Harmonisches Trio – Herner Drillinge feiern 60. Geburtstag

Marlies, Horst und Helmut Hoffmann aus Baukau (v.l.).
Marlies, Horst und Helmut Hoffmann aus Baukau (v.l.).
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Helmut, Horst und Marlies Hoffmann gehen seit ihrer Kindheit gemeinsam durch dick und dünn. Freitag feiern sie Geburtstag – natürlich zusammen.

„Schieb den Tisch ran, ehe du mit dem Kaffee tröpfelst“, ermahnt Horst Hoffmann seine Schwester Marlies, während der dritte im Bunde, Helmut Hoffmann, auf der Couch über die Stichelei schmunzelt. „Wir sind schon so etwas wie die drei Musketiere“, sagt Helmut Hoffmann lachend. Der Rangierer ist der Älteste des Trios – jener Drilling, der 1955, zuerst als vermeintlicher Zwilling, das Licht der Welt erblickte. Heute werden sie 60 Jahre alt – und blicken für die WAZ auf die gemeinsamen Jahre zurück.

„Unsere Mutter hat Zwillinge erwartet, da sie nicht in ihre alte Umstandsmode gepasst hat“, berichtet Marlies Hoffmann. „Aber als dann die Hebamme noch ein drittes Kind ankündigte, waren alle sprachlos.“ Mit den Drillingen waren die Nachwuchspläne bei der Baukauer Familie Hoffmann wahrlich erfüllt: Sie seien nach ihrer Geburt zu acht gewesen, so Helmut Hoffmann, fünf ältere Brüder und die drei Nesthäkchen.

„Für mich als einziges Mädchen war es unter sieben Jungs nicht immer leicht“, bekennt Marlies Hoffmann, die Jüngste der Drillinge. Trotzdem würde die Hausfrau ihr Leben nicht eintauschen wollen: „Es ist toll, jemanden zu haben, mit dem man alle wichtigen Ereignisse im Leben teilen kann.“ Die Bindung untereinander sei sehr stark. „Klar ist es ungewöhnlich, als Drillinge auf die Welt zu kommen, aber für uns waren wir nichts Besonderes, einfach nur Geschwister“, erzählt Helmut Hoffmann.

Als sie zur Welt kamen, hätten sie Babymilch und eine Waschmaschine – „gefüllt mit diesen alten Windeln, die man auswäscht“ – geschenkt bekommen, sagt Bruder Horst: Auch bei der Einschulung sei es aufregend gewesen, die Geschwister an der Seite zu haben. „Überall, wo wir hin kamen, waren wir zunächst natürlich erst mal die Sensation“, erinnert sich Marlies. Bis zum Ende der Schulzeit Ende der 60er-Jahre – die Geschwister besuchten die Volksschule La-Roche-Straße und die Grundschule Drögenkamp – saßen sie immer gemeinsam in einer Klasse.

Tante wohnt in der Nähe

Heute sind sie immer noch „die Drillinge“, jetzt aber vor allem für die Kinder und Enkel. „Wenn wieder ein Geburtstag ansteht, dann freuen sich alle immer: Ja, die Drillinge kommen“, sagt Gabriele Hoffmann, die Ehefrau von Horst Hoffmann, schmunzelnd. Besonders Tante Marlies, die nur zwei Häuser weiter wohnt, habe eine enge Bindung zum Familiennachwuchs. Der Geburtstag des Trios sei immer ein besonderer Anlass. Sie fügt an: „Dann wird erzählt und so richtig auf den Putz gehauen.“

Obwohl man es oft von Geschwistern kennt: Die vermeintlich selbstverständlichen Fetzen fliegen bei Marlies, Horst und Helmut Hoffmann so gut wie nie. Natürlich sticheln sie untereinander, und auch nicht alles sei Friede, Freude, Eierkuchen. Doch so richtig gestritten hätten sie sich kaum, betont Horst Hoffmann. „Drillinge zu bekommen ist unwahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto“, sagt der Industriekaufmann. Um anzufügen: „Ich bin unwahrscheinlich froh, dass unsere Eltern nicht im Lotto gewonnen haben.“

Wie sie feiern? Natürlich gemeinsam: „Die runden Geburtstag feiern wir immer zusammen“, betont Horst.