulvany.

Fünf Jahre lang haben Schulleitung und Kollegium nach einem Namen für das Berufskolleg gesucht. Denn der bisherige war so sperrig, dass viele nichts damit anfangen konnten - obwohl das Berufskolleg mit seinen fast 2000 Schülerinnen und Schülern und einem Kollegium mit über 100 Lehrerinnen und Lehrern zu den ganz Großen in der Stadt gehört. Selbst bei Neuanmeldungen äußerten Schüler häufig den Wunsch, sich „am Westring“ oder „für Wirtschaft“ anzumelden oder verwechselten das Berufskolleg mit dem benachbarten Emschertal Berufskolleg. Keine Identifizierungsmöglichkeiten also mit Arbeits-, Lern -und Ausbildungsplatz.

Beim künftigen Namensgeber sollte es sich jedoch um eine Persönlichkeit handeln, deren Lebenslauf zum Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung passte. Mit dem Iren Mulvany (1806-1885) hat man ihn schließlich gefunden. Geboren in Dublin, arbeitete er zunächst als Vermesser und Ingenieur im irischen Staatsdienst, bevor er 1855 ins Ruhrgebiet kam, um mit dem Geld irischer Quäker Bergwerke zu gründen, u. a. die Zeche Shamrock (Kleeblatt, irisches Wahrzeichen) in Herne. Mulvany führte im Laufe der Jahre moderne Bergwerktechnik erfolgreich ein. 1864 gründete er dann ein eigenes Unternehmen, zu dem auch die Zeche Erin (gälisch für Irland) in Castrop-Rauxel gehörte. Seit der Wirtschaftskrise im Jahr 1877 war er zwar nicht mehr unternehmerisch tätig, seine Stellung in den Unternehmensverbänden seiner Zeit war aber unbestritten. Als Unternehmer, Europäer und historisches Beispiel für gelungene Migration gebe es mit ihm eine Vielzahl an Identifikationspunkten, so das Kolleg.

Das Mulvany Berufskolleg bietet alle Abschlüsse an: vom Hauptschulabschluss bis zur Allgemeinen Hochschulreife und im Rahmen der Weiterbildung in der Fachschule für Wirtschaft den Staatlich geprüften Betriebswirt, der dem Bachelor-Abschluss gleichgestellt ist. Kernbereich sind die dualen kaufmännischen Ausbildungsberufe der Berufsschule.