Gospel im Bayernzelt
08.08.2010 | 16:07 Uhr 2010-08-08T16:07:00+0200
Herne.. Herne ist Local Hero: Seit gestern stehen die Stadt und ihre Kirmes für eine Woche im Zentrum der Kulturhauptstadtereignisse. Zum Auftakt sang das Gospelprojekt Ruhr im Bayernzelt.
Normalerweise heißen die Veranstaltungen im Bayern-Festzelt auf dem Cranger Kirmesplatz „Frontal – Partypur“, „Festzelthammer“ oder „Stimmungsabend – Guat drauf“. Schlagerstars wie DJ Ötzi, Jürgen Drews oder Michael Wendler sorgen bei einer Maß Bier und Schweinshaxn für Partystimmung.
Seit gestern aber ist Herne eine Woche lang der Local Hero – der lokale Held – der Ruhr 2010 und damit der Mittelpunkt der Kulturhauptstadt Europas. Zur Auftaktveranstaltung der Local Heroes-Woche in Herne gab es am Sonntag im Bayern Festzelt deshalb Kaffee und Cola statt der üblichen Maß Bier, rhythmisches Klatschen statt Schunkeln im beschwipsten Zustand, stimmstarken Gospel statt Partyschlager und Gegröle: Das Gospelprojekt Ruhr, das Herner christliche Chorprojekt für das ganze Ruhrgebiet, begeisterte mit 200 Beteiligten die Besucher im Bayernzelt.
1500 Gäste schauten sich das Konzert an. Gospelprojekt-Leiterin Christa Merle lud sie alle dazu ein, mitzusingen. „Alle Local Heroes, ein ganzes großes Zelt, sollen heute zum Gospelchor werden“, stimmt sie ein auf das Gospelmedley aus bekannten Gospel-Hits wie „Amen“, „Down By The Riverside“ oder „Nobody Knows The Trouble I’ve Seen“. Typische stimmungsvolle Gospelsongs wechseln sich im Programm mit launigen Hits wie „Everybody Needs Somebody“ ab, bekannt aus dem Film „Blues Brothers“. Für Gänsehaut sorgen die Sänger der Gospel Combo mit „Amazing Grace“.
Noch mehr Applaus als die erwachsenen Chormitglieder ernten die kleinen Sänger aus der Gospel-XS-Ferienabteilung spätestens mit dem Mary- Poppins-Hit „Supercalifragilisticexpialigetisch“ und ihrer Version des Steigerlieds.
Der gelungene Auftakt der Local Heroes-Woche endet mit einem Lied, das bei einer Veranstaltung in Wanne-Eickel nicht fehlen darf: Drei Tänzerinnen der neuen Ballettabteilung des Gospelprojekts tanzen zu „Mond von Wanne-Eickel“ und lassen dabei Elemente des orientalischen Bauchtanzes, des spanischen Flamencos, des russischen Kasatschoks sowie des amerikanischen Cheerleadings einfließen.
08:19
Von mir aus kann es so viele Gospelkonzerte u. ä. geben, wie man es haben will...
Der Skandal ist jedoch, dass derartige Kulturprodukte mit den Geldern ehrlicher Steuerzahler subventioniert werden.
Wer die (Gospel-) Musik bestellt, der soll sie auch bezahlen!
23:30
Also mal ganz im Ernst......
Der Verteidigung der GPR-Anhänger und Mitglieder hier in allen Ehren. Meine Kritik wird sehr wohl angebracht und intersubjektiv sein. Ich war auf dieser und auf einer früheren Veranstaltung dieses Projekts. Zu beiden Ereignissen nicht freiwillig. Zu Weihnachten habe ich einer Verwandten einen Gefallen getan und es mir zum ersten mal angeschaut, beim zweiten Mal war es ähnlich.
Ich bin sehr wohl christlich und habe mich stark mit meinem Glauben auseinandergesetzt. Doch diese Organisation ist ein Hohn für viele gläubige Christen, da auch vor allem diese Frau Merle ein undifferenziertes Bild eines ewig Guten aufzeigt und mit bald politisch systemgefährdender Art und Weise mit Emotionen der Alten, Kranken und Bedürftigen spielt. Eine ständige Personifizierung von Gott und diese übertriebene Darstellung einer Ohnmacht des einzelnen gegenüber seines eigenen Lebens sind gefährlich! Auch über den Weg der Musik eine moderne Missionarisierung nach US-Vorbild zu bewerkstelligen scheint leider noch nicht vielen genug aufgefallen zu sein. Schon kleinen Kindern wird hier die Möglichkeit einer neutralen Auseinandersetzung mit anderen religös-philosophischem Ansichten genommen, indem ja doch so nette junge Damen ihnen Ballett beibringen und keine christlichen Botschaften überbringen, wie in der Kirche, sondern sektenähnliche und verwirrte Weltanschauungen. Die Kirche hat in der Vergangenheit einen wichtigen Schritt in die Moderne gemacht und kein normaler Gottesdienst (zumindest bei den Protestanten) ist noch annähernd so auf Gott als Person und Jesus als Retter ausgerichtet. Die Vorträge von Frau Merle zu Weihnachten waren einfach nur grauenvoll und die Geschichten die sie erzählte waren einfach nur platt und unglaubwürdig. Hier wird mit den Ängsten gespielt und den Menschen vorgegaukelt, viele Menschen da draußen wären schlecht und böse.
Sie sprach davon, wir alle würden ja öfter das Gefühl haben , Verstoßen zu sein und gehören nicht mehr dazu......Ich glaube diese Person hat einfach ein enormes Geltungsbedürfnis und ist einfach nicht kompetent genug für die Politik oder Wirtschaft, sodass sie sich als Heilsbringerin einer neuen Gemeinschaft der Ausgestoßenen betrachtet und sich herrlich selbstinszeniert....
Und zu #15:
Sehr recht ;) Ich wäre allerdings dann für eine stärkere Gleichberechtigung der Religionen und demzufolge für einen öffentlichen Auftritt der örtlichen Ditib Moschee Gemeinde.....
18:40
#14
Du möchtest eine Übermittlung christlicher Botschaften.
Ich freue mich schon, wenn im nächsten Jahr im Bayernzelt eine hübsche Kreuzigung stattfindet.
16:57
Ich würde gern all diejenigen, die Probleme mit einzelnen dem Projekt verbundenen Personen haben, bitten, diese auch mit betreffenden zu klären. Deshalb allerdings den gesamten gestrigen Auftritt madig zu machen, wird all denjenigen, die dort gestern auf der Bühne standen, nicht gerecht.
Ob Frau Merle nun singen können muss, sei mal dahingestellt. Sie hat zu Beginn versucht, die Zuschauer zum mitmachen zu animieren und das ist bei Gospelmusik meines Wissens nach etwas durchaus Übliches. Da sie nicht als Sängerin auf der Bühne stand, erwarte ich von ihr gar nicht, dass sie dabei alle Töne trifft.
Auch zum christlichen Hintergrund wurde schon viel gesagt. So wie ich es verstanden habe, war an der Stelle sonst ein Gottesdienst. Von daher kann ich Kommentar #13 nicht nachvollziehen. Statt zu schimpfen wäre wohl konstruktive Kritik angebracht und die könnte hier lauten, dass das Projekt zum Zwecke der Übermittlung christlicher Botschaften vielleicht in Zukunft mit geistlichen zusammenarbeiten könnte.
Von all dem allerdings mal abgesehen, sind wir gestern musikalisch gut unterhalten worden. Soweit bekannt, gibt es in diesem Chor nur wenige Profimusiker. Die meisten sind Menschen mit Freude und Spaß an der Musik. Und die haben gestern eine gute Leistung gezeigt, was durch das Publikum mit gebührendem Applaus gewürdigt wurde.
Zusätzlich dazu haben wir solisten gehört, die es geschafft haben, die Menschen zum Mitmachen zu animieren oder das ein oder andere Tränchen der Rührung hervorzurufen. Wer diesen Menschen ihr Talent oder Können abspricht, nur weil eine Stimme eventuell nicht den persönlichen Geschmack getroffen hat, tut hier unrecht. Die Wirkung der Stimmen und Menschen war im Publikum zu sehen und im anschließenden Applaus sehr deutlich zu hören.
13:09
Christliches Gedankengut ist überhaupt kein Problem; aber die Art und Weise, wie Christa Merle dieses Gut offenbart und Leute zum Mitmachen animiert ist nicht mehr unproblematisch. Kirche und Kirmes; warum nicht? - aber in Maßen!!! Und so neutral wie möglich!!! Es gehen ja nicht nur Jesus-liebt-dich-Fans dahin... Das, was dieses Gospelprojektruhr da veranstaltet ist schon bedenklich... da Christa Merle den Eindruck erweckt, sie schwebe über allen... zudem ist ihr Gerede sehr aufdringlich und unverschämt. Glaube ist etwas Persönliches, etwas, was jeder für sich entfalten kann - aber ebenso wie mit allem anderen auch - so weit, wie es andere nicht in ihrer Freiheit oder Persönlichkeit tangiert - und ganz im Ernst: Gospelprojekruhr macht das! Richtig, man muss nicht hingehen - genauso wenig wie zu DJ Ötzi oder sonst was... aber auf einer Kirmes, zudem einer wie Crange, hat so etwas Fundamentales nichts zu suchen... da wird auch kein Wahlkampf (auch wenn pol. Prominenz da war; darüber bin ich mir schon im Klaren) gemacht, keine Mitgliederwerbung für den ADAC - Unterhaltung und Freude, Beisammensein und Spaß haben stehen im Vordergrund - und nicht irgendwelche Zwangsberiselung ála Jesus liebt dich - auch wenn du schwach, doof, traurig, dick, dünn, stark, mutig, ängstlich, blau, grün, kariert, faul, rosa, matschig oder sonst was wird...
Gospelprojektruhr soll einfach weg von irgendwelchen öffentlich/städtischen Veranstaltungen. Die Stadt Herne muss hier nicht missionieren. Statt diesem Gospelprojekt hätte ich lieber Roland Kaiser, Jürgen Drews oder Benjamin Blümchen da gehabt - und ich bin in der Tat kein Freund von Schlager- und Quatschmusik; aber immerhin wollen die einen nicht bekehren.
Ihre Verteidigungswut in aller Ehre - und wenn Sie sich da wohlfühlen; alles kein Problem. Es reicht, wenn man OBJEKTIV über das GPR berichtet, dass die Leute wissen, dass es so etwas gibt ABER mehr muss echt nicht sein. Weder die Bundeswehr, noch Scientology oder die Zeugen Jehovas haben ihren Chor vorbeigeschickt...
11:09
Also, ich finde es völlig ok, wenn jedermann hier zu einer Veranstaltung seine Meinung abgiebt, wenn er/sie
a) da gewesen ist
b) die Veranstaltung kommentiert.
Ich persönlich würde z.B. nie zu einem DJ Özi - Konzert gehen - im Gegenzug dazu mir aber auch nachher nicht anmaßen, über das Konzert zu urteilen.
#Elpha Sie waren auf einem Konzert vor vielen, vielen Jahren, und es hat ihnen nicht gefallen - ist ok, jeder hat einen anderen Geschmack. Gospel, und besonders das Projekt ist nicht Mainstream-Musik und hat auch nicht den Anspruch ein breites Publikum anzusprechen. Das Projekt ist wohl mehr als Amazing Grace und Oh happy day, auch wenn das das Publikum bei solchen Veranstaltungen immer hören will. Wenn man mit den falschen Vorstellungen dort hingeht, kann ich sehr gut verstehen, dass man enttäuscht ist.
Ist ein bisschen wie Oper - entweder, man ist beim ersten Mal angesteckt und liebt diese Musikmischung - oder halt nicht.
# SimonMünster: Wenn Ihnen das Projekt nicht gefällt, warum gehen Sie dann hin?! Oder wollten Sie einfach mal der Welt sagen, was Sie grundsätzlich von dem Projekt halten - dürfen Sie! Dann machen Sie aber auch bitte deutlich, dass es sich nicht um diese Veranstaltung gehandelt hat, oder suchen Sie das Gespräch mit den Verantwortlichen, wenn Sie etwas geärgert hat.
Wie ein/e Vorredner/in schon gesagt hat: Wo wurden „Aufnahmeanträge verteilt? Beiträge einkassiert?“
#Nochmal Elpha: Wenn ich mich recht erinnere, dann ist in den letzten Jahren an diesem Ort und zu dieser Zeit immer eine Messe gefeiert worden. Haben Sie das dann auch fehl am Platz gefunden - Glaube und christliches Gedankengut auf einer Kirmes?!
Ich glaube, dass die Veranstaltung am Sonntag die richtige Mischung für die Zeit und den Ort war. Wenn es jemandem nicht gefallen hat - ok, müssen diese Personen dann ja nicht wiederholen. Aber bitte keinen Generalabklatsch an dieser Stelle.
09:47
Sekte bezieht sich vor allem auf das Gerede von CHRISTA MERLE. Da ich auch die Weihnachtsveranstaltung gesehen, bzw. gehört habe, hat sich mein Eindruck nur bestätigt. Warum ist C.M. denn in ihrer alten normalen Gemeinde nicht mehr aktiv? Hmh????
Gegen die Musik habe ich im Übrigen nichts. Ganz im Gegenteil - ist wirklich nett und schön anzuhören, aber wenn es als Mittel zur Hirnwäsche und Manipulation genutzt wird, hört das Nette und Schöne auf.
Wieso fühlen Sie sich eigentlich so angegriffen??? Ist doch nur meine Meinung. Wenn CHRISTA MERLE sie bekehrt und aufgenommen hat - durch Jesus Christus, der uns alle gaaaaanz doll lieb hat - dann müssten Sie da doch drüberstehen, oder???
Cool down. Jesus liebt dich! ;-)
07:03
Jesus-Halleluja-Veranstaltung?! Ein wenig mehr Respekt vor christlichem Liedgut, Sie *************!
Auch ich hätte der Veranstaltung gerne beigewohnt, aber mit meinen 87 Jahren und dem Rollator war es mir nicht vergönnt ins Bayernzelt zu gelangen.
War denn auch der Herr Superintendent Rimkus zugegen und hat die theologische Richtigkeit der Liedchen überwacht? Oder sein potentieller Nachfolger, Herr Herbers?
Sicherlich hätte mich der Gospelgesang mitgerissen und ich hätte mit meinem Rollator mitgewippt. Wobei ich eine kleine Warnung aus den Matthäus-Briefen nicht verschweigen möchte:
Das Bein, das sich zum Tanze hebt, wird im Himmel abgesägt.
06:41
schon nett, dass hier jeder Kritiker von -offensichtlich Teilnehmern des Projektes- beleidigt wird. Allein gibt gibt jedem Kritiker -und mehr war es ja nicht als Kritik- Recht.
Und dann ist es tatsächlich umso peinlicher und auch ärgerlicher, wenn eine rein Jesus-Halleluja-Veranstaltung eine Kick-Off- Veranstaltung als Local-Hero eines Kultur-Projektes ist.
04:53
@SimonMünster: Für welche Sekte genau wurde denn Werbung gemacht? Aufnahmeanträge verteilt? Beiträge einkassiert? Schade, dass Du nie kapieren wirst, worum es in den Gospel-Liedern geht, aber mein herzliche Tipp: Einfach Englisch-Kurse bietet jede VHS an. Damit auch Unterbelichtete wie Du irgendwann mal zumindest hell schimmern können und Du in einem Zelt voller Hellleuchtenden nicht mehr allzu auffällst.