Grüne Damen in Herne sortieren Kleidung

Fatma Tügen und Tanja Dammhayn (v.li.) sortieren
Fatma Tügen und Tanja Dammhayn (v.li.) sortieren
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Seit rund drei Jahren besteht die Kleiderkammer im EvK. 36 Ehrenamtliche – die meisten von ihnen sind Frauen – sorgen dort für Ordnung.

Herne..  Viele gelbe Kisten stehen in den Regalfächern. In ihnen sind Kleidungsstücke nach Art und Größe sortiert. Auf den Regalen liegen zwei kleine Reisetaschen und an einer Kleiderstange baumeln Jacken und Hemden.

Ein nur kleiner Raum im ehemaligen Schwesternwohnheim des evangelischen Krankenhauses an der Wiescherstraße hat für manche Patienten eine große Funktion: In der Kleiderkammer liegen Pullover, Bademäntel oder Handtücher für Patienten bereit, die während ihres Krankenhausaufenthalts über keine geeignete Kleidung verfügen.

Vor allem Notfälle und Menschen, die keine oder weit weg wohnende Angehörige haben, sind auf die Kleidung angewiesen. „Oftmals sind es Männer, die die Angebote der Kleiderkammer in Anspruch nehmen. Frauen haben häufiger ein soziales Umfeld“, weiß Fatma Tügen zu berichten. Gemeinsam mit Kollegin Tanja Dammhayn und Christel Voßbrink kümmert sie sich darum, dass die Patienten etwas zum Anziehen haben.

Tätigkeit ist in Frauenhand

36 Ehrenamtliche, sogenannte Grüne Damen und Herren, kümmern sich im EvK um die Patienten, besuchen diese, betreuen Bibliothek und Cafeteria. „Früher haben diese Aufgaben hauptsächlich Frauen nach ihrer Familienphase übernommen, heute sind es auch viele Berufstätige“, weiß Katharina Henke, Pfarrerin und Seelsorgerin im EvK, die verantwortlich für die Arbeit der Ehrenamtlichen ist. In Frauenhand ist die Tätigkeit nach wie vor: Nur vier der 36 Ehrenamtlichen sind Männer.

Die Kleiderkammer besteht seit rund drei Jahren. „Vorher hatten wir nur einen schlecht sortierten Schrank. Wir haben den Bedarf erkannt und die Kleiderkammer ausgebaut“, so Henke. Und tatsächlich: „Die Kleiderkammer wird oft in Anspruch genommen“, erzählt Dammhayn.

Dankbarkeit der Patienten ist der Lohn

Die drei ehrenamtlich tätigen Frauen sortieren monatlich säckeweise Anziehsachen aus: Kaputtes und Schmutziges wird entweder gereinigt oder entsorgt. „Es ist uns wichtig, dass unsere Patienten nicht beschämt werden und daher achten wir auf ordentliche Kleidung“, sagt Henke und meint: „Wir versuchen dem Bedarf und der Not zu begegnen.“

In ihrer Arbeit werden die drei Grünen Damen von den Patienten bestätigt: „Die Leute, die in Not sind, sind für diese Unterstützung sehr dankbar. Das motiviert uns für unsere weitere Arbeit“, meint die gelernte Krankenschwester Tügen, die seit rund sechs Jahren die Arbeit im Krankenhaus ehrenamtlich unterstützt.