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Thema Unfallschwerpunkte

Geldbuße oder "Fleppe" weg

18.02.2009 | 11:09 Uhr

Nur vor diesen beiden Dingen hätten die Autofahrer Angst, so die Polizei. Trotzdem: Zahl der Verkehrsunfälle ging leicht zurück. Zwei neue Gefahrenherde: A 42/Horsthauser Straße und Dorn-/Bahnhofstraße

Ständiger Verkehr: Die Auf-/Abfahrt zur A 42 ist ein Unfallschwerpunkt. Auch, so Beobachtungen, weil auf der Horsthauser Straße oft viel zu schnell gefahren wird. Foto: WAZ, Wolfgang Quickels

Die gute Nachricht vorweg: Die Zahl der Verkehrsunfälle in Herne und Wanne-Eickel ging im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2007 zurück. Insgesamt krachte es auf den Straßen zwischen Pantringshof und Unser Fritz, zwischen Börnig und Eickel 4327-mal, in den zwölf Monaten davor lag die Zahl bei 4477. Bei den Unfällen in 2008 wurden 350 Personen verletzt, zwei mussten mit dem Leben bezahlen. Diese Statistik gab gestern das Polizeipräsidium Bochum bekannt, an das die Polizeiinspektion (PI) Herne/Wanne-Eickel angedockt ist.

Vor allem die Zahl der verunglückten Kinder (unter 15) sei zurückgegangen. In unserer Stadt waren es 44, 2003 zählte die Polizei noch 92 verunglückte Mädchen und Jungen unter 15. "Dieser Zielgruppe haben wir uns auch besonders gewidmet", nannte Polizeidirektor Manfred Kibbas, Leiter der Direktion "Verkehr", einen Grund. Ein weiterer: "Wir haben uns in der Prävention verbessert, aber auch unsere repressiven Maßnahmen gesteigert." Heißt: Es gab im vergangenen Jahr auf den Herner Straßen so viele Kontrollen wie noch nie, denn: "Die Verkehrsteilnehmer haben nur vor zwei Dingen Angst. Vor einer Geldbuße oder vor der Abgabe des Führerscheins", so Kibbas, dem zwei Dinge besonders stören: "Es wird immer noch viel zu oder der Situation unangemessen schnell gefahren. Und die Rotlicht-Moral lässt nach."

Natürlich zählen für die Polizei Fußgänger und Radfahrer zum Straßenverkehr. Hier ist die Unfallzahl ebenfalls rückläufig: 2007 verunglückten 161 Personen, 2008 152 (85 Radfahrer/67 Fußgänger).

Präsentiert wurde gestern auch eine Auswertung der Unfälle, sprich eine Analyse von unfallauffälligen Straßen, Kreuzungen und Einmündungen. Hier sind zu den leidigen "Dauerbrennern" - Kreuzung Sodinger Straße/Hermann-Löns-Straße/Wiescherstraße sowie Kreuzung Dorstener Straße/Holsterhauser Straße - zwei gefährliche Knotenpunkte hinzugekommen: die Einmündung Horsthauser Straße/Auf- und Abfahrt A 42 in Fahrtrichtung Dortmund sowie die Einmündung Bahnhofstraße/Dornstraße. "Auffallend, weil sie in den Jahren 2006 und 2007 noch unauffällig waren", heißt es in der von Polizeihauptkommissar Ralf Böhm, übrigens ein "alter Wanner Junge", vorgelegten Auswertung.

In Zahlen: An der A 42 gab´s in 2008 sechs, an der Dornstraße fünf schwere Verkehrsunfälle. Schwere, weil die leichten Böhm gar nicht aufgeführt hat. "Leichte sind die ohne Verletzte und mit einem leichten Blechschaden."

Böhm und seine Kollegen aus der Direktion "Verkehr" gehören einer Kommission an, die sich mit diesen neuralgischen Punkten beschäftigt. Darin sitzen zudem Vertreter des Fachbereichs Tiefbau und Verkehr und des Planungsamtes, und, wenn Landesstraßen betroffen sind, auch Straßen.NRW. In dieser Kommission wurde unter anderem über die Situation der Radfahrer an der Holsterhauser/Dorstener Straße (Höhe Hiberniaschule) gesprochen. Dort kam es in 2008 zu mehreren Unfällen, im August verstarb eine korrekt fahrende Radfahrerin. Ein weiteres Thema: der Kreisel Bahnhof-/Funkenbergstraße, wo "Optimierungsmöglichkeiten vor allem für Radfahrer baulich eingerichtet werden sollten."

Von Jochen Schübel

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Kommentare
19.02.2009
08:47
Geldbuße oder Fleppe weg
von lieberzweimaldenker | #1

Ich kann noch einen zukünftigen Unfallschwerpunkt nennen. Es handelt sich um die Kreuzung Westring und Bismarckstraße. Dort fällt regelmäßig die Signalanlage aus und zwar fast immer am frühen Morgen, wenn hunderte Schulkinder diese Ampelanlage auf dem Weg zur Schule überqueren müssen. Und von der Polizei, welche ja behauptet maßgeblich am Sinken der Unfallzahlen in Herne beteiligt zu sein ist zum regeln des Verkehrsflusses und zur Sicherheit unserer Kinder nie etwas zu sehen. Wichtiger ist es wohl, vor einer Schule Radarkontrollen durchzuführen und Autofahrer, die anstatt mit 30 kmh mit 37 kmh fahren,ihres Geldes zu erleichtern.

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