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Grünes Drei-Städte-Eck

01.06.2012 | 07:00 Uhr
Grünes Drei-Städte-Eck
Der Königsgruber Park in Röhlinghausen ist Hernes größter. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool

Wanne-Eickel.   Im Konzert der Herner Superlative schlägt der Königsgruber Park eher leise Töne an.

Auf den ersten Blick macht der Königsgruber Park einen unscheinbaren Eindruck. Wildwachsende Bäume, Sträucher, Blumen, und in Sichtweite stehen die nächsten Wohnhäuser. Dennoch ist er mit 40 Hektar Fläche der größte Park der Stadt, auch wenn Herne ihn mit einer anderen Gemeinde teilen muss.

Wer in die Königsgruber Straße einbiegt, endet direkt am Eingang des gleichnamigen Parks. Nach rechts und links geschaut, kann man zunächst nur ebene Grünfläche und einige Bäume sehen. Ab und zu kreuzt ein Spaziergänger oder Jogger den Weg. Aus der Ferne hört man lautes Lachen von mehreren Jugendlichen. Dass der Park auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Königsgrube angelegt worden ist, kann der Besucher nicht erkennen – zumindest nicht auf den ersten Blick. Erst wenn man einige Meter gelaufen ist und einen matschigen Weg überquert hat, fällt der Blick auf ein mit Efeu und Sträuchern überwuchertes Gebäude aus Backstein. Solche Überreste des ehemaligen Bergwerks sind im gesamten Park zu sehen.

Bis 1967 war die Zeche in Betrieb. Ihre Nachbarin, Zeche Hannover, die auf Bochumer Gebiet liegt, wurde sechs Jahre später stillgelegt. Nur ein kleiner Teil des Königsgruber Parks liegt in Röhlinghausen. Zwei Drittel der Grünanlage befinden sich auf Bochumer Gebiet, wobei sich ein großer Teil noch über Wattenscheid erstreckt. Auch wenn Wattenscheid und Bochum offiziell eins sind, spricht man hier vom Drei-Städte-Eck.

Carolin Beyer geht hier jeden Tag mit ihrem Hund Paulo spazieren. Dass sie auf ihrer Route täglich Bochum durchquert, ist der 26-Jährigen bisher nie aufgefallen. „Das ist hier alles ein so nahtloser Übergang, da registriert man das gar nicht. Ich muss Paulo immer zurückhalten, dass er nicht auf die Gebäudereste klettert. Schließlich weiß ich nicht, wie sicher die Ruinen sind“, meint die Studentin. Sie mag den Königsgruber Park lieber als den sehr viel bekannteren Gysenberg. Zum einen wohne sie direkt neben dem Gelände, zum anderen ist ihr der Revierpark zu voll. „Hier kann ich meinen Hund auch richtig laufen lassen, ohne dass mir andauernd Kinder entgegen kommen. Außerdem hat man hier viel mehr Ruhe, um zu entspannen.“

Da im Königsgruber Park nach Angaben der Stadt Herne Wanderfalken brüten und die Geburtshelferkröte heimisch ist, wurde der Stadtteilpark 2004 unter Landschaftsschutz gestellt. Neben Spaziergängern kommen auch viele Radfahrer durch die Grünanlage, denn sie liegt direkt am Emscherpark-Radweg, der quer durch das gesamte Ruhrgebiet führt, vorbei an den Stätten der Industriekultur.

Der 18-jährige Philipp fährt oft mit seinem Mountainbike auf den Seitenwegen entlang und bringt sein Rad dabei manchmal an die Grenzen. „Besonderen Spaß macht es, wenn man auf die Mauern der ehemaligen Zeche klettert. Oft gibt es einen kleinen Hügel daneben, über den man mit dem Rad gut hinauf fahren kann. Dazu gehört allerdings ein wenig Mut“, erklärt der Schüler. Dass das Betreten der Überreste aus Sicherheitsgründen verboten ist, interessiert ihn nicht. Das Warnschild übersieht er einfach. Der 18-Jährige meint: „Der Königsgruber Park bietet nicht viel. Da muss man selbst für ein wenig Aufregung sorgen.“

Franziska Bombach

Kommentare
01.06.2012
08:01
Grünes Drei-Städte-Eck
von Kernow | #2

Ist ja auch ne Unverschämtheit, dass Kinder in Parks rumlaufen, wenn Sie Ihren Hund dort laufen lassen wollen.

Der sog. Leinenzwang hat sich ja wohl...
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2012-06-01 07:00
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