Gespräch über Kunst, Raum und Zeit in der Künstlerzeche

Die Künstlerin Danuta Karsten vor dem Wanne-Eickeler Hauptbahnhof mit „Raumquerung“.
Die Künstlerin Danuta Karsten vor dem Wanne-Eickeler Hauptbahnhof mit „Raumquerung“.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Symposium im Rahmen des Projektes „Kunstpassage Emschertalbahn“ sprach nur wenige Interessierte an und zog sich in die Länge

Herne..  Im Rahmen der „Kunstpassage Emschertalbahn“ fand in der Künstlerzeche jetzt das Symposium „Kunst.Bewegt.Zeit“ statt. Thema: das Zusammenspiel von Kunst, Raum und Zeit in Verbindung mit der Geschichte der Eisenbahn und der Industrialisierung .

Den Anfang machte Rolf Swoboda mit einer Geschichte der Eisenbahn von Gelsenkirchen nach Winterswijk. Sie wurde von niederländischen Kaufleuten gebaut, um die heimische Textilindustrie mit Kohle zu versorgen. Swoboda erläutert zunächst geschickt, wie sich durch die technische Entwicklung die Fahrtzeiten immer mehr verkürzten. Leider verliert er sich dann aber in einer langwierigen Präsentation von Bildern von Bahnhöfen entlang der Eisenbahntrasse. Als Antwort auf die Beschleunigung folgte der Publizist Ulrich Grober mit einem romantischen Plädoyer für eine neue Langsamkeit, die sich über das Wandern den Raum ganz anders zu erschließen sucht. Er schafft es aber kaum, seine Thesen schlüssig zu belegen.

Hans Rommerswinkel vom Planungsamt der Stadt Dorsten, möchte als Stadtplaner über den Zusammenhang von Kunst im öffentlichen Raum, Natur und Planung sprechen. Es bleibt aber bei einer zusammenhanglosen Präsentation von Kunstwerken, ohne sie als konkrete Beispiele für Planungsschritte zu beschreiben.

Die Künstlerinnen Brigitte Strüwe und Danuta Karsten stellen ihre im Rahmen des Projektes entstandenen Werke „schnelleantwort“ und „raumquerung“ vor. Beide nutzen sogenannte „QR-Codes“ um ihre virtuelle Kunstwelt zu präsentieren.

Zum Abschluss präsentiert Peter Rose, ehemaliger Kulturdezernent der Stadt Gelsenkirchen, Beispiele aus der Literatur, in denen die Veränderung der Wahrnehmung von Raum und Zeit durch die Erfindung der Eisenbahn im 19. Jahrhundert thematisiert wird.

Wie so oft hielt sich kaum ein Referent an die vorgegebene Zeit, was die Veranstaltung unter erheblichen Zeitdruck brachte. Viele der 15 Besucher und Referenten gingen vorzeitig. Nachfragen und kritische Diskussionen blieben leider auf der Stecke. Die Organisatoren waren zum Schluss fast unter sich. Man kennt sich, kann sich Stichworte und Anekdoten zuwerfen und gemeinsam Kaffee trinken. Die Idee des „Symposiums“ bezeichnet übrigens bei den alten Griechen ein gemeinsames Trinkgelage. Viel mehr hat die Veranstaltung auch nicht geleistet.