Fusion von Diakonie Ruhr und Ev. Krankenhausgemeinschaft besiegelt
06.07.2011 | 18:01 Uhr 2011-07-06T18:01:00+0200
Bochum/Herne/Witten.Der Evangelische Verbund Ruhr, eine Fusion von Diakonie Ruhr (Bochum) und Evangelischer Krankenhausgemeinschaft (Herne) ist mit 4700 Mitarbeitern ein neuer Riese in der Gesundheitswirtschaft. Verdi kritisiert den Zusammenschluss.
Es ist ein Riese, nicht nur in der Gesundheitswirtschaft, der da entstanden ist. Durch die Fusion von Diakonie Ruhr (Bochum) und Evangelischer Krankenhausgemeinschaft (Herne) ist der Evangelische Verbund Ruhr (EVR) entstanden, so der Name der neuen Holding, einer der größten Arbeitgeber im Ruhrgebiet. Sitz des Unternehmens, in dem 4700 Menschen beschäftigt sind, ist Herne. Auch Witten sitzt mit im Boot.
Es sei eine Fusion auf Augenhöhe, die Gründe seien nicht wirtschaftlich, sondern allein strategisch, betonten gestern bei der Vorstellung des EVR die Geschäftsführer Werner Neveling (Diakonie Ruhr) und Heinz-Werner Bitter (Ev. Krankenhausgemeinschaft). Sie leiten die neue Holding gemeinsam, die beiden Unternehmen sollen auch künftig unabhängig agieren. Durch die Fusion soll ein umfassendes, städteübergreifendes Leistungsangebot mit Pflege „aus einem Guss“ entstehen.
Verdi liegt die Fusion schwer im Magen
In die „Ehe“ bringt die Diakonie Ruhr unter anderem die Alten-, Behindertenpflege und Suchthilfe sowie das Evangelische Krankenhaus Witten ein, dessen Geschäftsführer Heinz-Werner Bitter ist. Die Evangelische Krankenhausgemeinschaft ist unter anderem mit drei Krankenhäusern in Herne, Wanne-Eickel und Castrop-Rauxel dabei. Umfassendere Gesundheits- und Versorgungsleistungen vor Ort, so Bitter und Neveling, seien die Konsequenz. Außerdem soll die Verzahnung von Altersmedizin mit ambulanten, teilstationären und stationären Angeboten der Altenpflege verbessert werden.
Durch den Zusammenschluss, so die zwei Geschäftsführer, entstünden für die Mitarbeiter keinerlei Nachteile. Weder würden Stellen eingespart noch Beschäftigte umgruppiert. Auch bei Neueinstellungen würden Mitarbeiter die in ihren Bereichen übliche Besoldung erhalten.
Die Fusion macht Sinn: Die Menschen werden älter und brauchen eine bessere medizinische Versorgung. Gleichzeitig ist der Markt umkämpft, die Luft in der Gesundheitswirtschaft wird immer dünner. Die Evangelische Kirche tut also gut daran, ihre Kräfte in der Region zu bündeln, um ihre Angebote günstiger, effektiver und vor allem auch qualitativ hochwertiger anbieten zu können. Das darf nicht zu Lasten der Mitarbeiter gehen. Die neue Holding muss sie mitnehmen, sonst kann die Fusion nicht funktionieren. Die Kirche ist dem Wohl der Menschen hier in besonderer Weise verpflichtet.
Michael Muscheid
Verdi liegt die Fusion dagegen weiterhin schwer im Magen. Sie sei hinter verschlossenen Türen vorbereitet worden, der Gewerkschaft zudem ein von ihr gewünschter Sitz im neuen Aufsichtsrat verwehrt worden, kritisiert Verdi-Sekretärin Agnes Westerheide. Nicht zuletzt wirft sie der Evangelischen Kirche in diesem Zusammenhang einmal mehr „Rosinenpickerei“ vor.
„Wir zahlen keine Dumping-Löhne.“
Würden etwa die Alt-Beschäftigten der Diakonie Ruhr nach Bundes-Angestellten-Tarifvertrag kirchlicher Fassung (BAT KF) bezahlt, erhielten Neulinge in ausgelagerten Gesellschaften „Billiglöhne“, so Westerheide. Für Mitarbeiter im ambulanten Pflegedienst etwa gelte die „grottenschlechte“ Arbeitsvertragsrichtlinie (AVR) Berlin-Brandenburg.
Diesen Vorwurf wollten die Verantwortlichen am Mittwoch so nicht stehen lassen. Günther Barenhoff, Vorstandssprecher der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, betonte: „Wir zahlen keine Dumping-Löhne.“ Und Geschäftsführer Werner Neveling verwies darauf, dass die AVR Berlin-Brandenburg schließlich mit Verdi ausgehandelt worden sei.
19:15
Die Kirche ist dem Wohl der Menschen hier in besonderer Weise verpflichtet.
Ja, Herr Muscheid, stimmt. Sollte nach deren eigenen Leitlinien und Unternehmensphilosophie so sein.
Da passt das mit den grottenschlechten Bezahlungen nicht. Und der Fachkräftemangel, der ständig propagiert wird, kann so schlimm nicht sein, wenn die Mitarbeiter so schlecht bezahlt werden - gerade in dem boomenden Gesundheitssektor.
Mich interessiert, inwieweit tatsächlich die Kirche die _volle_ Finanzierung übernimmt, bzw. ob das Verhältnis ähnlich wie bei Kindergärten so ca. zu 80 % von der Kommune und nur zu 20 % von der Kirche getragen wird.
Dann stellt sich die Frage nach der Rechtfertigung, warum es einen Staat im Staat gibt, der grundgesetzliche Vorschriften außer Kraft setzt (Tendenzbetrieb) - so eine Art Gottesstaat, über den sich, wenn er sich islamisch nennt, jeder aufregt...
Das wäre doch eine schöne Aufgabe zur Aufklärung Ihrer Leser.
23:08
Aha, also Ost- Tarif...Das ist dann wohl die Gerechtigkeit, die Frau Käßmann und Herr Schneider auf dem Kirchentag propagiert haben.........
22:18
Solange mich Bruder Rimkus nicht operiert , ist mir egal ob ich in einem konfessionell geführtem oder in einem städtischen Krankenhaus liege.
10:53
Krankenhäuser gehören nicht in die Hände von privaten (dazu zählen auch die kirchlichen) Gesellschaften !
Das Gesundheitswesen gehört in seiner Gesamtheit in staatliche Obhut, da es der Daseinsfürsorge dienen sollte, und nicht kapitalistischen Profitinteressen. Sonst bleibt der Kranke auf der Strecke !!!
07:16
Herr Rimkus wird auch als der Kirchenkreis-Bestatter gehandelt!!!!! Einen schlechteren SI gab es noch nie! Wenn ich da an die Zeiten von Fritz Schwarz (Vorgänger von Röber) denke.
06:37
Es wird immer doller in meinem Kirchenkreis. Jetzt wird Herne ins tiefste Brandenburg verlegt, bald werden die Mitarbeiter der Diakonie nach dem Tarif der Teppichknüpfkinder aus der Partnerstadt Bukavu bezahlt.
So was hat es unter der Leitung des hochverehrten Herrn Röber nicht gegeben: Norderney, Eigentumsgaragen statt Kindergartenfläche, ständiges teures Umziehen des Superintendeten in größere Räume bei sinkenden Mitgliedszahlen, Chilli-Chilli-Feste mit MünteKäsmann und jetzt Konzernherr.
Bruder Rimkus: Konzentrieren Sie ssich bitte auf ihr Kerngeschäft. Mit pietätvollen Grüßen.
Ihr
23:14
Woran mag es nur gelegen haben, dass niemand das ver.di-Tollhaus beteiligt hat.
22:41
Und alles passierte ohne VERDI. Oh Gott, oh Schreck. Und dann werden die Leute auch noch nach einem Tarif bezahlt, den VERDI ausgehandelt hat.
Und dann kein Pöstchen im Aufsichtsrat. Schlimmer kanns nicht kommen.