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Führungszeugnis sorgt für Unmut in Herner Verein

19.02.2016 | 18:00 Uhr
Führungszeugnis sorgt für Unmut in Herner Verein
Trainerin Hannelore Rimböck (links), im Archiv-Bild mit Taekwondo-Kämpferin Katja LorkowskiFoto: Rainer Raffalski

Herne.   Hannelore Rimböck, Vorsitzende von Chon Ji Wanne, beklagt hohen organisatorischen Aufwand. Doch das Gesetz dient dem Schutz der Kinder.

Jeder, der sich ehrenamtlich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen engagiert, muss nach Bestimmung eines bundesweiten Gesetzes seit Januar 2012 ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Das Führungszeugnis soll ausschließen, dass so etwa Trainer in Sportvereinen mit Kindern zusammen arbeiten, die schon einmal aufgrund von Sexualdelikten straffällig geworden sind. Die öffentlichen Träger, im Fall der Stadt Herne der Fachbereich Kinder-Jugend-Familie, mussten daher mit den freien Trägern, zu denen auch Sportvereine zählen, eine Vereinbarung abschließen, die regelt, wann Ehrenamtliche ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen müssen.

Doch nicht bei allen Vereinen wird das Führungszeugnis als Schutzinstrument willkommen geheißen. „Bei uns sind kleine Kinder nie mit nur einem Trainer alleine. Daher sind die Kinder bei uns doch geschützt“, sagt Hannelore Rimböck, Vorsitzende von Chon Ji Wanne. Deshalb sehe sie es nicht ein, einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand auf sich zu nehmen. Der ohnehin schon enorme organisatorische zeitliche Aufwand würde durch diese Vorschrift noch verstärkt werden. Diese Arbeit sieht sie als Zeitverschwendung an, da sie diese Zeit nicht in die Kinder und Jugendlichen investieren könne. „Ich sitze jetzt schon mehr am Schreibtisch, als dass ich in der Halle stehe“, beklagt sie und meint, dass mehrere Vereine ihre Sichtweise teilen würden.

Der Stadtsportbund kann dies jedoch nicht bestätigen. Mehr noch: Dort stößt diese Kritik auf Unverständnis. „Das Kindeswohl steht für uns im Vordergrund“, sagt dessen Vorsitzender Hans Peter Karpinski. Für den Großteil der Vereine sei die Vorgabe, trotz Mehrarbeit, auch zu erfüllen.

Vereinbarung zielt darauf, alles Mögliche für das Kindeswohl zu tun

„Besonders die kleinen Vereine gehen durch den bürokratischen Aufwand kaputt“, meint jedoch Rimböck. Eine Sekretärin könne sich der kleine Verein nicht leisten. „Ich bin Trainerin und das ist auch das, was ich machen möchte“, stellt die ehrenamtliche Vorsitzende klar.

„Das Gesetz zielt darauf ab, keine Ehrenamtlichen einzusetzen, die rechtskräftig wegen einer Straftat verurteilt worden sind“, sagt Stadtsprecher Horst Martens. Über 100 Vereine seien so gebeten worden, die Vereinbarung zu unterzeichnen. Alle fünf Jahre müsse das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis vorgelegt werden. „Wir verstehen, dass die Umsetzung der Vereinbarung für die Vereine einen Verwaltungsaufwand sowie Überzeugungsarbeit hinsichtlich der Akzeptanz bei den Mitarbeitern darstellt“, so Martens weiter. Dennoch würde die Vereinbarung aber auch die Gewissheit mit sich bringen, das Mögliche für die Sicherstellung des Kindeswohls zu tun. „Wer nach der Vereinbarung handelt, geht auf Nummer sicher“, so Martens.

Tabea Beissert

Kommentare
20.02.2016
17:05
Führungszeugnis sorgt für Unmut in Herner Verein
von Bliebert | #2

Schon richtig, und so viel Arbeit ist ja nun wohl auch nicht, ein Führungszeugnis anzuschauen uns dann abzuheften.

Allerdings halte ich es für sehr...
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2016-02-19 18:00
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