Gutachter sehen zahlreiche Defizite bei Herner GMH

Zur Schulsanierung - hier die Realschule Strünkede - könnte eine Projektgesellschaft gegründet werden.
Zur Schulsanierung - hier die Realschule Strünkede - könnte eine Projektgesellschaft gegründet werden.
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Die Ergebnisse des Gutachtens zur Reform beim Gebäudemanagement Herne wurden im Betriebsausschuss vorgestellt. Die Prüfer sehen viele Defizite.

Herne..  Die Reformpläne für das Gebäudemanagement Herne (GMH) sorgen seit einigen Wochen für Wirbel, gestern wurden die Ergebnisse des entsprechenden Gutachtens der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG erstmals öffentlich diskutiert - im Betriebsausschuss GMH.

Dabei wurden mehrere Dinge deutlich. So betonte Kämmerer Hans Werner Klee, dass weder Kündigungen noch eine Privatisierung von Leistungen geplant seien. Es gebe eine Bestandsgarantie für die Arbeitsverhältnisse. Die Gewerkschaft Verdi fürchtet, dass bei einer 1:1-Umsetzung des Gutachtens GMH aufgelöst werde (die WAZ berichtete).

Was angesichts der Diskussion um die Zukunft der Beschäftigten in der Hintergrund trat, ist der Ist-Zustand des Gebäudemanagements. Und um den scheint es offenbar nicht wirklich gut bestellt, folgt man den KPMG-Vertretern Kai Eltges und Lars Erik Bertram. Sie stellten gestern die Ergebnisse ihrer Untersuchung vor - die im Auftrag der Gemeindeprüfungsanstalt NRW im Rahmen des Haushaltssicherungsplans vorgenommen wurde. Das Ziel: 1,1 Millionen Euro Kosten zu sparen.

So gebe es keine langfristige Immobilienstrategie, dies habe jedoch schwerwiegende Folgen. Wenn man nicht wisse, ob man ein Gebäude in fünf oder zehn Jahren zur Verfügung habe, könne man keine Investitionen planen und man könne keine Prioritäten setzen. Der städtische Gebäudebestand verursache Kosten in Höhe von 54 Millionen Euro pro Jahr. Mit einer langfristigen Strategie könne der Bestand womöglich verringert werden - und damit die Kosten. Außerdem sei nicht klar, ob GMH nur eine Dienstleisterfunktion oder auch Eigentümerfunktionen übernehme; Eigentümer ist aber der Fachbereich Stadtentwicklung.

Ein weiteres Problem liege darin, dass GMH in aller Regel nur reagiere. Der Fokus liege auf Kleinmaßnahmen oder Brandschutz und Verkehrssicherheit. Dies sei relativ teuer. Die Prüfer schlagen vor, eine Projektgesellschaft für (Schul)-Generalsanierungen zu gründen. Ferner sollten unterschiedliche Baumaßnahmen verzahnt werden. Bertram und Eltges geben verschiedene Handlungsempfehlungen, mit denen das Sparziel von 1,1 Millionen Euro ab 2016 erreichbar sei. Betriebsbedingte Kündigungen seien dazu nicht notwendig, betonten sie.