Gratis-Internet ist in Herne auf einem guten Weg

Noch liegt Herne beim Freifunk „Außerhalb des Bereichs“. Das soll sich ändern.
Noch liegt Herne beim Freifunk „Außerhalb des Bereichs“. Das soll sich ändern.
Foto: Bastian Haumann / WAZ FotoPool
Neues vom Freifunk in Herne: Ein breit aufgestellter Arbeitskreis will freies und kostenloses WLAN-Angebot ausweiten.

Herne..  Im September 2014 hat die Fraktion Piraten-AL einen ersten Vorstoß für freies WLAN in Herne gestartet. Die Ratsmehrheit lehnte es damals jedoch ab, einen entsprechenden Prüfauftrag an die Verwaltung zu richten. Ein Jahr später war in dem Ringen um kostenloses und freies Internet ein Tiefpunkt erreicht, als der damalige OB Horst Schiereck ein solches Angebot für Flüchtlingsunterkünfte als „Luxusproblem“ bezeichnete. Mittlerweile sei Herne „auf einem guten Weg“, erklären Andreas Prennig (Piraten) und Alexander Vogt (SPD) auf WAZ-Anfrage.

Sowohl der Fraktionsvorsitzende von Piraten-AL als auch der medienpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion gehören einem Arbeitskreis an, der Gratis-Internet in Herne und Wanne-Eickel fördern und voranbringen will. Wie das konkret geschehen könnte, darüber soll nach der ersten Arbeitskreis-Sitzung des Jahres 2016 informiert werden.

Zurzeit gebe es im Gebiet Freifunk-Emscherland - dazu zählen u.a. auch das Vest, Gelsenkirchen und Bottrop - insgesamt 371 sogenannte Knotenpunkte, über die man sich einwählen könne, so Prennig. „Andere Städte sind bei diesem Thema sehr viel weiter als Herne“, räumt er ein. Die Zusammensetzung des Arbeitskreises lässt jedoch auf einen Schub in Sachen freies WLAN hoffen: Dem Gremium gehörten neben Politikern aller Ratsfraktionen und -gruppen (mit Ausnahme der AfD) unter anderem Vertreter der Verwaltung, der Stadtwerke, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, der Stadtmarketing Herne und der Interessengemeinschaft Herne-City an, berichtet der SPD-Politiker Vogt.

Ein wesentliches Ziel sei es, die Freifunk-Idee bekannter zu machen, sagt Andreas Prennig. Schließlich sei Freifunk „ein Geben und Nehmen“. Hintergrund: Am Auf- und Ausbau dieses Bürgernetzes kann sich praktisch jeder beteiligen, indem er eine gewisse Bandbreite des eigenen Internetanschlusses zur Verfügung stellt.

Malteser baten um Hilfe

Jenseits seiner Tätigkeit im Rat und im Arbeitskreis ist Prennig bereits seit Monaten als Aktivist der Initiative Freifunk-Ruhrgebiet (wir berichteten) unterwegs. So ist der Chemietechniker zurzeit beispielsweise auf Bitte des Malteser Hilfsdienstes in der Großunterkunft an der Dorstener Straße am Ball: Mit anderen Mitgliedern der Freifunk-Initiative richtet er dort – auf ehrenamtlicher Basis – Gratis-Internet für die Flüchtlingsunterkunft Dorstener Straße ein. „Das ist nicht ganz so einfach“, sagt Prennig. Schließlich müsse man davon ausgehen, dass bei einer vollen Belegung der 1000er-Unterkunft bis zu 600 Flüchtlinge gleichzeitig online gehen wollen. Auch in der Flüchtlingsunterkunft des DRK in der Görresschule bemüht sich Prennig zurzeit um freies WLAN.