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Feuerwehrmänner in Herne wurden während Unwetter angegriffen

28.06.2013 | 16:43 Uhr
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Die Feuerwehr musste in Herne am Donnerstag vergangener Woche 150 Einsätze fahren.Foto: Ralph Bodemer / WAZ FotoPool

Herne.   Oberbürgermeister Horst Schiereck hat bei einem Termin der Herner Feuerwehr gedankt, die beim Unwetter am vergangenen Donnerstag 150 Einsätze fahren musste. Dabei hatten die Feuerwehrmänner nicht nur mit dem Wasser, sondern auch mit pöbelnden Anwohnern und körperlichen Angriffen zu kämpfen.

„Ich möchte mich bei den Einsatzkräften der Feuerwehr bedanken“, sagte OB Horst Schiereck am Freitag bei einem Termin im Rathaus, „die am Donnerstag der letzten Woche bis in die Nacht arbeiten mussten. Und das nicht nur unter schwerstem körperlichen, sondern auch psychischen Einsatz, weil man nicht überall sofort dort sein konnte, wo Hilfe gebraucht wurde.“

Am 20. Juni wurde Vollalarm ausgelöst. 150 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, 90 der freiwilligen Feuerwehr und 40 Kräfte des THW waren im Einsatz. Keller, Baugruben und Tiefgaragen liefen voll, in Sodingen - dort wütete das Unwetter am stärksten - auch Erdgeschosswohnungen. Auch mit Blitzeinschlägen und Kellerbränden durch Kurzschlüsse hatte die Feuerwehr zu kämpfen. Auf der Uhlandstraße, an der Bladenhorster Straße und auf der Straße „Am Knie“ wurde der Strom abgestellt.

Zigtausend Euro Schaden

„Das Gebäudemanagement meldete einen Schaden von insgesamt 90.000 Euro an öffentlichen Gebäuden“, erklärte OB Horst Schiereck. Die Mensa der Mont-Cenis-Gesamtschule lief voll (25.000 Euro), auch das Souterrain des Spielezentrums an der Jean-Vogel-Straße wurde überflutet und kann momentan nicht genutzt werden (25.000 Euro). Zwei Personen wurden verletzt und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

„Innerhalb von zweieinhalb Stunden gingen 150 Notrufe ein“ , erklärte Katharina Timm, Einsatzleiterin der Feuerwehr. Teilweise waren die Leitungen so ausgelastet, dass ein Besetztzeichen für die Bürger zu hören war. „Die Bevölkerung war größtenteils gut zu uns“, sagt Timm, „aber es gab auch einige unangenehme Ausnahmen.“

Beschimpfungen und körperliche Angriffe

So wurden die Beamten teilweise von Anwohnern rüde beschimpft und auch körperlich angegriffen, besonders im Bereich der Kant- und Uhlandstraße sei das ein Problem gewesen. „Die Leute haben die Feuerwehr nicht verständigt, und wenn sie uns dann bei ihren Nachbarn gesehen haben, beschwerten sie sich darüber, dass wir dort helfen, aber nicht bei ihnen“, sagt Timm. Besonders Bürger mit Migrationshintergrund seien in Gruppen aufgetreten und hätten die ohnehin schon ausgelasteten Kräfte so bei den Einsätzen behindert. Der Vorwurf: Es würden zuerst die Deutschen gerettet.

Unwetter in Herne

„Das ist natürlich Unsinn. Wir helfen allen Bürgern“, stellte Timm klar. Die Kräfte hätten deeskalierend gehandelt, aber manchmal sei die Bedrohung durch die Anwohner so groß gewesen, dass sie sich zurückziehen mussten. „Der Eigenschutz geht immer vor“, sagte Timm. Auch Mehrfachanrufer seien ein Problem gewesen, die ständig den Notruf wählten, um zu hören, wo die Feuerwehr denn bliebe.

Henrike Pinkal

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