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Kulturhauptstadt 2010

Geben und Nehmen

08.06.2009 | 19:02 Uhr

Die Herner Aktivitäten zur Kulturhauptstadt sollen unter der Wirtschaftskrise nicht leiden. Auch wenn anderswo die Sponsoren zögern, verlassen sich die Herner „Kulturhauptstadt”-Verantwortlichen fest auf ihre Partner.

220 000 Euro an Sponsorenbeiträgen sind eingeplant, für 180 000 Euro gibt es schon feste Zusagen. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir auch die fehlenden 40 000 Euro zusammenbekommen”, erklären Peter Weber und die Kulturhauptstadtbeauftragte Regina Stieler-Hinz ein gutes halbes Jahr vor dem Start.

Allein mit 140 000 Euro engagierten sich die städtischen Gesellschaften, heißt es, allen voran die Stadtwerke, die sich besonders für das Thema „Licht” interessierten, und die Sparkasse. Aber auch die Herne-Castroper Straßenbahn (HCR), die Herner Gemeinnützige (HGW) und die Gemeinnützige Beschäftigungsgesellschaft (GBH) seien am Ball. Darüber hinaus hätten sich „viele erkundigt”, sagt Peter Weber, der sich mit Namensnennungen noch zurückhält, solange die Sponsoringverträge nicht unterschrieben sind. Auch Michael Benkert, der als Vorsitzender der Kulturinitiative für Unterstützung wirbt, nennt keine Namen oder Zahlen, sieht aber „Möglichkeiten” trotz unsicherer Zeiten.

Spruchreif ist dagegen schon die Kooperation mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der den „Day of Song” am 5. Juni 2010 auf dem Gelände der Künstlerzeche Unser Fritz unterstützen will, einem der zentralen Spielorte, an dem sich an diesem Tag zahlreiche Chöre präsentieren werden. Eine geeignete Veranstaltung auch für die Klientel des ASB, so die Überlegung im Vorfeld. Dank seines „fünfstelligen” Engagements darf sich der ASB ganz offiziell als „Lokaler Förderer” bezeichnen, das Attribut „Freund von Ruhr.2010” ist mitsamt Logo sogar schon für 3000 Euro zu haben. Ob und wie die Sponsoren mit ihrem Beitrag nach außen gehen, bleibt ihnen überlassen. Das Kulturhauptstadtbüro sei bemüht, passgenaue Lösungen für jeden zu entwickeln, versichert die 2010-Beauftragte, die allerdings auch Sponsoren kennt, die „aus reinem Lokalpatriotismus” Geld zusagen. Wer nicht die Gelegenheit nutzen mag, „mit einer der Veranstaltungen sein Unternehmensprofil zu schärfen”, darf natürlich auch pauschal in den Topf spenden.

Dass von den etwa 50 potenziellen lokalen Sponsoren jemand noch nichts von der Kulturhauptstadt gehört hat, ist nach zahllosen Vorträgen von Regina Stieler-Hinz eher unwahrscheinlich. Dennoch sollen am 21. August noch einmal bei einem Empfang gezielt kulturelle Appetithäppchen gereicht werden. In der Maschinenhalle der Künstlerzeche werben dann anderthalb Stunden lang Kulturverwalter und vor allem Kulturschaffende mit einem Bühnen- und Diskussionsprogramm um die Gunst weiterer Förderer.

Ute Eickenbusch

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