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Regionalgeschichte

Geschichten aus dem Leben

05.12.2012 | 08:00 Uhr
Geschichten aus dem Leben
Buchpräsentation in der Alten Druckerei: Till Beckmann liest aus „Das kann sich heute keiner mehr vorstellen“ von Ulrike Wahl und Brigitte Kaemer, verlegt vom ASB.Foto: Ute Gabriel

Herne.   „Das kann sich heute keiner mehr vorstellen“ heißt der Text-Bild-Band: Die Journalistin Ulrike Wahl hat alte Menschen von früher erzählen lassen, Brigitte Kraemer hat sie fotografiert.

Wann immer die Herner Journalistin Ulrike Wahl in der Vergangenheit auf ältere Gesprächspartner traf, hatte sie das Gefühl: „Die haben tolle, lebendige Geschichten zu erzählen.“ Und so wuchs der Wunsch, diesen Lebensgeschichten nachzugehen - auch aus ganz persönlichen Motiven einer Frau über 50, die sich „den Generationen vor mir verbunden fühlt“. Der Arbeiter-Samariter-Bund Herne-Gelsenkirchen (ASB) zeigte sich interessiert an dem Projekt und band die Wanne-Eickeler Fotografin Brigitte Kraemer mit ein. Entstanden ist ein ansprechendes Lesebuch mit dem Titel „Das kann sich heute keiner mehr vorstellen“.

Erinnerungen sind oft schmerzlich

In der Alten Druckerei wurde der vom ASB verlegte Text- und Bild-Band gestern Nachmittag mit einer Lesung präsentiert, in Anwesenheit der meisten Porträtierten, mit denen Ulrike Wahl in den Begegnungs- und Pflegezentren des ASB gesprochen hatte. Der Schauspieler Till Beckmann las ihre Geschichten in leicht gekürzter Form.

Die der 96-jährigen Elfriede Herzberg, die heute noch den kleinen Ort Lilienthal in Schleswig Holstein besucht, in den sie 1923 geschickt wurde, als die Franzosen das Ruhrgebiet besetzten. Oder Anna Maria Hülshoffs Erinnerungen: Sie beschreibt unter anderem ihre Hochzeit in schweren Zeiten: Der Fotograf bekam Brotmarken, aber eine weiße Kutsche musste her, mit Schimmeln, die man bei Hippe an der Wiescherstraße organisierte. Auch Ehepaare kommen zu Wort wie Maria und Walter Kilimann und die inzwischen verstorbene Großmutter des Fifa-Schiedsrichters Thorsten Kinhöfer, Gertrud Kinhöfer.

Zwölf Geschichten sind entstanden, aus dem Gesprächsstoff vieler Stunden, die Ulrike Wahl in den Pflegeeinrichtungen verbracht hat. „Wenn Sie auf ihr Leben zurückblicken, was war da besonders wichtig?“, war ihre Leitfrage. „In fast allen Fällen war das die Kindheit oder Jugend, die geprägt war durch Krieg, Hunger und Not.“ Sich an diese Zeit zu erinnern, sei nicht immer einfach gewesen für ihre Gesprächspartner.

So offen wie die Autorin begegnete auch die Fotografin den alten Menschen. „Ich habe die Situation auf mich zukommen lassen“, sagt Brigitte Kraemer. Ohne sich von „Bildern im Kopf“ leiten zu lassen, nahm sie sich ebenfalls oft zwei bis drei Stunden Zeit. „Manchmal wurden mir Fotos gezeigt“, sagt sie. In anderen Fällen „habe ich darauf reagiert, was jemand in seinem Zimmer hat. Zum Beispiel Utensilien aus dem Bergbau, die habe ich dann versucht ins Bild zu bekommen.“

Ute Eickenbusch

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2012-12-05 08:00
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