Grüne und SPD gegen „Zwangsenteignung“ an der Vödestraße

Der größte Teil der Hausbesitzer an der Vödestraße will auf keinen Fall seine Gärten für neue Wohnbebauung opfern.
Der größte Teil der Hausbesitzer an der Vödestraße will auf keinen Fall seine Gärten für neue Wohnbebauung opfern.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
SPD und Grüne sind gegen eine „Zwangsenteignung“ an der Vödestraße. Anwohner haben wegen Neuplänen der Stadt Angst um ihre Gärten.

Herne..  Die Pläne der Stadt, auf einem Stück der Vödestraße (betroffen ist der Abschnitt zwischen den Hausnummern 136 bis 172) Wohnbebauung zu realisieren, könnte in der heutigen Sitzung der Bezirksvertretung Mitte kippen. Nach einem Ortstermin mit den Eigentümern signalisierten sowohl Grüne als auch SPD, dass es mit ihnen keine „Zwangsenteignung“ geben werde.

Zur Erinnerung: Ende März wurden die Hausbesitzer von der Stadt zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, bei dem ein sogenanntes Bodenordnungsverfahren erläutert wurde. Dabei erfuhren die Eigentümer von den Neubauplänen. Würden diese realisiert, verlören sie ihre Gärten. Dem will sich der größte Teil der Anlieger widersetzen. Sie ärgern sich, dass sie erst jetzt von den Plänen erfuhren, obwohl die Pläne seit längerer Zeit existierten.

Scharfe Kritik am Vorgehen der Stadt kommt von Grünen-OB-Kandidat Thomas Reinke. Die Bezirksvertretung Mitte hätte im November der Aufstellung eines Bebauungsplans für den Bereich zugestimmt, weil die Mitglieder davon ausgegangen seien, dass die Anwohner informiert gewesen seien und Zustimmung signalisiert hätten. Dies sei aber nicht der Fall. Reinke: „Diese Art des Umgangs mit den Bürgern ist nicht in Ordnung.“ Die Grünen würden einen Zwangstausch von Grundstücken nicht mitmachen.

Diese Signale hätten auch die Vertreter der SPD bei einem Ortstermin am Dienstagabend gegeben, sagte Eigentümersprecher Frank Teubert im Gespräch mit der WAZ. Wenn einzelne Eigentümer ihre Grundstücke verwerten wollen, könnten sie das machen, „aber die Stadt soll uns in Ruhe lassen“, so Teubert.

Er kündigte an, dass ein Teil der Besitzer die heutige Sitzung der Bezirksvertretung (16 Uhr, Saal 312, Rathaus Herne) besuchen werde.