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Unwetter

Gerade noch mal gutgegangen

05.07.2009 | 17:31 Uhr
Gerade noch mal gutgegangen

Bilanz nach dem Unwetter: Allein am Freitag gingen bis 22 Uhr bei der Feuerwehr 4000 Notrufe ein. Zu Schaden kam offenbar niemand.

Auch am Tag nach der Flut konnten die Einsatzkräfte nicht durchatmen. Meldungen über vollgelaufene Keller, über umgestürzte Bäume, die gingen noch Samstag bei der Feuerwehr in Massen ein. Erst gestern konnte in Ruhe Bilanz gezogen werden.

Und die liest sich so: Das Unwetter vom Freitag, das mit Regensalven, Blitz, Donner, Hagel und orkanartigen Böen die Stadt gleich zweimal in den Griff nahm und kräftig durchschüttelte, war in Herne so schlimm wie nirgendwo anders im Regierungsbezirk Arnsberg. Und für die Feuerwehr sogar arbeitsintensiver als der Jahrhundertsturm Kyrill vor gut zwei Jahren: Allein am Freitag von 16 bis 22 Uhr gingen in der Leitstelle der Feuerwehr 4000 Notrufe ein; viele Menschen kamen nicht durch oder mussten lange in der Leitung warten. Über 400 Mal, bilanzierte Feuerwehr-Chef Michael Wenninghoff, rückten am Freitag und Samstag die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk aus. Glück im Unglück: Zu Schaden kam offensichtlich niemand. „Das Ganze ist gerade noch mal gut gegangen”, sagte OB Horst Schiereck, der am Nachmittag in die Hauptwache an der Sodinger Straße gekommen war, um sich bei den Hilfskräften für ihren Einsatz zu bedanken.

Die erste Welle ab 15.30 Uhr traf am Freitag vor allem Alt-Herne, berichtet die Feuerwehr. Und als sich viele schon ans Aufräumen machten, schlug das Unwetter wieder gnadenlos zu: Ab 18.30 Uhr stürmte es in der ganzen Stadt, vor allem in Wanne-Eickel mit aller Macht. Straßen waren schnell überflutet, Keller vollgelaufen, Bäume wurden entwurzelt oder kippten um, Fahrzeuge und Gebäude beschädigt. 250 Einsatzkräfte, darunter auch Mitarbeiter der Stadtwerke und des Tiefbauamts, arbeiteten bis zur Erschöpfung, berichtete der Oberbürgermeister.

Am Samstag dann begann in der Stadt das große Aufräumen. Übrigens auch bei der Feuerwehr: Unter anderem ein Gerätehaus und ein Lager waren vollgelaufen.

Michael Muscheid

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19.07.2009
17:52
Gerade noch mal gutgegangen
von Feuerwehrexperte | #60

Ich höre hier immer wieder das Wort Katastrophe...das war ein Sommergewitter der etwas heftigeren Art und weiter nichts. Laut FSHG sind die Feuerwehren verpflichtet, u.a. den örtlichen Gegebenheiten entsprechend Ausrüstung vorzuhalten. Und da so etwas in Herne nicht alzzu oft vorkommt brauchen demzufolge auch nicht 500 Tauchpumpen bei der Feuerwehr auf Lager liegen. Ich sehe keinen Bedarf daß die Stadtverwaltung irgendetwas ändert, sie sollte allenfalls die Empfehlung an die Bevölkerung aussprechen dieses etwas außergewöhnliche Ereignis zum Anlaß zu nehmen privat durch die Anschaffung entsprechender Gerätschaften vorzusorgen. Wenn es um Rauchmelder geht ist die Feuerwehr mit Empfehlungen ja sehr schnell (aber auch nur weil diese Kampagne von der deutschen Versicherungswirtschaft gefördert wird), warum nicht auch bei Maßnahmen gegen außergewöhnliche Wetterlagen?

19.07.2009
16:15
Gerade noch mal gutgegangen
von Birgit_K | #59

Es gibt gar keinen Grund irgendein Kriegsbeil zu begraben firefighter Luki. Sie sehen die Dinge eben aus Ihrer begrenzten Sicht eines Feuerwehrmannes doch ich muss es kommunaler aus der Sicht einer Stadt sehen. Und da hat dieses Unwetter einfach gravierende Mängel aufgezeigt.

Aber ich stimme Ihnen zu, dass wir diese Diskussion nun auch beenden können.

17.07.2009
16:55
Gerade noch mal gutgegangen
von firefighterLuki | #58

Schön das Sie sich nochmal gemeldet haben.
1. Natürlich pumpt die Feuerwehr Keller aus. Ich habe lediglich gesagt, dass nicht jeder Keller durch die Feuerwehr ausgepumpt werden muss. (Bitte beachten Sie dazu auch die Hinweise auf www.feuerwehr-herne.de) Desweiteren haben, wie bereits gesagt, manche Einsätze Vorrang. So hatte der vollgelaufene Aufzugschacht in einer Altenwohneinrichtung Vorrang vor so manchem Keller. Denn ist der Keller einmal vollgelaufen, so ist der Schaden passiert. Der Aufzug allerdings ist für die alten Menschen notwendig um ihre Wohnung betreten oder verlassen zu können. Seien Sie doch bitte mal ehrlich. Wo hätten Sie die Einsatzkräfte zuerst hingeschickt.
2. Sie werfen der Feuerwehr vor nicht erreichbar gewesen zu sein. Bislang hat sich noch keiner bei den Telefonanbietern beschwert, deren Netze im großen Stil zusammengebrochen sind. Oder bei den Hausbesitzern, die dieRückschlagklappen in ihren Abwasserleitungen nicht warten ließen, was dazu führte das diverse Keller vollliefen.
Ist ihnen klar wie viele echte Notrufe (die Telefonstreiche etc. nicht mitgerechnet) normalerweise bei der Feuerwehr Herne pro Tag eingehen? Sie sagen selbst Herne ist viel kleiner als Berlin. Natürlich. Ich wollte ja auch nur verdeutlichen, dass die Leitstelle Herne in wenigen Stunden ungefähr das abgearbeitet hat was normalerweise in Berlin an einem ganzen Tag aufläuft. Nur um Ihnen die Relationen vor Augen zu führen.
Wenn Sie allerdings ca. 15 Mio. € für eine größere Leitstelle übrig haben- immer her damit.
Ich hoffe Ich konnte Ihnen meine Argumentation nochmal verdeutlichen.
Letzter Punkt: Sie sagen: ...wir haben gelernt was wir bei einem ähnlichen Fall brauchen werden und schaffen dies nun unter Umständen an...
Heißt: Sie waren auf so ein Ereignis nicht vorbereitet, weil es sowas bei uns noch nie gab, und haben daraus gelernt. Bitte gewähren Sie das auch der Feuerwehr. Denn auch dort arbeiten nur Menschen. Ich kann Ihnen versichern, dass auch die Feuerwehr aus diesem Einsatz gelernt hat. Das einzige Problem ist, dass die Vorbereitungen die die Feuerwehr zu treffen hat sich nicht darauf beschränken bei Obi für 80€ eine Gartenpumpe und zwei Paar Gummistiefel zu kaufen. In diesem Sinne.. Ich kann verstehen, dass Sie sich geärgert haben. Aber bleiben Sie doch bitte sachlich und urteilen Sie nicht, wenn Sie die Hintergründe einer Sache nicht kennen. Ich hoffe wir können das Kriegsbeil nun begraben.

17.07.2009
14:01
Gerade noch mal gutgegangen
von Birgit_K | #57

Nein, so möchte ich das nicht stehen lassen. Es wurde oft genug gesagt, dass die Feuerwehr Wasser aus diversen Kellern gepumpt hat. Ich kann also davon ausgehen, dass es sich hierbei sehrwohl um eine Aufgabe der Feuerwehr handelt. Nicht erreichbar zu sein, dass ist das was ich den Feuerwehrleuten vorwerfe. Wieso ist eine Feuerwehr denn für einen solchen Einsatz nicht vorbereitet? Wenn Sie sagen, dass wir eine Leitstelle in der Größenordnung Berlin brauchen, dann muss man doch das Konzept Feuerwehr einmal überdenken. Herne ist bei weitem nicht so groß wie Berlin, also müssten doch auch kleinere Maßstäbe zu bewältigen sein. Die Anforderungen die eine Stadt hat dürften doch der auch der Feuerwehr bekannt sein. Wie kann man dann so unvorbereitet getroffen worden. Ich nehme unsere Siedlung in Baukau einmal als Beispiel: wir haben gelernt was wir bei einem ähnlichen Fall brauchen werden und schaffen dies nun unter Umständen an um beim nächsten Mal nicht abhängig zu sein. Ein solches Handeln wünsche ich mir von der Feuerwehr auch.

17.07.2009
11:59
Gerade noch mal gutgegangen
von watislos | #56

Mal ganz ehrlich Leute, Wasser aus dem Keller schöppen, das kann eine Hausgemeinschaft gemeinsam erledigen. Für jeden Mist braucht man wirklich nicht die Feuerwehr rufen, sonst ist nämlich für wirkliche Notfälle Schicht im Schacht!!!
Also, bevor man nach einer Hilfe schreit - kurz überlegen, ob man das nicht zu fünft oder sechst in Eigenarbeit selbst geregelt bekommt!!!

16.07.2009
17:15
Gerade noch mal gutgegangen
von wolf1506 | #55

so ist es Luki. Aber das sehen eh nicht alle.

Hauptsache wir machen unseren Job weiter, denn es gibt genügend Menschen und Einrichtungen, die unsere Arbeit noch zu schätzen wissen.

16.07.2009
17:10
Gerade noch mal gutgegangen
von firefighterLuki | #54

Sehr geehrte Fau K, was Sie hier von sich geben ist unverschämt. Ich will Ihnen jetzt mal was erklären, da Sie anscheinend nicht in der Lage sind die Berichterstattung über das Unwetter selbstständig zu verfolgen:
Die Feuerwehr Herne hat im Laufe das Nachmittags am 03.07.2009
4000 (in Worten: viertausend) Notrufe erhalten. Ich weiß nicht wie Sie sich vorstellen wie sowas bearbeitet werden soll. Um auf so eine Flut von Anrufen vorbereitet zu sein, müsste Herne über eine Leitstelle verfügen, die der in Berlin entspricht. Das Sie stundenlang warten mussten ist sicherlich bedauerlich. Ich gebe allerdings 2 Dinge zu bedenken:
1. Es gibt (Ich weiß das glauben Sie mir eh nicht) wichtigere Einsätze als einen vollgelaufenen Keller. (siehe: z.B: mehrere Brandeinsätze)
2. Die Große Zahl der Notrufe geht unter anderem auch darauf zurück, dass viele unserer lieben Mitbürger solche Lagen dazu nutzen z.B. den unliebsamen Baum des Nachbarn loszuwerden. Hab Ich an diesem Abend selbst erlebt.
Als letztes möchte Ich ihnen nochmal sagen, dass Ich und andere Feuerwehrleute und Mitglieder der div. Hilfsorganisationen 19h im Einsatz waren. Vorwürfe wie der Ihre tragen nicht gerade dazu bei, dass Wir mit Freude unser Ehrenamt ausüben. Das ist nämlich ein großes Problem in Deutschland: das Anspruchsdenken. Es ist nämlich so, dass Wir ganz normale Bürger dieser Stadt sind. Ich kenne genug Kameraden, denen ebenfalls der Keller vollgelaufen ist. Die haben sich nicht beschwert sondern ihren eigenen Keller auch selbst leergeschöpft; nach dem Einsatz.
Denken Sie mal drüber nach!

16.07.2009
16:35
Gerade noch mal gutgegangen
von Birgit_K | #53

Was sich die Feuerwehr und andere öffentliche Einrichtungen erlaubt haben ist einfach unverschämt. In unserer Siedlung haben wir stundenlang versucht jemanden zu erreichen weil wir Wasser in den Kellerräumen hatten und nichts ist passiert, da wir niemanden erreichen konnten. Schlußendlich haben wir dann selbst etwas getan und angefangen zu wischen.
Über das Konzept bei solchen Katastrophen gilt es dringend in Rat und Politik nachzudenken.

16.07.2009
14:24
Gerade noch mal gutgegangen
von wolf1506 | #52

und noch als ergänzung: Mein Dank gilt allen die an diesem Tag geholfen haben, sowohl privat als auch bei BF, FF, THW oder sonstwo. Wer meint er kann eh alles besser: EInfach Name und Adresse bei der Leitstelle abgeben, das ist im Einsatz dann ein Weg weniger den wir fahren müssen und wir können uns um die kümmern die Hilfe wirklich brauchen !!

16.07.2009
14:22
Gerade noch mal gutgegangen
von wolf1506 | #51

Wenn ich sowas lese wie in #37, dass es sich beim THW um berufshelfer handelt, dann frage ich mich, wo mein monatlicher Gehaltsscheck bleibt. Nochmals: die meisten der Einsatzkräfte die an diesem Tag geholfen haben waren ausschließlich freiwillig tätig und das nicht erst abends sondern meist schon ab 15.00 oder 16.00 Uhr als der liebe Regen losging.
Keiner von uns erwartet dafür Dank und sonstwas denn wir machen das weil wir das gerne machen, aber wenn ich sowas lese (...bei den Berufshelfern (FW oder THW) ist es eine Selbstverständlichkeit...) könnte ich durchdrehen. Sehr geehrter kiting, was meinen Sie wessen Keller wohl am meisten zugelaufen sind und wieviele böse Sprüche es von Familien und Freunden gab, weil man eben nicht denen und sich selbst helfen konnte.

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