Fernsehstar Hans Meiser in Herner Schule

Moderator Hans Meiser stand in der Aula der Realschule Crange den Schülern Rede und Antwort.
Moderator Hans Meiser stand in der Aula der Realschule Crange den Schülern Rede und Antwort.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Die Realschule Crange holte sich an ihrem Kulturtag einen prominenten Gast ins Haus. Der TV-Moderator gab sich locker und sprach offen mit den Schülern über das Thema Gewaltvermeidung.

Herne.. Über diesen sympathischen Mann mit den ewig grauen Haaren freute sich die ganze Schule: Hans Meiser besuchte die Realschule Crange zum Kulturtag in der Aula. Gewalt sollte das Thema sein, aber natürlich ging es nicht ohne Fragen rund um Hans Meiser selbst. Der kam extrem sympathisch daher und stellte zu Beginn der Fragestunde gleich klar: „Ich heiße Hans.“

Eine unbändige Neugierde

So einiges hat der Hans ja in den vergangenen Jahrzehnten beruflich auf die Beine gestellt, ist er doch der Vater aller Talkshows. Im Jahr 1992 startete der Journalist als erster die nach ihm benannte Talkrunde im privaten Nachmittags-TV. Über 14 Jahre lang moderierte er auf RTL die Sendung „Notruf“, in der spektakuläre Rettungsaktionen nachgestellt wurden. Und auch wenn Hans Meiser ein alter Hase im Business sein mag, gab es auch für den Moderator in Crange eine absolute Premiere. „Ich hatte noch nie einen Bodyguard“, sagt er lachend. Einen solchen stellte ihm die Schule zur Verfügung. Der 13 Jahre alte Schüler Eftal Üszünsoy wich während des Vormittags nicht von Meisers Seite und passte gut auf ihn auf.

Der 68-Jährige blieb angenehm locker und entspannt. Kein Wunder, hat er doch, wie er auf Fragen von Schülern betonte, schon viel in der Welt gesehen. „Nur in China und Südamerika bin ich noch nie gewesen.“ Glück habe er gehabt im Leben: „Schule, Studium und Familie, was will man mehr.“ Dabei versteht es der Journalist, nicht allein über seine Belange zu plaudern. Auch das Thema Gewalt spricht er mit jeder Menge Fingerspitzengefühl an. „Wer schlägt, ist schwach“, stellt Meiser klar. Und auch verbale Auseinandersetzungen, da appelliert er an den Verstand der Schüler, müsse man stets friedlich lösen. „Anderen immer ins Wort zu fallen, bringt nichts. Wenn einer einem nicht zuhören möchte, dann muss man sich eben umdrehen und gehen“, rät er.

Auf die Frage, worauf es im Journalismus ankommt, antwortet er: „Man muss eine unbändige Neugierde haben und vor allem Spaß an Menschen.“ Dass beide Punkte auf Hans Meiser zutreffen, mag niemand in der Aula bezweifeln. Offensichtlich hatten die Schüler ein gutes Händchen bei der Wahl ihres Gastes. Die Talent AG der Klasse 7 durfte sich einen Gesprächspartner für den Tag aussuchen. „Sie hatten die Möglichkeit, einen Sportler, Musiker oder Journalisten zu interviewen“, so Lehrer Sawas Amanatidis und für zwei Jahre für das Projekt „Teach First Deutschland“ an der Realschule. Über die „millionways Stiftung“ kam er zu Meiser, der dank seiner Offenheit für einen gelungenen Vormittag sorgte.