Fledermäuse stoppen Straßenbau in Herne

Nach der Prüfung durch den Gutachter (li.) muss der Bagger weiter pausieren: Das Haus an der Dorstener Straße darf bis Mitte März für den Straßenbau nicht abgerissen werden. Dort könnten Fledermäuse untergeschlüpft sein.
Nach der Prüfung durch den Gutachter (li.) muss der Bagger weiter pausieren: Das Haus an der Dorstener Straße darf bis Mitte März für den Straßenbau nicht abgerissen werden. Dort könnten Fledermäuse untergeschlüpft sein.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Stadt Herne errichtet eine neue Anbindung an das künftige Wananas-Schwimmbad. Nun stoppten Fledermäuse die Arbeiten.

Herne.. Im kommenden Monat, am 11. Februar, ist Spatenstich für den Neubau des Wananas. Das sagte Stadtsprecher Christoph Hüsken auf Anfrage der WAZ. Die ersten Bodenarbeiten sind bereits im Gange, und auch nebenan rollen die Bagger: Dort entsteht für 755 000 Euro eine neue Straße zum geplanten Spaß-, Schul- und Freizeitbad. Freilich nicht ganz ohne Probleme.

Aber erst mal zur neuen Anbindung. Sie soll etwa 300 Meter lang werden und von der Dorstener Straße direkt zum Erlebnisbad führen. Anke Hildenbrand (SPD), Vorsitzende des Planungsausschusses, nennt die Trasse „einen großen Wurf“. Vor allem für die Anwohner sei sie „ein ganz großer Gewinn“, seien die Schwimmbad-Gäste – die Stadt hat in Spitzenzeiten 120 Fahrzeuge pro Stunde gezählt – doch bislang durchs Wohngebiet an die Straße „Am Freibad“ gefahren. Im kommenden August, also ein Jahr vor Fertigstellung des neuen Erlebnisbades – soll die neue Zufahrt fertig sein.

Stadt geht auf Nummer sicher

Daran sollen auch die jüngsten Probleme nichts ändern, hofft die Stadt. Als Vorbereitung auf den Straßenbau wird derzeit das Haus Dorstener Straße 379 abgerissen, das im Wege steht. Dabei sichteten die Arbeiter Fledermäuse, die sich offenbar in dem efeuberankten Einfamilienhaus niedergelassen hatten – und stoppten die Motoren. Die Stadt schaltete einen Gutachter ein, und der schaute sich am Mittwoch in dem Haus um. Ergebnis: Fledermäuse habe der Gutachter nicht in dem Abbruchhaus angetroffen, sagt Stadtsprecher Christoph Hüsken zur WAZ, er könne aber auch nicht ausschließen, dass sie unter einem Hohlraum des Daches untergeschlüpft seien. Aufgrund des Artenschutzes für diese Tiere will die Stadt deshalb auf Nummer sicher gehen und hat einen Baustopp bis Mitte März verfügt. Dann, so Hüsken weiter, verließen Fledermäuse in der Regel ihre Unterkünfte. Dass das Haus bis dahin nicht abgerissen werden kann, sei kein Problem: „Es wird nur etwas enger, der Zeitplan steht aber nicht auf der Kippe.“

Neue Anbindung an Sassenhof

Mit dem Bau der neuen Anbindung erhält auch das benachbarte „Sassenhof-Gelände“ eine neue Zufahrt. Die Stadt, so heißt es in einem Verwaltungspapier an die Politik, sei zum Bau der kleinen Anbindung sowie zu ihrer Kostenübernahme verpflichtet, da die alte Zufahrt der neuen Trasse zum Opfer fällt. Das „Sassenhof-Gelände“ wird über eine Zuwegung angebunden, die von der neuen Anbindung bedient wird.