Gewerkschaft kritisiert Extra-Arbeit zum Null-Tarif

Die NGG kritisiert, dass Nacharbeiten nicht bezahlt werden.
Die NGG kritisiert, dass Nacharbeiten nicht bezahlt werden.
Foto: NGG
Was wir bereits wissen
Immer öfter arbeiten Beschäftigte länger, ohne dafür einen Cent Extra-Lohn zu bekommen. Das kritisiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Herne..  Extra-Arbeit zum Null-Tarif: Immer öfter arbeiten Beschäftigte länger, ohne dafür einen Cent Extra-Lohn zu bekommen. Das kritisiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Gerade in Back-Filialen und in Fast-Food-Restaurants sei unbezahlte Mehrarbeit mittlerweile gang und gäbe. Die Zeit der Vorbereitungen und Nacharbeiten werden einfach nicht bezahlt, so die NGG Ruhrgebiet.

„Es geht um die vielen Handgriffe, die nötig sind, bevor ein Backshop oder ein Fastfood-Restaurant aufgeschlossen und der erste Kunde bedient wird“, sagt Yvonne Sachtje, Geschäftsführerin der NGG Ruhrgebiet. Oft gehe eine Stunde dabei drauf. Immerhin müssten die Fachverkäuferinnen und Aushilfen in Backshops den Ofen anheizen und die Rohlinge aufbacken. Sie räumten Brote in die Regale und Kuchen in die Theke. Brötchen müssten geschmiert werden. Der Start in den Backfilialen-Tag sei ein „Stress-Programm“.

„Dass die Beschäftigten hierfür keinen einzigen Euro bekommen, ist ebenso unverfroren wie unverschämt. Aber immer mehr Arbeitgeber, auch in Herne fordern die Extra-Arbeiten ein. Zum Null-Tarif“, sagt Yvonne Sachtje. Unterm Strich würden Beschäftigte in Backshops und Fast-Food-Restaurants so dazu gezwungen, auf mehr als 200 Euro Lohn pro Monat zu verzichten.

Für Betroffene mit Lohn-Problemen hat die NGG eine Telefonberatung eingerichtet: 040/3 80 13 – 255 (Gastro-Hotline) und 040/380 13 – 265 (Bäcker-Hotline).