Halbzeit einer Ausstellung

Es war sozusagen „Halbzeit“: Zur Mitte ihrer Ausstellung „GRÜNgürtel“ luden die Künstler der „Gruppe Ruhr 2011“ zu einer „Midissage“ in die Akademie Mont-Cenis ein. Friedrich Kean, Scarlett Neumann, Claudia Schotte, Monika Wellnitz und Käthe J. S. Wissmann haben sich 2011 zu einer Gruppe zusammengeschlossen, um gemeinsam an künstlerischen Themen zu arbeiten. Nach Essen und Bochum ist Herne der dritte Ausstellungsort ihrer Wanderausstellung, die sich mit dem Gegensatz von gestalteter und natürlicher Umwelt in unserer Region beschäftigt. Mit ihrer Ausstellung wollen „die Künstler für die Natur und ihre Vielfalt werben“, wie Claudia Schotte zur Begrüßung selbst sagte.

Grün überwuchert Zechenanlagen

Da dürfen natürlich Bilder von ehemaligen Zechenanlagen, die langsam von Grün überwuchert werden, und idyllische Landschaften und Bilder von Schrebergärten wie sie Claudia Schotte zeigt, nicht fehlen. In ihren kleinen Objekten verwandeln kontrastreiche Farben bewegte Formen zu fast natürlichen Gebilden. Friedrick Kean zeigt objekthafte Bilder, die sich mit der Farbe Grün und deren Wirkung ganz direkt beschäftigen.

Scarlett Neumann kombiniert in ihren Plastiken Rinde und Teile von Bäumen, die sie mit menschlichen Gestalten verschmelzen lässt. In anderen Arbeiten kontrastiert sie natürliche Baumreste mit Gold und Farbe. Monika Wellnitz zeigt Holzschnitte, die auf Fotografien gedruckt sind. In ihnen mischen sich Landschaften mit farbigen Kompositionen, bei denen die beiden Ebenen verschmelzen. Käthe J. S. Wissmann schafft mit fließenden farbigen Formen Bilder, die an Strukturen aus der Natur erinnern und sich in großen Bewegungen über die Leinwand ziehen.

Gut gelungen ist die Präsentation von 25 gleichgroßen Arbeiten aller fünf Künstler, die auf die runde Außenwand des Treppenaufgangs gehängt sind. Hier wird besonders deutlich, wie die Künstlerinnen und Künstler es schaffen, ihrem Thema ganz unterschiedliche Aspekte abzugewinnen. Es ist eine Ausstellung, die immer beim Thema bleibt, ohne dass die einzelnen Künstler ihren eigenen künstlerische Sprachen leugnen. In der Ausstellung gibt es viel zu sehen, aber sie ist auch Anregung zum Nachdenken.

Die Ausstellung „GRÜNgürtel“ ist noch bis zum Freitag, 8. Mai, in der Akademie Mont Cenis zu besichtigen.