Front gegen die Berliner Kissen
20.02.2012 | 17:09 Uhr 2012-02-20T17:09:00+0100
Herne/Wanne. Die Kritik an den sogenannten Berliner Kissen nimmt zu - sowohl in der Politik, als auch bei Anwohnern.
Die Kritik an den Berliner Kissen nimmt zu. Auf der Hauptstraße protestieren Anwohner gegen die Bremsschwellen vor ihrer Haustür. Und die Bezirksvertretung Herne-Mitte hat sich beim Beschluss einer Straßenbaumaßnahme gegen den Einbau neuer Plateaus ausgesprochen.
Zwar hat der Bezirk für den Umbau der Bielefelder Straße zwischen Rottbruchstraße und In der Siedlung votiert; eine Maßnahme im Zuge der Renaturierung des Schmiedesbaches. Aber: Der Beschluss fiel „vorbehaltlich“ der von der Stadt gewünschten Errichtung von Kissen in diesem Abschnitt. Der ungewöhnlichen Entscheidung ging eine 15minütige Sitzungsunbrechung zwecks Beratung voraus.
Die Ablehnung der Kissen sei vor allem auf die Initiative von SPD und CDU zurückzuführen, sagt Bezirksbürgermeister Dieter Brüggemann auf Anfrage. Die SPD-Bezirksfraktion stellt sich damit hinter die Position von SPD-Ratsfraktions-Chef Frank Dudda. Dieser hatte sich jüngst auf dem Haushaltsforum seiner Partei sehr kritisch über diese Form der Verkehrsberuhigung geäußert (wir berichteten). Aus Sicht der Stadt ist diese Maßnahme zur Geschwindigkeitsreduzierung dagegen „kostengünstig und wirksam“. Rund 330 Schwellen gibt es zurzeit auf Herner Straßen.
Kampflos will die Verwaltung ihre Position nicht räumen: Die Stadt wird den Umbau der Bielefelder Straße in der nächsten Sitzung des Bezirks erneut aufgreifen.
Der Vorgang in Herne-Mitte dürfte auch jenseits der Bezirksgrenzen auf Beachtung stoßen. Zum Beispiel: in Wanne. Dort kämpft Ulrike Reichenberg (65) schon seit Jahren gegen die in den 80er Jahren errichten Schwellen im Bereich ihres denkmalgeschützten Hauses an der Hauptstraße 327-329.
Zahlreiche Risse ziehen sich durch Wände und Fassade des im 1885 erbauten und 1985 sanierten Hauses. Ähnlich sieht es im Nachbarhaus von Guiseppe und Antonella La Galia aus. Die Ursache? Für die Eigentümer keine Frage: „Die Erschütterung durch die Linienbusse, wenn diese über die Kissen fahren.“ Laut Fahrplan geschieht dies sechsmal in der Stunde. Das Vibrieren sei zeitweise so stark, berichtet Reichenberg, dass sie zum Schutz des Porzellans im Schrank Servietten zwischen Teller gelegt habe. Die HCR habe sie bereits kontaktiert, doch diese habe sich nichts davon angenommen und sie an die Stadt verwiesen.
Negativ fiel zudem ein Gutachten aus, das Ulrike Reichenberg über die Schäden in Auftrag gegeben hatte. Auf den Punkt gebracht: Das beauftragte Büro sah keinen direkten Zusammenhang zwischen Kissen und Rissen. Die Hoffnung aufgegeben haben die Anwohner aber nicht.
23:58
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Kampflos will die Verwaltung ihre Position nicht räumen: Die Stadt wird den Umbau der Bielefelder Straße in der nächsten Sitzung des Bezirks erneut aufgreifen.
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Liebe Verwaltung. Ich kann mich #4 nur anschließen! Jeder, der für diese Verschlimmbesserung ist, der sollte mal zur Feuerwache II gebracht werden und dann einmal auf der Trage festgezurrt die Stöckstraße hoch- und wieder runtergefahren werden. Und dann einfach mal dran denken, dass man selbst gesund ist, und nicht jedes Schlagloch / Kissen maximale Schmerzen bedeutet!
12:36
Es ist tatsächlich so, dass an der Hauptstraße sechsmal die Stunde ein kleines Erdbeben stattfindet. Die Böden und Möbel erzittern, Porzellan und Geschirr klappern - eine deutlich spürbare Belastung für die Bewohner der Häuser, gerade im beschriebenen Kurvenbereich.
Als Hauptverursacher sind tatsächlich die Busse auszumachen. Mir ist es unverständlich, warum sich gerade die Busse ganz offensichtlich über die geltenden 30 km/h hinwegsetzen dürfen. Dies ist ohnehin nur möglich, da die Kissen so ausgelegt sind, dass diese von großen Fahrzeugen zügig passiert werden können. Dabei sind sie zu schmal um davor wirklich abbremsen zu müssen, aber breit genug um bei jeder Überfahrt Schwingungen hervorzurufen.
Hier ist zum einen sehr wohl die HCR gefragt, entsprechend auf ihre Fahrer einzuwirken. Zum anderen ist die bauliche Ausbildung und die Notwendigkeit grundsätzlich in Frage zu stellen. Den Patienten in den Rettungswagen, die das St. Anna-Hospital anfahren, nützen sie jedenfalls nicht.
11:46
Es gilt noch immer :
Die Planer und Beführworter dieser Kissen ab sofort NUR noch mit Herzinfakten und Knochenbrüchen über die Kissenpisten jagen , um zum Krankenhaus zu gelangen.
Dann erledigt sich das Problem schnell und entgültig ! ....für alle 330 in und um HERNE
09:26
mit anderen Gemeinden?
Wie auch immer, durch Schwerlastkraftverkehr verursachter Lärm in Nebenstraße gehört zu Herne, wie die (Müll-)Halden und die Perspektivlosigkeit.
Statt sogenannten Berliner Kistten hätte man auch Schikanen verbauen können.
Die sind wesentlich effektiver, weil damit der Verkehr wirklich beruhigt wird, und können noch begrünt werden. Da gibt es auch dauergrünes Heidekraut, damit sich kein Herne.Grün-Mitarbeiter bemühen muss...
Aber freie Fahrt zählt mehr als Menschlichkeit in Herne.
Umweltbelastung? Kann nicht sein, die Zeche ist doch dicht!
08:13
Wer die Kissen mal ausprobieren will sollte mal den Heisterkamp in Eikel befahren.War anscheinend die Herner Teststrecke.Auf knapp 400 Meter,zwischen Hauptstraße und Königsstraße, finden wie 16 Paar Kissen.Wo das Geld für die 32 Kissen hergekommen ist habe ich mich schon beim Bau gefragt.Damals muss es uns wohl noch gut gegangen sein.Andererseits wurde auch damals schon im Kindergarten meines Sohnes für Buntstifte und Malpapier bei den Eltern gesammelt.