Hand in Hand mit den ganz großen Fußballern

Dennis Darmas (Schalke 04-Einlaufkind).
Dennis Darmas (Schalke 04-Einlaufkind).
Was wir bereits wissen
Dennis Darmas betrat 2009 zum ersten Mal den Rasen der Schalke Arena. Er lief an der Hand des Spielers Tamas Hajnal auf das Feld.

Herne..  Schalke-Fan sein ist in dieser Saison nicht leicht. Eine Mannschaft, die kein Team ist, ein Trainer, zu dem kaum ein Fan eine Beziehung hat und ein Vorstand, der der schwierigen Situation aus dem Weg geht. Doch auch wenn es in und auf Schalke momentan kriselt – wahre Fans stehen zu ihrem Verein.

Einer, der trotz aller Kritik ein Leben ganz in königsblau verbringt, ist Dennis Darmas. Wie Papa ist der Zwölfjährige Schalker mit allem Drum und Dran: Schalke Bettwäsche, Schalke Pantoffeln, Schalke Schals und Fahnen so weit das Auge reicht. Aber eines hat er vielen Schalkern voraus: Er stand schon drei Mal auf Schalker Rasen.

Für das erste Mal werden ihn viele beneiden: Dennis Darmas durfte am 20. Februar 2009 an der Hand eines Profispielers in die Arena einlaufen. Aber an diesem Tag fand nicht irgendein Spiel statt, sondern das Revierderby zwischen dem 1. FC Schalke 04 und Borussia Dortmund.

Beworben hatte sich seine damalige Mannschaft, die F-Junioren des SV Wanne 11. „Man kann sich bei Böklunder als Einlaufkind bewerben“, weiß Vater Dirk Darmas, der seinen Sohn direkt am Tag seiner Geburt als Mitglied bei Schalke eintragen lies. „Wer wann kommen darf, wird ausgelost. Als der Anruf kam, haben wir uns sehr gefreut. Das war natürlich das richtige Spiel“.

Dem Gesamtschüler war zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass das Derby etwas ganz besonderes ist, aber ihm ging es mit seinen damals sechs Jahren erstmal darum, auf Schalker Rasen zu stehen.

Bevor das Spiel losging, durften sich die kleinen Kicker die Arena ansehen. „Wir waren zum Beispiel in den Kabinen“, erinnert sich Dennis Darmas. Am coolsten sei gewesen, dass dort schon alles vorbereitet war. Die Trikots, die Schuhe - alles habe bereitgelegen, damit die Spieler „auch wenn sie mal zu spät sind, sich sofort umziehen können“, so der Zwölfjährige.

Nach der Stadionbesichtigung ging es in den Spielertunnel. Dort hieß es erstmal warten, denn die Spieler waren noch nicht aus den Kabinen gekommen. „Wir wurden gefragt, wo wir stehen wollten, aber leider hat keiner gesagt, wo Schalke ist und wo der BVB“, erzählt Dennis Darmas etwas traurig, denn er stand am Ende auf der linken, der „falschen“ Seite. „Er hat Rotz und Wasser geheult, weil er mit einem Schwarzgelben laufen musste“, sagt Vater Dirk Darmas.

Tamas Hajnal hieß der Dortmunder, den der junge Wanner auf seinem Weg ins Stadion begleitete. „Ich weiß noch, dass der Spieler damals gerade mal einen Kopf größer war als ich“, witzelt Dennis Darmas, der zwar heute über 1.80 misst, mit sechs aber noch weitaus kleiner war. Gemeinsam ging es dann auf den Rasen, aber obwohl - wie sein Vater sich erinnert, der als Dauerkarteninhaber auch im Stadion war - eine großartige Stimmung war, bekam Dennis Darmas davon nicht viel mit: „In meiner Erinnerung war es eher leise. Ich weiß noch wie wir da standen, gewunken haben und dann vom Feld gerannt sind, aber viel mitbekommen habe ich leider nicht.“

Gefreut hat er sich aber, als er im Tunnel Kevin Kuranyi erkannte. „Der war mein Lieblingsspieler“, sagt der Zwölfjährige und in diesem Spiel schoss er sogar ein Tor.

Beobachten konnte Dennis Darmas es gemeinsam mit seinen Teamkameraden: „Da war ein extra Zaunabschnitt, wo nur die Auflaufkinder sitzen durften“, erinnert er sich. Das Spiel ging am Ende eins zu eins unentschieden aus. Zwar wäre ein Sieg schöner gewesen, aber auch so war es ein toller Tag, an den sich Dennis Darmas wohl noch lange erinnern wird.