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Für sieben Wochen in Pnom Penh

12.02.2012 | 17:57 Uhr

Der Wanne-Eickeler Zahnmedizin-Student Moritz Boeddinghaus leistet humanitäre Hilfe in Kambodscha. Am Montag startet er.

Als Moritz Boeddinghaus vor etwa sechs Monaten den Entschluss fasste, nach Kambodscha zu fliegen, hatte der Student keinerlei Bedenken. Der Wanne-Eickeler, der in Gießen Zahnmedizin studiert, will helfen. Die Fähigkeiten, die sich Boeddinghaus seit Beginn seines Studiums im Jahr 2008 angeignet hat, will er jetzt in die Praxis umsetzen – gut 9000 Kilometer entfernt von seiner Heimat.

„Meine Freunde und Verwandten sind stolz auf mich, aber sie machen sich natürlich auch Sorgen – mittlerweile kann ich es kaum noch hören“, sagt Moritz Boeddinghaus, der am Montag über Frankfurt und das vietnamesische Hanoi Kurs auf Kambodschas Hauptstadt Pnom Penh nimmt, wo er in einer Pension nahe der Praxis wohnen wird.

Über Kambodscha wusste Moritz Boeddinghaus vor gut einem halben Jahr relativ wenig. Mittlerweile ist dem Studenten bewusst, dass das Land in Südostasien zu einem der ärmsten Ländern der Welt gehört und es zudem als das minendichteste Land auf diesem Globus gilt. Schon lange interessierte sich Boeddinghaus für humanitäre Hilfe in Entwicklungsländern, doch entweder blieben seine Hilfsanfragen an entsprechenden Organisationen ohne Antwort, oder aber diese verlangten Vorauszahlungen in Höhe von 1000 Dollar, wie etwa ein Projekt in Südafrika.

Über einen Bericht in einem Fachmagazin erfuhr der Zahnmediziner schließlich von einem humanitären Hilfsprojekt in Kambodscha. Kurzerhand beschloss Boeddinghaus mit einem Gießener Kommilitonen, sich daran zu beteiligen und die lange Reise nach Asien anzutreten. Insgesamt sieben Wochen wird der Wanne-Eickeler nun im 14 Millionen Einwohner zählenden Land zahnmedizinische Hilfe leisten, wo er, wie er sagt, „so vielen Kindern wie möglich“ helfen wolle.

„Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit wird auf der Behandlung von Kindern und Jugendlichen liegen“, verrät der angehende Zahnmediziner, dessen Arbeit in Kambodscha täglich mehrere Stunden dauern wird. Der Fokus der Arbeit, berichtet Boeddinghaus, sei auf präventiven Maßnahmen und die Schmerzbehandlung gerichtet, die „leider nur mit einfachen Mitteln möglich ist“. Zur Seite stehen wird dem jungen Zahnmediziner Dr. Robert Ogle, ein erfahrener aus-tralischer Zahnarzt, der das Hilfsprojekt initiierte.

Doch die humanitäre Hilfe startet nicht erst in Kambodscha. Bereits vor dem Engagement leistete Boeddinghaus zusammen mit seinem Kommilitonen ganze Arbeit: „Wir haben zahlreiche Dentalfirmen angeschrieben und gespendetes Material im Wert von 5000 bis 6000 Euro erhalten“, erklärt der 24-Jährige, der trotz seines Studiums in Gießen, seiner Heimat Wanne-Eickel treu geblieben ist. Die Semesterferien verbringt Boeddinghaus größtenteils in heimische Gefilden, um Freunde und Verwandte zu besuchen. Zudem ist er seit Jahren im RV Emscher aktiv, wo er in der Ruderbundesliga regelmäßig Podiumsplätze besteigt. Doch daran wird in den nächsten sieben Wochen nicht zu denken sein - für Boeddinghaus kein Problem: „Ich habe gehört, dass die Menschen in Kambodscha unheimlich dankbar für jede Behandlung sind. Darauf freue ich mich.“

Daniele Giustolisi

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