Großer Lidl-Markt an bisherigem Herner Rewe-Standort geplant

Rewe wird seinen Laden an der Holsterhauser Straße (Bild) aufgeben und in einen Neubau auf der Dorstener Straße ziehen. Am jetzigen Rewe-Standort will Lidl neu bauen.
Rewe wird seinen Laden an der Holsterhauser Straße (Bild) aufgeben und in einen Neubau auf der Dorstener Straße ziehen. Am jetzigen Rewe-Standort will Lidl neu bauen.
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Rewe geht, Lidl kommt: Für diesen Wechsel am Standort Holsterhauser Straße hat die Politik die Weichen gestellt. Aus der Politik gibt es auch Kritik.

Herne..  Auch wenn Rewe wie beschlossen seine Filiale an der Holsterhauser Straße aufgeben und in einen noch zu errichteten Neubau an der Dorstener Straße wechseln wird (wir berichteten), so bleibt der Standort für die Nahversorgung doch erhalten: Die Politik hat jetzt die Weichen dafür gestellt, dass sich Lidl mit einem neuen Discounter auf dieser Fläche nahe der Hibernia-Schule ansiedelt. Während Stadtbaurat Friedrichs das zu diesem Zweck eingeleitete Bebauungsverfahren für „charmant“ hält, gibt es aus der Politik auch Kritik an dem Vorhaben.

Und das ist geplant: Der Investor will auf dem Grundstück einen „großflächigen Lidl-Markt errichten“, der deutlich mehr Verkaufsfläche als der aktuelle Rewe-Markt (800 Quadratmeter) haben soll. Die Erschließung soll ausschließlich von der Holsterhauser Straße erfolgen. Anwohner aus Richtung Brennerstraße soll die Zufahrt zum Lidl-Markt ermöglich werden. Eine Schrankenlösung soll in diesem Bereich nächtlichen Lkw- und Anlieferungsverkehr verhindern. Außerdem soll ein neuer Fuß- und Radweg östlich des Plangebiets gebaut werden. Im Gegenzug will Lidl den bisherigen (kleineren) Markt auf der Holsterhauser Straße 91 aufgeben.

„Charmant“ sei dieses Verfahren deshalb, so Dezernent Friedrichs, weil es sich um einen sogenanntem vorhabenbezogenen Bebauungsplan handele. Heißt: Die Stadt kann – anders als in normalen Verfahren – alle Planungskosten komplett auf den Investor abwälzen. Und: Die Stadt schließe mit dem Investor einen verpflichtenden Durchführungsvertrag ab, der diesem keine Spielräume lasse.

An der Ablehnung der Grünen änderte dies jedoch nichts: „Dieser Markt entspricht nicht dem Einzelhandelskonzept. Wir sollten uns an unsere eigenen Beschlüsse halte“, erklärte Grünen-Fraktions-Chefin Dorothea Schulte im Hauptausschuss. Der geplante Markt sei zu groß und schwäche deshalb den Ortskern Eickels. Und nicht zuletzt drohe der Stadt mit der bisherigen Lidl-Filiale ein weiterer Leerstand. „Wir versiegeln immer mehr Flächen und erwärmen dadurch unsere Innenstädte“, sagte Schulte.

Die SPD begrüßte dagegen die Planung für diesem zurzeit „unansehnlichen und ungeordneten“ Bereich, so Fraktions-Chef Frank Dudda. Außerdem werde auch die Situation für Radfahrer und Fußgänger verbessert. Negative Folgen für den Eickeler Ortskern seien nicht zu befürchten, sagte Frank Dudda.

Autohaus-Abriss macht Weg frei

Im Hauptausschuss sowie im Planungsausschuss stimmten nur die Grünen und Piraten-AL gegen das Vorhaben.

Der Rewe-Umzug zur Dorstener Straße wird möglich durch den Abriss des ehemaligen Ford-Autohauses. Den ursprünglichen Zeitplan kann Rewe nicht halten: Eigentlich sollte der Markt bereits in diesem Frühjahr eröffnen.