Hans-Georg Steffek ist seit 50 Jahren im TV Röhlinghausen

In früheren Jahren war Hans-Georg Steffek Geräteturner, doch dann zog es ihn zum Gewichtheben. Das betreibt er bis heute mit großem Ehrgeiz.
In früheren Jahren war Hans-Georg Steffek Geräteturner, doch dann zog es ihn zum Gewichtheben. Das betreibt er bis heute mit großem Ehrgeiz.
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Was wir bereits wissen
Hans-Georg Steffek ist zwar erst 55 Jahre, doch bereits 50 Jahre Mitglied im TV Röhlinghausen. Dort hatte er zahlreiche Funktionen.

Herne..  Oft ist er geehrt worden, doch jedes Mal war die Zeremonie etwas seltsam. Wann immer der TV Röhlinghausen 1883 verdiente Mitglieder auszeichnete, standen auf einer Bühne etwas ältere Männer und Frauen, die sich seit Jahrzehnten für den TV einsetzen – und daneben Hans-Georg Steffek. Auch er prägt den Verein, seit einem halben Jahrhundert schon, nur ist Steffek gar kein alter Herr. 55 Jahre alt, seit 50 Jahren im TV Röhlinghausen, sein ganzes Leben ist eng verbunden mit der Geschichte seiner Turner.

Ohne Steffek geht kaum etwas. Der Mann ist: Übungsleiter der Gymnastik-Senioren, Trainer für Fitness, Kraftdreikampf und Gewichtheben, Kassenprüfer, Männerwart. . . Nur Klubchef war er nie. „Er ist immer da, wenn man ihn braucht. Der Verein ist stolz, solche Mitglieder zu haben“, sagt die zweite Vorsitzende Sarah Bocian.

Schon Steffeks Eltern waren treue 1883er: Der Vater Feldhandballer, die Mutter betrieb Volkstanz. „Es war von Anfang an klar, dass ich eines Tages auch Mitglied werden würde“, erzählt Steffek im Keller unter der Halle im Wanner Sportpark – dort wo die Gewichtheber trainieren. Im zartesten Alter von fünf war es soweit, die Eltern meldeten den kleinen Hans-Georg beim Mutter-Kind-Turnen an. „Danach hat sich alles so ergeben. Ich bin zu den Geräteturnern gegangen. Erst mit 14 habe ich eine kleine Pause eingelegt.“ Damals begann er eine Lehre als Maschinenschlosser bei Krupp, „jeden Morgen um 6 Uhr raus, da hatte ich keine Lust mehr auf Turnen“. Später war es der in Röhlinghausen bis heute legendäre Oberturnwart Otto Haake, der Steffek vom aktiven Sportler zum Trainer machte. „Als es gesundheitlich mit ihm zu Ende ging, suchte er einen Nachfolger. Also hat er mich aufgefordert, Übungsleiter zu werden.“ Ende der 90er der nächste bedeutende Schritt in seinem Vereinsleben – der bisherige Turner Steffek wurde Gewichtheber. Er kam zu dieser Disziplin „wie die Jungfrau zum Kinde“, doch bis heute betreibt er sie mit großem Ehrgeiz. Steffek stemmt große Hanteln, ohne zu zucken, er hat nicht nur sprichwörtlich eine breite Brust. „Seit ich Gewichtheben mache, merke ich, die Leute haben Respekt vor mir. Kein Vergleich zu früher, als ich noch so ein dürrer Schmachtlappen war.“

Warum aber widmet er sein Leben diesem Verein, was ist seine Motivation? Steffek erzählt von Freundschaften. Wenn er spricht, hört man den Ruhrpott heraus, er sagt wat und dat. „Wäre die Kameradschaft nicht so hervorragend, ich würde sofort meine Sachen packen. Ich bin einfach ein treuer Mensch, Loyalität ist mir wichtig.“ Nur ganz selten muss er sich zwingen, zum Training zu fahren. „Wenn die Kumpels im Sommer im Garten sitzen und den Grill anschmeißen, dann denke ich mir: Man könnte die Zeit auch anderswo verbringen als in diesem Keller.“