Herne überschreitet Grenzwert für Stickstoffdioxid

Die Feinstaubwerte an der Messstation an der Recklinghauser Straße in Wanne sind die häufigsten Überschreitungen im Ruhrgebiet.
Die Feinstaubwerte an der Messstation an der Recklinghauser Straße in Wanne sind die häufigsten Überschreitungen im Ruhrgebiet.
Foto: WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Ein Strafgeld wegen schlechter Luftwerte ist in Herne nicht ausgeschlossen. Die Feinstaubbelastung ist an der Recklinghauser Straße weiter rückläufig.

Herne..  In Herne ist 2014 der Grenzwert für die Stickstoffdioxidbelastung überschritten worden – so wie in zahlrechen anderen NRW-Kommunen auch. Auch die Stadt ist damit ein „Kandidat“ für ein von der EU verhängtes Strafgeld. Erfreulich ist die Entwicklung dagegen bei den Feinstaubwerten.

46 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2) sind im vergangenen Jahr an der Station Recklinghauser Straße in Wanne gemessen worden. Der Grenzwert beziehungsweise Jahresmittelwert liegt jedoch bei 40 Mikrogramm. Wie berichtet, ist die Belastung in anderen Städten wie Köln (63 Mikrogramm), Dortmund (52) sowie Bochum und Gelsenkirchen (beide 51) noch viel höher.

Ob und wann es zu einem Strafgeld kommen könnte, ist offen: Adressat der EU sei zunächst die Bundesregierung, berichtet Wilhelm Nobert, Vize des Fachbereichs Umwelt. Das Verfahren, an dessen Ende Strafzahlungen stehen könnte, sei sehr langwierig.

Hauptquelle von Stickstoffdioxiden seien Verbrennungsmotoren und Feuerungsanlagen für Kohle, Öl, Gas, Holz und Abfälle. In Ballungsgebieten wie Herne sei vor allem der Straßenverkehr, insbesondere Dieselfahrzeuge, für die Immissionsbelastung verantwortlich.

Weiter rückläufig sind dagegen in Herne die Feinstaubwerte. Bis zum 9. Juli ist der Grenzwert an der Messstation Recklinghauser Straße erst an 17 Tagen überschritten worden. „Damit liegt die Überschreitungshäufigkeit auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr“, sagt Wilhelm Nobert. 2014 habe es in Herne insgesamt 23 Überschreitungstagen gegeben. Insofern sei zu erwarten, dass auch 2015 die zulässige Zahl von 35 Überschreitungstagen nicht erreicht werde. Wenn dies der Fall sein sollte, wäre die Grenze im dritten Jahr hintereinander nicht überschritten worden. Gemäß der Vorgaben könnte die Messstation an der Recklinghauser Straße dann abgebaut werden. Ist das zu erwarten? Das entschieden letztlich das Umweltministerium und das Landesumwelt (LANUV), so Wilhelm Nobert.