Freifunk-Vorstoß in Herne auch ohne Unterstützung der Stadt

Freies WLAN für die Gelsenkirchener Innenstadt stellte jüngst die städtische Tochtergesellschaft Gelsen-Net vor. Unter „freies WLAN“ verstehen Freifunker etwas anderes.
Freies WLAN für die Gelsenkirchener Innenstadt stellte jüngst die städtische Tochtergesellschaft Gelsen-Net vor. Unter „freies WLAN“ verstehen Freifunker etwas anderes.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In Herne soll in Kürze ein Vorstoß für ein freies WLAN starten. Auf Unterstützung der Stadt muss das Projekt jedoch verzichten.

Herne.. Der Piraten-AL-Stadtverordnete Andreas Prennig will nach der Sommerpause über die Initiative „Freifunk Ruhrgebiet“ und die Domäne „Emscherland“ ein nicht kommerzielles und niederschwelliges WLAN-Angebot für Herne anstoßen. In der Nachbarstadt Gelsenkirchen sind Freifunk-Aktivisten bereits einen Schritt weiter: Seit Herbst 2014 vernetzt dort eine Gruppe zunächst die Innenstadt und inzwischen auch weitere Teile der Stadt. 56 Knotenpunkte gibt es mittlerweile - und es sollen noch viel mehr werden.

Wie (bisher) auch Prennig & Co in Herne erhalten die Freifunker in Gelsenkirchen von der Stadtverwaltung keine Unterstützung. Die dortige Verwaltung öffnet der Initiative keines ihrer Gebäude, um Router aufzustellen und das Netz weiter zu spannen, beklagen die Aktivisten. Stattdessen überlasse die Stadt Gelsenkirchen ihrer Tochter Gelsen-Net das Feld für kommerzielle Hotspot-Felder, so heißt es.

In Herne hat es trotz mehrerer Vorstöße bisher keine breite Debatte über das aus Sicht von Bürgern wünschenswerte und „richtige“ freie WLAN-Netz stattgefunden. Wie berichtet, sind Initiativen und Anträge insbesondere der Piraten von der Verwaltung ausgebremst bzw. ignoriert worden – unter Verweis auf ein voraussichtlich im August startendes nicht kommerzielles Angebot des Unternehmens Unity Media. Die Verwaltung hielt es nicht mal für nötig, einen von Oberbürgermeister Horst Schiereck im November 2014 persönlich angekündigten Arbeitskreis zum Thema „freies WLAN“ auch nur einmal einzuberufen.

Rechtliche Bedenken

Stadtverwaltungen, so auch Gelsenkirchen und Herne, begründen ihre Abwehrhaltung gerne mit rechtlichen Hürden. Prennig, die Gelsenkirchener Aktivisten und die Initiative Freifunk betonen jedoch: Freifunk Emscherland sei legal und auch sicher; ein Missbrauch sei nicht möglich.