Großbaustelle in Herne-Horsthausen löst Existenzangst aus

Rückstaus gibt es auf der Horsthauser Straße auch jetzt schon. Ab August könnte eine Großbaustelle hier für eine erhebliche Verschärfung der Situation führen.
Rückstaus gibt es auf der Horsthauser Straße auch jetzt schon. Ab August könnte eine Großbaustelle hier für eine erhebliche Verschärfung der Situation führen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ab August will die Stadt die Horsthauser Straße sanieren lassen. Bauzeit: zwölf Monate. Der Besitzer des Horsthauser Edeka-Marktes fürchtet um seine Existenz.

Herne..  Seit einer Woche steht es im Ratsinformationssystem der Stadt, am Mittwoch stellte die Verwaltung Details in der Bezirksvertretung Sodingen vor: Die Horsthauser Straße wird ab Sommer von der A 42-Ausfahrt bis zur Blücherstraße saniert und dadurch für zwölf Monate zur Großbaustelle. Hans-Jürgen Vogel, Inhaber des im November in diesem Bereich eröffneten Edeka-Marktes, erreichte diese Nachricht am Freitag durch einen Anruf der WAZ. Seine erste Reaktion: „Ich bin geschockt, das ist eine Katastrophe. Die Baustelle bedroht die Existenz des Marktes und meiner 50 Mitarbeiter.“

Vogel versteht nicht, dass die Stadt ihn bisher nicht informiert hat. Die Verwaltung erklärt dazu, dass die Maßnahme erst am 21. Mai im Planungsausschuss formal beschlossen werde. Im Bezirk habe zunächst nur die Vorberatung stattgefunden. „Nach dem Beschluss werden die Anwohner natürlich informiert“, so Stadtsprecher Horst Martens. Baubeginn sei ja auch erst im August.

Die Stadt müsse nun schnell auf Vogel und andere Betroffene zugehen, sagt Mathias Grunert (SPD), Bezirksbürgermeister in Sodingen. Die Horsthauser SPD-Bezirksverordnete Henny Marquardt kann die Sorgen Vogels verstehen: „Der Markt lebt vom Durchgangsverkehr.“ Sie setzt darauf, dass die Stadt Wege findet, die Belastungen für den Edeka-Markt zu senken.

Sechs Monate veranschlagt die Stadt für die Erneuerung der Fahrbahn der Horsthauser Straße, weitere sechs Monate werden die Kanalbauarbeiten in Anspruch nehmen. Umleitungsstrecken stünden nicht zur Verfügung, so die Stadt. Die stark befahrene Straße soll während der Bauphase halbseitig gesperrt und der Verkehr über eine Ampel gesteuert werden.

Weitere Großbaustellen seien für 2015 zurzeit nicht geplant, so die Stadt.