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Hauptschulen

Hauptschulen im Sinkflug

14.03.2011 | 18:14 Uhr
Hauptschulen im Sinkflug
Die Heinz-Tilkowski-Hauptschule an der Neustraße kann sich in diesem Jahr über die meisten Anmeldungen freuen: 27.

Die Anmeldezahlen für die Hauptschulen brechen weiter ein. Bis zum letzten Freitag haben sich in Herne gerade mal 69 Eltern für diese Schulform entschieden. Vor einem Jahr waren es bei Anmeldeschluss 91 gewesen. Gewechselt hatten im Sommer tatsächlich 115 Kinder zu einer der vier Hauptschulen, die noch 5. Klassen einrichten.

Dass es immer ein paar Kinder mehr sind als ursprünglich angemeldet, liegt an den Überhängen einiger Gesamtschulen. Dort müssen Schüler abgewiesen werden, die dann an einer Hauptschule um Aufnahme ersuchen. Mit diesem verspäteten Zulauf rechnet Hernes Schuldezernentin Gudrun Thierhoff auch in diesem Jahr noch. Sollte das nicht der Fall sein, könnten die Gustav-Adolf-Schule in Eickel und die Melanchthonschule in Wanne nach jetzigem Stand keine Eingangsklassen bilden. Sie blieben unter der vorgeschriebenen Klassengröße von 18 Schülern.

Im einzelnen melden die Hauptschulen folgende Anmeldezahlen: Die Hans-Tilkowski-Schule an der Neustraße in Herne-Mitte legte zu, von 14 auf 27. Die Hauptschule am Hölkeskampring sank dagegen von 45 auf 20. Auf wackeligen Füßen steht vor allem die Gustav-Adolf-Schule in Eickel mit nur sieben (im Vorjahr 21) Anmeldungen. An der Melanchthonschule meldeten 15 Eltern ihre Kinder an, letztes Jahr waren es elf.

Drängender wird auf diesem Hintergrund die Frage nach einer „Gemeinschaftsschule“, wie sie SPD und Grüne für das nächste Jahr anpeilen. Einige ländliche Kommunen haben sich schon in diesem Jahr dem NRW-Modellversuch angeschlossen. Zu früh für Herne, sagt Gudrun Thierhoff, die mit der Bezirksregierung in Arnsberg erst die Situation vor Ort analysieren will. Dabei seien für die gesamte Stadt die Schülerzahlen in der Sekundarstufe I zu betrachten, mögliche Standorte ins Auge zu fassen und der Elternwille zu ermitteln. „Wir hätten zwischen September und Dezember 2010 Schulen für die Idee gewinnen müssen“, sagt die Dezernentin. Die Zeit sei zu knapp gewesen „für eine gute und ausreichende Diskussion“. Herne stehe da nicht alleine: Interesse gibt es in fast 80 Kommunen. Bis zum Ende des Jahres sei jetzt ausreichend Vorlauf, um vernünftige Konzepte zu entwickeln.

Ute Eickenbusch

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