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Gospelprojekt Ruhr begeistert im Kuz

25.04.2011 | 18:01 Uhr
Gospelprojekt Ruhr  begeistert im Kuz
Das Gospelprojekt Ruhr gastierte im Kulturzentrum Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool

Herne. „Wenn man Probleme hat, kann man die einfach raussingen“, sagt Kim, auf die Frage, was ihr am Singen denn am besten gefiele, „beim Singen fühlt man sich einfach frei“.

Der neunjährige Lockenkopf singt schon, seit er ganz klein war. „Hier beim Gospelprojekt bin ich seit 2008 oder 2009.“ Und? War sie aufgeregt vor dem Auftritt? Kim zuckt lässig mit den Schultern und schüttelt den Kopf, „Nö, das bin ich schon gewohnt.“

Es ist Ostersonntag. Im Kulturzentrum findet das Osterkonzert des Gospelprojekt-Ruhr statt. Alle drei Gruppen der Formation zeigen in der Show ihr Können. Gospel XL, die Erwachsenen, tragen einen goldenen Schal über ihrer schwarzen Kleidung. Gospel XM, die Jugendlichen, haben sich mit einem grünen Seidenschal geschmückt. Gospel XS, die Kleinsten im Alter von sechs bis 13 Jahren, tragen orange Schals um den Hals. Unter ihnen sind auch einige Kinder aus Herne. Sie haben in den Osterferien an drei Tagen in der Dannekampschule in Crange geprobt, um heute mit der Formation auf der Bühne zu stehen. „Die Kinder haben erstaunlich schnell gelernt“, sagt Tiffy Emschermann. Die 22-Jährige macht eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau beim Gospelprojekt. Emschermann war bei jeder Probe dabei.

Der Vorhang schließt sich vor den leeren Podesten auf der Bühne, das Licht im Veranstaltungssaal wird gedämmt. Blaue und rote Scheinwerfer leuchten in der Dunkelheit auf und der Vorhang öffnet sich wieder. Der größte Teil der Chorformation hat sich auf den Podesten eingefunden und die ersten Stimmen erklingen. Im Takt des ersten Gospel-Stücks marschiert die XL-Solistenformation des Chors ein. Als alle auf der Bühne stehen, ergeben sich die ersten Harmonien, man hört sofort, dass Profis am Werk sind.

Nach einem weiteren Song schreitet Christa Merle – im weißen Anzug und in einem weißen Scheinwerferkegel – auf die sonst dunkle Bühne, um das Publikum zu begrüßen. Sie lädt den Saal bei sanfter Piano-Begleitung dazu ein , Gott zu feiern und zu ihm zu beten. Heute ist aber nicht nur die Gesangsformation rund um die Chorleiterin vertreten. Nach Gospelgesang zu Inselrhythmen, bei denen das Publikum schon in begeistert schunkelt und klatscht, wird es wieder etwas ruhiger. Eine Solistin mit butterweicher, dunkler Stimme stimmt das nächste Lied an. Ein Tänzer mit nacktem Oberkörper betritt unter begeisterten „Ohh“-Seufzern von einigen weiblichen Zuschauern das Blickfeld. Zum Gesang der Solistinnen und der Begleitung des Chores wirbelt er in Salti und Sprüngen über die Bühne. Später treffen sich wieder Gospel und Tanz, als die Gruppe Gui-Dance , die Ballettformation unter der Leitung von Tatjana Merle, Christa Merles Tochter, ihre Choreographie zum Song „Er lebt in dir“, darbietet.Unter ihnen ist auch der 14-jährige Raffael Groß, seit acht Jahren mit in der Gesangsformation und seit neuestem Tänzer. Er hat es beim KiKa-Format „Dein Song“ mit einem selbst geschriebenen Stück bis ins Finale geschafft. „Mit Musik kann man sich noch besser ausdrücken als mit Worten“, erklärt Raphael. Neben klassischen Gospel-Stücken wie „Oh Happy Day“, verarbeitet man heute auch aktuelle Lieder wie „Upside Down“ von Jack Johnson. Nach rund eineinhalb Stunden verlässt der Chor unter tosendem Applaus, Fußgetrampel und Pfiffen den jubelnden Saal.

Henrike Pinkal

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