Gospelprojekt Ruhr unterliegt im WDR-Chorwettbewerb

Die Mitglieder des Gospelprojekts gaben bei ihrem Flottmann-Auftritt alles. Doch die Zuschauer hörten am liebsten einen Chor aus dem Sauerland.
Die Mitglieder des Gospelprojekts gaben bei ihrem Flottmann-Auftritt alles. Doch die Zuschauer hörten am liebsten einen Chor aus dem Sauerland.
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Aus der Traum: Das Gospelprojekt Ruhr hat den Sieg im WDR-Chorwettbewerb „Singen macht glücklich“ verpasst. Die Verantwortlichen sind enttäuscht.

Nach dem verpassten Sieg am Freitag beim Chorwettbewerb des Westdeutschen Rundfunks (wir berichteten) herrscht beim Herner Gospelprojekt Ruhr Ernüchterung. „Wir sind ein bisschen enttäuscht“, gibt Chorleiterin Christa Merle zu, allzu gerne hätte sie ihre Solisten auf dem ersten Platz gesehen. Das Gospelprojekt konnte sich im Finale nicht gegen die Konkurrenten aus Olpe und Detmold durchsetzen (die WAZ berichtete Samstag). Merle zollt den sauerländischen Kollegen Respekt: „Letztendlich ging es darum, wie viele Zuschauer für die Chöre gevotet haben. Und da hatte der ,Kemper Werkchor’ eindeutig die Nase vorn.“

Das Gospelprojekt hatte auch deshalb hohe Erwartungen an den Wettbewerb, weil die Ausscheidung am Freitag in den Flottmann-Hallen ein Heimspiel war. Die 17 Herner Solisten machten den Anfang und gaben den Erfolgsgaranten „He Will Supply“ zum Besten. Die Gospelballade sei das „Herzstück“ der Sänger und habe schon mehrfach auch bei Nicht-Gospelfans für Begeisterung gesorgt, so Carmen Syllwasschy. Die Solistin erwartet auch ohne Siegertrophäe einen bleibenden Nutzen durch die Teilnahme am Chorwettbewerb. Allein die Nominierung habe dem Gospelprojekt vorab viel Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken verschafft.

Auch Carola Anhalt, die Managerin des WDR-Rundfunkchors, freut sich über die große Resonanz auf Facebook. 20 000mal seien die Wettbewerbsvideos der Chöre angeklickt worden und manche, so sagt sie, hätten sogar in Brasilien für Aufmerksamkeit gesorgt. „Chöre und Mitsingkonzerte erleben derzeit einen starken Zulauf“, daraus sei die Idee des Chorwettbewerbs und des Titels „Singen macht glücklich“ entstanden.

In den Flottmann-Hallen war die Aufregung beim Finale deutlich zu spüren. Die drei Chöre aus Herne, Detmold und Olpe hatten sich in ganz NRW gegen 300 andere durchgesetzt. Während der WDR-Livesendung in Radio und Fernsehen stimmten dann Tausende für ihren Lieblingschor ab. Die Olper Männergruppe studierte den südafrikanischen Millionenhit „The Lions Sleep Tonight“ ein und ahmte dabei täuschend echt die Geräusche der Tiere aus der Wildnis nach. Das brachte dem „Kemper Werkschor“ mit 60 Prozent der Stimmen den ersten Platz. Der Preis: eine professionelle Studioaufnahme und ein Flash-Mob mit dem WDR-Rundfunkchor. Für das Gospelprojekt riefen bis 17.42 Uhr 15 Prozent der Zuschauer/Hörer an.

Viele Schaulustige in der Halle zeigten sich mit der Entscheidung einverstanden. „Die Männer haben das ganz toll gemacht“, sagte etwa Ursula Nolte. „Die imitierten Tierstimmen waren für mich das i-Tüpfelchen.“