Freie Fahrt auf der Herner Straße nach über 17 Jahren

Die „neue“ Herner Straße. Auf dem sehr stark befahrenen Abschnitt von der  A 43 bis zur A 40 verläuft sie vierspurig, von der A 40 bis Bochum.
Die „neue“ Herner Straße. Auf dem sehr stark befahrenen Abschnitt von der A 43 bis zur A 40 verläuft sie vierspurig, von der A 40 bis Bochum.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bochum hat die Dauerbaustelle Herner Straße frei gegeben. 19 Mio Euro hat der Umbau gekostet. Auf Herner Seite stehen noch Markierungsarbeiten an.

Herne..  Fertig! Die Stadt Bochum hat am Dienstagnachmittag die Herner Straße genau 17 Jahre und drei Monate nach Baubeginn endgültig frei gegeben. Damit haben motorisierte Herner auf dem Weg nach oder von Bochum endlich wieder freie Fahrt ohne Beeinträchtigungen durch Baustellen.

Herne muss sich für die Bochumer Straße – wie die Herner Straße hinter der Stadtgrenze heißt – mit einer mindestens drei Nummern kleineren und umstrittenen Lösung begnügen.

Irritationen durch die CDU

19 Millionen Euro hat der in vier Bauabschnitten erfolgte Umbau in Bochum gekostet. In Herne lägen die Gesamtkosten bei rund 1,3 Millionen Euro, so Stadtsprecher Horst Martens zur WAZ.

Zum Abschluss bringen will die Stadt den über viele Jahre kontrovers diskutierten Umbau nach der Sommerpause. Wenn der Planungsausschuss am 20. August die Ampel auf Grün stellt, sollen bisher noch provisorische Markierungen dauerhaft aufgebracht werden.

Wie berichtet, sieht der von der Stadt erarbeitete Kompromiss in jede Richtung in weiten Teilen die Einspurigkeit plus einen sogenannten Angebotsstreifen für Radfahrer vor. Die CDU im Bezirk Herne-Mitte sorgte jüngst allerdings noch einmal für Irritationen: „Mehrspurigkeit durchgesetzt“ jubilierte die Union nach der Sitzung der Bezirksvertretung. In ihrer Pressemitteilung vermittelt die CDU den Eindruck, dass es in jede Richtung nun doch eine Zweispurigkeit plus Fahrradstreifen geben könnte.

Auf Grünen-Anfrage, ob dies angesichts des Querschnitts der Straße möglich sei, antwortete OB Schiereck im Hauptausschuss: „Ja, wenn einige Häuserzeilen weggesprengt werden ... .“ Gegenüber der WAZ erklärten die Verwaltung und der planungspolitische SPD-Sprecher Ulrich Syberg gestern, dass sie davon ausgingen, dass die von der Stadt erarbeitete „einspurige“ Lösung beschlossen wird.

Ulrich Syberg begrüßt den Kompromiss der Stadt, auch wenn er lieber einen „echten“ Radfahrstreifen gesehen hätte. Im Vordergrund stehe jedoch, dass es endlich eine durchgängige Radverbindung zwischen Bochum und Herne geben werde. „Der Radverkehr wird dadurch zunehmen“, so Syberg.

Rolf Ahrens (Grüne) erneuert die Kritik an dem Umbau. In einem Antrag für den Planungsausschuss unternehmen die Grünen einen letzten Versuch zur Durchsetzung ihrer Forderungen, die da u.a. lauten: eine einheitliche Breite der Fahrstreifen von 3,25 Meter und einen „echten“ Radweg. Außerdem sollen nicht genutzte Straßenflächen als Mittelstreifen oder Ladezonen ausgewiesen werden.