Herne und Belgorod sind seit 25 Jahren Städtepartner

Oberbürgermeister  Willi Pohlmann (li.) und sein Amtskollege aus Belgorod unterzeichneten am 19. Februar 1990 im Herner Ratssaal den Partnerschaftsvertrag. Zur Feier des Tages traten die Trixis auf.
Oberbürgermeister Willi Pohlmann (li.) und sein Amtskollege aus Belgorod unterzeichneten am 19. Februar 1990 im Herner Ratssaal den Partnerschaftsvertrag. Zur Feier des Tages traten die Trixis auf.
Foto: Bildarchiv der Stadt Herne
Was wir bereits wissen
Herne und Belgorod in Russland sind seit 25 Jahren Städtepartner. Stellt sich die Frage: Wie geht es im Zeichen des Krieges weiter?

Herne..  An diesem Mittwoch vor genau 25 Jahren hat Herne mit Belgorod eine Städteehe besiegelt. Ob und wie dieses Jubiläum mit der direkt an der Grenze zur Ukraine gelegenen russischen 360 000-Einwohner-Stadt feierlich begangen werden soll, ist angesichts des kriegerischen Konflikts in der dortigen Region ungewiss.

Fakt ist: Bereits im Sommer 2014 hat die Belgoroder Stadtspitze eine Einladung an OB Horst Schiereck ausgesprochen. Die zweite Maihälfte 2015 sei als möglicher Termin genannt worden, berichtet Stadtsprecher Christoph Hüsken auf Anfrage der WAZ. Der OB wolle den Herner Rat beziehungsweise den Ältestenrat informieren, wenn die damals ausgesprochene Einladung konkretisiert wird.

Wird es angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine überhaupt eine Jubiläumsfeier geben? „Wenn Sie mir vorhersagen können, wie die politische Lage im Mai sein wird, kann ich diese Frage gerne beantworten“, sagt Ulrich Klonki, der Sprecher der Sektion Belgorod im Herner Partnerschaftsverein. Auch die Verwaltung will sich dazu erst äußern, wenn eine formale Belgoroder Einladung vorliegt.

Keine Frage ist für Ulrich Klonki dagegen, dass die Städteehe trotz der Situation in Russland Bestand haben soll und wird. „Auch 1990 hatten wir dort keine lupenreine Demokratie“, erinnert sich Klonki. Hintergrund: Belgorod gehörte vor 25 Jahren noch zur Sowjetunion. Gerade in schwierigen politischen Zeiten sei es wichtig, den Austausch und persönliche Kontakte zu pflegen, betont Ulrich Klonki. Auch deshalb, um andere politische Ideen in die Köpfe der Menschen zu pflanzen.

Hilfe für Kinderkrebsklinik

Private Kontakte per Post, Mail oder Skype gebe es regelmäßig, sagt der Sprecher der zurzeit 96 Mitglieder zählenden Sektion des Partnerschaftsvereins. Auf institutioneller Ebene steht im September das nächsten Treffen an: Dann werden - so wie jedes Jahr - Germanistikstudenten aus Belgorod nach Herne reisen, um das deutsche Bildungssystem kennenzulernen.

In den ersten Jahren der Städtepartnerschaft stand vor allem die humanitäre Hilfe im Vordergrund. Insbesondere die Kinderkrebsklinik in Belgorod erfuhr Unterstützung aus Herne: Über all die Jahre wurden 850 000 Euro gesammelt, die in die Behandlung leukämiekranker Kinder flossen. Hintergrund: Die Region Belgorod litt aufgrund der Nähe zum ukrainischen Tschernobyl unter den Folgen der Atomkatastrophe.