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Feinstaub-Belastung explodiert

01.06.2012 | 19:45 Uhr
Feinstaub-Belastung explodiert

Wanne-Eickel.  Der Feinstaub-Belastung im Wanner Norden droht eine neue Rekordmarke: Am Donnerstag, dem letzten Tag im Mai, wurde die Grenze von 50 Überschreitungen erreicht - so viel wie nirgendwo sonst in NRW. Toleriert werden von der EU maximal 35 Tage – im gesamten Jahr, versteht sich.

Konkret: Die Grenzwerte für krebserregenden Feinstaub wurden an der Messstation auf der Recklinghauser Straße seit Anfang Januar an 50 Tagen überschritten. Und nun?

Kurzfristige Maßnahmen

Das Ganze sei „ein Drama“, kommentiert Stadtsprecher Horst Martens auf Anfrage der WAZ. Die Hoffnung der Verwaltung, dass die Werte in diesem Jahr sinken, habe sich bislang nicht erfüllt. Zur Erinnerung: 2011 wurden die Grenzwerte an 67 Tagen geknackt. Rechnet man die aktuellen Zahlen hoch, sind in 2012 Überschreitungen an über 100 Tagen alles andere als unrealistisch. Deshalb sollen nun Maßnahmen ergriffen werden, kündigt Martens an, Stadt und Bezirksregierung seien bereits im Gespräch. Diese Maßnahmen kämen „kurzfristig“, so der Stadtsprecher weiter, ohne ins Detail zu gehen.

Nach Informationen der WAZ denkt die Verwaltung darüber nach, den Lkw-Verkehr vom Westhafen, der Heimat der Wanne-Herner Eisenbahn (WHE), nach Norden auf die A 2 umzuleiten; so würde die Recklinghauser Straße mit der Anschlussstelle Herne-Wanne der A 42 im Süden entlastet.

Die Stadt hofft zudem, dass sich die für den Sommer geplante Asphaltierung der Lkw-Rangierfläche auf dem WHE-Gelände sowie die Kontrollen der Feinstaub-Plaketten seit Juni positiv auswirken. Auch Ampeln, so Martens, sollen noch synchronisiert werden. Doch der Stadtsprecher weiß: Die Feinstaub-Belastung sei abhängig von der Verkehrsdichte. Deshalb sollen besagte „Maßnahmen“ folgen.

Alarmiert zeigt sich auch Dirk Gleba, Vorsitzender im Umweltausschuss. Spätestens im September, so der Ratsherr von Bündnis 90/Die Grünen, soll sich das Gremium mit dem Thema beschäftigen. Ob der aktuellen Zahlen sieht er dringenden Handlungsbedarf. Die EU, so Gleba, werde sich die Lage in Herne „nicht unendlich lange angucken“. Bevor diese einschreite, müssten erfolgreiche, möglicherweise auch unkonventionelle Maßnahmen her: „Die Politik darf sich das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen lassen.“

Welche Maßnahmen das sein könnten? Tempo 30 auf der Recklinghauser Straße etwa oder eine komplette Sperrung für den Lkw-Verkehr, so der Ratsherr.

Michael Muscheid



Kommentare
02.06.2012
21:28
Warum wird denn Herr Gleba nicht aktiv?
von nachdenken | #9

Er könnte doch einen Vorschlag im Umweltausschuss oder Rat einbringen.

Und die Prioritätensetzung ist auch toll:
Statt sich Gedanken um die Menschen zu machen, hat Herr Gleba Angst vor Maßnahmen der EU.
Schon schwach, was die ehemals Grünen so leisten. Noch nicht mal wegen dem Atommülltransport aufm Kanal haen sie was gemacht. Ich wundere mich, dass die Besserverdienerpartei sich noch grün nennt.

02.06.2012
13:58
Feinstaub-Belastung explodiert
von hajori | #8

Wo bleibt die Wirkung der grünen Umweltplakette?
Ich schätze mal, daß mehr als 90% aller Fahrzeuge mit grüner Plakette fahren?
Auch ich habe extra umgerüstet!
Oder war das alles doch nur Geldschneiderei?

1 Antwort
Feinstaub-Belastung explodiert
von lola60 | #8-1

Die Wirkung zeigt sich nur im Stadtsäckel. Durch die Einführung der Plaketten hat sich doch nicht die Anzahl der Autos verändert, ganz im Gegenteil

02.06.2012
13:10
Feinstaub-Belastung explodiert
von Poirot | #7

Man kanns auch übertreiben. Als ich Kind war, gab es regelmäßig Fahrverbote wegen Smogs, niemand kannte bleifreies Benzin und wir Kinder haben ständig in der Nähe der Straße gespielt. Und wir leben alle noch!

1 Antwort
Feinstaub-Belastung explodiert
von Gruber21 | #7-1

Damals fuhr auch noch nicht fast jeder 18jährige ein Auto. Es gab noch keine Common-Rail Dieselmotoren mit feinsten, krebsverursachenden Russpartikeln. Stark abriebverursachende Ampeln gab es wenig. Wir hatten auch mehr Grün, was heute Bauland oder Industriegebiet ist.
"Und wir leben alle noch!"
Glückwunsch, ich hoffe es bleibt auch so. Bei mir sind bereits einige gerade mal fünfzigjährig an Krebs verstorben.

02.06.2012
11:35
Die Zuständigkeit liegt beim Fachbereich Umwelt und dessen neu in den Rat hinzu
von Tante.Otti | #6

gekommener Stadtrat Friedrichs, zu dessen Wahl und Parteimitgliedschaft ausreichend bei der WAZ berichtet wurde, gibt Ihnen sicherlich auskunft darüber, wie die Kommunikation mit dem zuständigen Landesamt stattgefunden hat und stattfindet und warum genau diese und keine andere Stelle für die Feinstaubmessung ausgewählt wurde.

Im übrigen kann man sich hier den Trend der Messtationen direkt im Internet ansehen:
www.lanuv.nrw.de/luft/immissionen/aktluftqual/eu_luft_akt.htm

Heute am Samstag um 09:00 war es wohl einigermassen erträglich. Archivdaten sind leider nicht ersichtlich, Sie müssten sich also selbst ein Pearl-Script schreiben, welches stündlich die Daten abgreift, in einer SQL-Datenbank ablegt und Sie dann per e-Mail und SMS direkt informiert.

Aber wenn Sie wie Bergleute für Ihre Gesundheit kämpfen müssen, dürften Sie das Ergebnis wohl nicht mehr erleben und dank kaputter Lunge und stark angegriffenen Atemwegen die Herauszögerung nicht erleben.

Zustände wie im Mittelalter.

2 Antworten
Feinstaub-Belastung explodiert
von Gruber21 | #6-1

Friedrichs allein ist es nicht. Das er dem ganzen fachlich scheinbar nicht gewachsen ist, schliesse ich erstmal aus den Resultaten und Fakten. Es muss aber doch eine Instanz geben, die dies rechtzeitig erkennt und gegensteuert. Versagen auf ganzer Linie...

Feinstaub-Belastung explodiert
von ejd | #6-2

Verantwortlich sind auch die, die Hrn. Friedrichs in den Sessel gehoben haben und nicht bemerkt haben , dass dieser Sessel zu groß für ihn ist.

02.06.2012
10:19
Langsam mal Ross und Reiter nennen...
von Gruber21 | #5

Begriffe der WAZ wie "die Verwaltung" etc schafft eine Anonymität und schützt so nur die Verantwortlichen. Wessen Resort ist dies tatsächlich? Wer ist der von der Stadt hierfür Verantwortliche? Welcher Partei gehört er an? Wen kann ich wegen Unterlassung ggf. verklagen, erkrankte ich aufgrund der bekannten Gesundheitsrisiken? Das sind alles Dinge, die der Leser erfahren möchte. Oder sind in Herne die Kompetenzen gar nicht eindeutig festgelegt? Dies erklärte dann den miserablen Fortschritt, nicht nur auf diesem Gebiet...

1 Antwort
Ross und Reiter
von Borniger | #5-1

Wer klagen möchte, liegt mit der Adresse "Stadt Herne" immer richtig. Im Prozess sieht man dann, wer der sachlich Zuständige bei der Stadt Herne ist und vorm Richter aussagen muss.

02.06.2012
08:30
schlechte Diskussionskultur in Herne? Alles nur Verwaltungs-hörige hier unterwegs?
von HotteHansSchuhschreck | #4

@1: Badesalz nehmen und selbst aktiv werden!!!!!! läßt sich aber heutzutage nur noch als Hartzler umsetzen. FdG ist überall. an der Stadtgrenze in Wanne-Crange zu Gelsenkirchen hat man weitere Fakten Pro-LKW und Contra-Menschenbelastung geschaffen

@2: ich empfehle eine der Minderheitsparteien da verdient es sich noch am besten. Wann waren sie zuletzt aktiv ohne zu profitieren?

1 Antwort
Feinstaub-Belastung explodiert
von iswatlos | #4-1

Bin ich seit 27 Jahren ohne FINANZIELLEN Profit. Dabei profitiere ich mit DANK und ANERKENNUNG! Neben meinem Beruf ohne Hartz IV übrigens.

02.06.2012
08:26
Feinstaub-Belastung explodiert
von lola60 | #3

Vorschlag von mir:
Einfach die Meßstation um 100 Meter versetzen und zwar auf die A42. Dort gelten ja keine Feinstaubvorschriften, bzw. dort muß man sich nicht an Plaketten halten. Zudem könnte man dann die Schuld auf den Autobahnverkehr schieben.

Solange man die Meßstation in unmittelbarer Nähe zu besagter Autobahn betreibt, die Gegenmaßnahmen aber ausschließlich auf den innerstädtischen Verkehr beschränkt, werden sich die gemessenen Werte kaum ändern. Eine Umleitung des LKW-Verkehrs vom Westhafen zur A2, bedeutet in vielen Fällen nur einen Umweg, was wiederum mehr Feinstaub bedeutet, wenn auch an anderen Orten

1 Antwort
Feinstaub-Belastung explodiert
von iswatlos | #3-1

Eben, nennt man St. Florians Prinzip....

Wobei WHE und Julia ganz schön stauben dürften, und auf der anderen Kanalseite in Herten sich ebenfalls einige Dreckschleudern (inkl. Baustellen) befinden.

02.06.2012
00:05
Feinstaub-Belastung explodiert
von iswatlos | #2

Tante.Otti hetzt wieder! Vom Prinzip her nicht verkehrt, aber auf jeden Artikel die gleiche Meldung: "sich erheben, Unterschriften, klagen..."

Und schonmal selbst aktiv geworden z.B. bei Bürgeranhörungen oder in Parteien, Tia?

Außerdem liegen die von ihr genannten Straßen nicht im Wanner Norden.....

01.06.2012
22:21
Direkt anzeigen und Klage einreichen - vor dem Verwaltungsgericht mit Blick nach
von Tante.Otti | #1

Leipzig und vor dem EU Gerichtshof.

Mit Feststellung persönlicher Verantwortung und mangelnder Eignung.

Unterschriftensammlung folgt.

Denn durch die dichte Wohnbesiedlung donnernde LKWs mit 36 und mehr Tonnen Gesamtgewicht, z.B. Horsthauser Straße, Paul-Gerhard-Str., Von-Waldthausen-Straße, Sodinger Straße, Castroper Straße und so weiter, rund um die Uhr ist doch eine von der Stadt aktiv (mangelnde Planungsfähigkeit bzgl. Verkehrssteuerung, Lärmentwicklung) und passiv (Friedrich-der-Große und seine Straßenanbindung) geförderte Entwicklung.


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