Feldherrenviertel Herne: Straßenbäume bleiben ein Ärgernis

Anwohner Georg Grzesiak demonstriert Schäden, die durch die Bäume in der Herner Blücherstraße entstanden sind.
Anwohner Georg Grzesiak demonstriert Schäden, die durch die Bäume in der Herner Blücherstraße entstanden sind.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die großen Platanen in ihren Straßen werden den Anliegern im Feldherrenviertel vorläufig erhalten bleiben - worüber sie gar nicht glücklich sind.

Herne..  2008 gingen Georg Grzesiak und weitere Anwohner der Blücher-straße in Horsthausen auf die Barrikaden und forderten eine Neubepflanzung ihrer Straße. Anlass: Straßenbäume und insbesondere Platanen sorgten für erhebliche Schäden auf Gehwegen und am Mauerkwerk. Planungsdezernent Jan Terhoeven kündigte ihnen nach einer Bürgerversammlung in einem Brief an, dass Stadtgrün 2009 den Baumbestand entfernen und Ersatzpflanzungen vornehmen werde. 2010 teilte ihnen Bezirksbürgermeisterin Henny Marquardt mit, dass diese (freiwillige) Maßnahme der Haushaltskonsolidierung zum Opfer gefallen ist. Auf Antrag der SPD befasste sich nun die Bezirksvertretung Sodingen erneut mit dem Thema. Änderung ist aber noch immer nicht in Sicht.

Stadtgrün-Chef Heinz-Jürgen Kuhl äußerte zwar Verständnis für die von der SPD unterstützten Anwohnerklagen über die Beeinträchtigung von Wohnqualität und Schäden an Wohneigentum. Aufgrund der Haushaltssituation der Stadt sei „ein großer Wurf“ im Horsthauser Feldherrenviertel - in der Lützowstraße ist das Problem ebenfalls akut - aber nach wie vor nicht möglich.

Auch eine starke Ausdünnung der Kronen, wie sie Stadtgrün im Zuge der Beseitigung von Ela-Schäden an vielen Bäumen in Herne vorgenommen hat, wird es im Feldherrenviertel nicht geben. „Das hat nichts mit fachgerechtem Rückschnitt zu tun“, antwortete Heinz-Jürgen Kuhl auf die Anfrage der SPD, ob eine solche Ausdünnung nicht auch in Horsthausen möglich wäre. Die Maßnahmen sei nach dem Wüten von Ela ausschließlich zur Gefahrenabwehr durchgeführt worden.

Aktuell gehe es zunächst mal darum, die schlimmsten Folgen von Ela zu beseitigen. Allein das koste die Stadt rund fünf Millionen Euro.

Die Anwohnerklagen konnte der Stadtgrün-Chef sehr wohl nachvollziehen: „Zweireihig gepflanzte Platanen haben in einer solchen Straße nichts zu suchen.“ Die Stadt müsse in Zukunft grundsätzlich über Ersatzpflanungen für (zu) große Straßenbäume nachdenken: „Das geht aber nicht von heute auf morgen, sondern dauert Jahrzehnte.“

Schwacher Trost für Anwohner

Für die betroffenen Bürger war das nur ein sehr schwacher Trost: Anwohner Georg Grzesiak erinnerte an das 2008 abgegebene Versprechen und legte aktuelle Fotos vor, auf denen die durch die Straßenbäume entstandenen Schäden dokumentiert sind.

Tun könnten die Bürgerinnen und Bürger dagegen aber nichts, entgegnete Heinz-Jürgen Kuhl. „Die Rechtsprechung sagt: So etwas ist hinzunehmen.“

Entwässerung sorgt Bürger

Die Stadtentwicklungsgesellschaft hat in Constantin ein Grundstück im Innenbereich zwischen Courrierestraße, Hauerstraße, Mülhauser Straße und Hügelstraße erworben, um dort eine (niedrige) Wohnbebauung möglich zu machen. In der Bevölkerung hätten die Pläne Fragen und Bedenken aufgeworfen, berichtete die SPD im Bezirk Sodingen und fragte nach einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung bei diesem Projekt.

Die werde es geben, erklärte Peter Muhss vom Fachbereich Planung. Wenn ein Entwurf vorliege, werde dieser frühzeitig Politik und Bürgerschaft präsentiert. Auch die Entwässerung werde in den Planungen berücksichtigt. Hintergrund: Nach Berichten der SPD hat es auf der Hauerstraße in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme mit Wasser in den Kellern gegeben.

Das Planverfahren wird voraussichtlich im ersten Quartal 2015 beginnen. Die Bagger würden jedoch nicht vor Sommer 2016 anrücken, so die Prognose.