Goldfasan im Luftschutzbunker
30.07.2010 | 14:26 Uhr 2010-07-30T14:26:00+0200
Herne.Krimilesung in industrieller Umgebung: Der Herner Autor Jan Zweyer las Donnerstagabend in der Zeche Hannover aus seinem Kriminalroman „Goldfasan“.
60 Zuschauer bekamen einen „Ohrenschmaus mit Gruselfaktor“ serviert. So heißt die Lesereihe in der Bochumer Zeche auf der Grenze zu Eickel.
Tisch, Stuhl, Leselampe und ein Mikrofon, mehr braucht Zweyer nicht, um seine Lesung zu starten. Und natürlich seinen neuesten Roman. „Goldfasan“ ist Teil 2 einer Trilogie über drei Kommissare, die in drei verschiedenen politischen Systemen dem Gesetz dienen. Jan Zweyer nennt sein Buch einen „Regionalkrimi“.
Geschichte spielt 1943
Die Geschichte spielt 1943 in Herne. Zweyer startet seine Lesung mit der detailgetreuen Beschreibung eines Arbeitslagers. Um dann in die Wohnung des Herner NSDAP-Chefs zu wechslen; der Nazi hat Ärger mit seiner Frau. Zweyer stellt den Mann mit bedrohlich dunkler Stimme dar. Wenn die Frau spricht, geht die Stimme des Autors nach oben.
Die Detailtreue ist die Stärke Zweyers. Wenn er vorliest, welche üblen Gerüche in einem Luftschutzbunker in der Luft liegen, dann ist die Atmosphäre fast greifbar. Den Hauptdarsteller seines Romans, ein Kommissar im Nazi-Regime, beschreibt er als einen Mann, der von sich glaubt, den Nazis nicht zu dienen, weil er nur „den Gesetzen“ diene. „Dabei vergisst er, dass die Gesetze damals ebenfalls Unrecht waren“, erklärt der Autor.
Im Anschluss an seine Lesung gab Zweyer dem Publikum noch Gelegenheit, Fragen zu stellen. Wie lange er denn gebraucht habe, das Buch zu schreiben, wollte ein Zuschauer wissen. Das Schreiben allein habe nur ein halbes Jahr gedauert, meinte Zweyer. Für die Recherche in Bibliotheken und im Internet sei die meiste Zeit drauf gegangen. Insgesamt, gibt er Auskunft, habe er zwei Jahre an dem Buch gearbeitet.
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