Gewerkschaften rüsten sich für den 1. Mai

Hat der Tag der Arbeit im 21. Jahrhundert noch seine Berechtigung? Ja, meint Eric Lobach, Chef des DGB in Herne. Es reiche nicht aus, wenn sich die Gewerkschaft heutzutage auf Facebook präsentiere, sich dort für Arbeitnehmerrechte stark mache und dafür geliked werde. Er stellt klar: „Wir stehen zur 1. Mai-Kundgebung.“ Morgen in einer Woche findet sie in Herne zum 125. Mal statt. Das Motto diesmal: „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir!“

Die Gewerkschaften haben vor dem Tag der Arbeit noch so manche Baustelle: Beim Mindestlohn läuft es für den DGB noch nicht rund, die Rente mit 67 liegt ihm schwer im Magen, ebenso die Energiepolitik der Bundesregierung. Auch vor Ort gelte es, wachsam zu sein. Jüngstes Beispiel: die Pläne von Entsorgung Herne, wieder in die Sammlung der Gelben Säcke einzusteigen. Wie die WAZ berichtete, will die städtische Tochter, um im Ausschreibungsverfahren wettbewerbsfähig zu sein, die Mitarbeiter in einer neuen Gesellschaft beschäftigen; sie würden nicht nach dem Tariflohn des öffentlichen Dienstes bezahlt, sondern würden 30 Prozent weniger verdienen, sagt Lobach. und stellt klar: „Dem stehen wir sehr kritisch gegenüber.“ Er fragt: „Wo fängt der Wettbewerb an, und wo hört er auf?“

Start der 1.-Mai-Kundgebung ist in diesem Jahr um 10 Uhr am Mahnmal für die Opfer des Faschismus an der Bebel­straße in Herne-Mitte. Dort spielt das Musikkorps Herne auf. Gegen 10.30 Uhr setzt sich von dort der Demonstrationszug in Bewegung. Er führt über die Neustraße, den Westring, Holsterhauser Straße und Berliner Platz.

Gegen 11 Uhr erreicht der Demonstrationszug den Friedrich-Ebert-Platz vor dem Rathaus Herne. Grußworte steuern dort OB Horst Schiereck und DGB-Chef Eric Lobach bei, Hauptredner ist Bodo Matthey, Regionalleiter der IG Bau Westfalen.

Zwischen 12 und 14 Uhr gibt’s dann ein Programm vor dem Rathaus: Parteien, Gewerkschaften und Verbände präsentieren sich an Ständen, für Kinder gibt es Hüpfburg, Glücksrad und Nagelbalken, und es wird auch aufgetischt, nicht weniger als Kuchen, Eis, Erbensuppe, Würstchen und natürlich Bier kündigen die Gewerkschaften an. Nicht zuletzt legt ein DJ auf.