Herne

Fußballcamp für Herner Kinder angepfiffen

Er weiß noch immer, was Ballgefühl heißt: Der ehemalige VfL Bochum-Profi Lothar Woelk.Aktuell trainiert er die Kinder des Herner Fußballcamps.
Er weiß noch immer, was Ballgefühl heißt: Der ehemalige VfL Bochum-Profi Lothar Woelk.Aktuell trainiert er die Kinder des Herner Fußballcamps.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Im Fußballzentrum Horsthausen trainieren 99 Kinder kostenlos drei Tage lang, wie das Runde ins Eckige kommt. Erstmals sind Flüchtlingskinder dabei.

Herne.  Sommerzeit ist Urlaubszeit - besonders in den Ferien, in denen Familien mitsamt Kindern in die Ferne fahren können. Und wenn der Urlaub doch zu teuer ist, werden die Kinder bei einem Ferienprogramm angemeldet. Aber was, wenn sich Familien das nicht leisten können?

Für genau diese Kinder veranstaltet der Verein „Herne hilft“ bereits zum vierten Mal sein Fußballcamp - und das für die jungen Teilnehmer von acht bis 14 Jahren vollkommen kostenlos.

„In diesem Jahr haben wir die höchsten Anmeldezahlen. Rund 99 Kinder werden ab heute für die kommenden drei Tage auf dem Platz des SpVgg Horsthausen trainieren“, sagte Norbert Slaski, erster Vorsitzender des Vereins, beim gestrigen Pressegespräch. Und eine weitere Besonderheit gibt es in diesem Jahr: Erstmals werden auch 30 Flüchtlingskinder dabei sein.

Stadt schickt zwei Integrationshelfer

Sport sei eine gute Möglichkeit, zueinander zu finden, die Sprache auszubauen und vielleicht auch Freundschaften zu schließen, ergänzte Gudrun Thierhoff, Zuständige für Familie, Jugend und Kinder der Stadt Herne, die das Projekt gerne unterstützt.

Die Stadt half aber nicht nur bei der Suche nach geeigneten Teilnehmen, sondern stellt den Organisatoren für die Zeit des Camps zwei Integrationshelfer an die Seite. „Unsere Helfer können vor allem sprachlich unterstützen“, so Thierhoff, die mit Bulgarisch, Kurdisch, Türkisch und Arabisch einige der gekonnten Sprachen aufzählte.

Damit das Training beginnen kann, gibt es zuerst eine Ausstattung für die kleinen Kicker, zu denen auch zwölf Mädchen gehören. Mit Trikot und Stutzen ausgestattet, geht es dann aufs Feld. „Die Flüchtlingskinder bekommen auch Fußballschuhe von uns, denn auch die können sie sich nicht leisten“, so Slaski. Am letzten Tag gebe es für jeden außerdem einen eigenen Fußball.

Schiri Kinhöfer unterstützt ehrenamtlich

Und dann braucht das Camp natürlich noch ein erfahrenes Trainer-Team, das in diesem Jahr aus Lothar und Marius Woelk, Karl-Heinz Timmler, Norbert und Christoph Lücke, Halim Annaour, Nadir Boudhan und Sascha Diekäuper besteht. „Wir freuen uns, dass wieder große Namen dabei sind, die, wie man heute noch in Ansätzen erkennen kann, früher mal gut waren“, witzelte Slaski.

Damit es besonders fair zur Sache geht, begleitet Fifa-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer das Camp - und das wie alle Beteiligten ehrenamtlich: „Ich finde es wichtig, dass man sich mit den Kindern, die nicht so gesegnet sind wie wir, beschäftigt. Diese gute Sache unterstütze ich sehr, sehr gerne.“ Und das nicht nur mit seinem Know-how, sondern auch mit Freikarten für das Schwimmbad Südpool.