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Sommeranfang auf der...

Feuerball zwischen Puderwolken

22.06.2009 | 19:25 Uhr

Mit einem fantastischen Sonnenuntergang hat das Ruhrgebiet am längsten Tag des Jahres den Sommeranfang gefeiert – hoch oben im Horizont-Observatorium auf der Halde Hoheward. Mit dabei: Dutzende Herner, darunter eine Ausflugsgruppe von Volkshochschule und Sternwarte Herne.

Der 21. Juni war verregnet und bewölkt, fast den ganzen Tag lang. Aber pünktlich zum Abend klarte der Himmel auf und die Sonne ließ sich blicken. Perfekt für alle Interessierten, von denen viele schon lange den Ausflug auf die Halde Hoheward an der Stadtgrenze zwischen Herne und Herten geplant hatten. Die Herner und Wanne-Eickeler hatten einen kürzeren Anfahrtsweg, doch auch die Nachbarstädte zeigten Präsenz. Dieter und Regina Hoffmann waren extra aus Dortmund auf die Halde gekommen. „Sonst sieht man das Observatorium nur von der Autobahn, ich war noch nie hier oben. Aber es ist höchst interessant”, sagte Dieter Hoffmann. Zu Fuß oder mit Fahrrädern stürmten über 150 Besucher hoch auf 150 Meter. Dabei mussten sie feststellen, dass es dort oben ziemlich kalt werden kann, auch wenn der Sommer offiziell begonnen hat. Aber: Bei den beeindruckenden rötlichen Sonnenstrahlen wurde den meisten wenigstens warm ums Herz.

Viele Besucher hatten ihre Fotoapparate oder Fernrohre mitgebracht, besonders gut ausgerüstet: die Astronomische Arbeitsgemeinschaft Wanne-Eickel/Herne. Der Vorsitzende Bernd Brinkmann leitete dabei eine Exkursion der Volkshochschule Herne. „Heute sehen wir den nördlichsten Sonnenuntergang”, erklärte er den 25 Teilnehmern. Fotos machte Brinkmann mit einem langen Teleobjektiv mit spezieller Sonnenblende – „ein paar für die Sternwarte, aber die meisten für mein privates Archiv”, so Brinkmann.

Christian Loenhoff, ebenfalls Mitglied der Arbeitsgemeinschaft, beobachtete die Sonne mit einem Spezial-Teleskop: „Es macht einfach Spaß, hier zu stehen und den Lauf der Sonne zu verfolgen.”

Insgesamt waren über sechs Vertreter von Sternwarten aus dem gesamten Revier vertreten – darunter auch Burkard Steinrücken, einer der Ideengeber des Himmelsobservatoriums und Leiter der Sternwarte Recklinghausen: „Ich hatte zunächst befürchtet, dass es zur traurigen Angelegenheit wird, weil das Observatorium nicht vollständig geöffnet ist.” Denn im Januar war ein Riss in einem der großen Rohre festgestellt worden. Seitdem ist das zentrale Plateau gesperrt. Zur Sicherheit sind zudem Stützpfeiler für die zwei Himmelsbögen angebracht. Derzeit ist es noch unklar, wie es weitergeht und wer die Verantwortung tragen muss. Doch trotz Einschränkungen und Kälte waren alle begeistert. Nachdem sich ein roter Feuerball geformt hatte, ging die Sonne um 21.49 Uhr hinter einem Paar Puderwolken unter – in einer unverkennbaren Ruhrgebietsromantik neben einem Kraftwerk und Strommasten.

Thomas Majchrzak

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