Faszinierende Klangwelten mit virtuoser Solistin im Kuz

Es spielte das Sinfonieorchester Wuppertal mit Liza Ferschtman (Violine).
Es spielte das Sinfonieorchester Wuppertal mit Liza Ferschtman (Violine).
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Was wir bereits wissen
Unter dem Motto „Faszinierende Klangwelten“ gastierten das Sinfonieorchester Wuppertal und Geigerin Liza Ferschtman im Kulturzentrum.

Herne..  Unter dem Motto „Faszinierende Klangwelten“ gastierten das Sinfonieorchester Wuppertal unter Leitung von Toshiyuki Kamioka und Geigerin Liza Ferschtman am Donnerstagabend mit Werken von Prokofjew und Bruckner im Kulturzentrum.

Elegisch entfaltet sich Liza Ferschtmans leidenschaftliche, nuancenreiche Violinmelodie in weichen Phrasierungen über dem bewusst zurückhaltenden, herb-spröden Klang des Orchesters, der sich im ersten Satz zu einem mahnenden Fanal entwickelt. Sehr einfühlsam zeichnen die Gäste aus Wuppertal unter Kamiokas zügigem, kontrastreichem Dirigat die Entwicklungsprozesse in Sergej Prokofjews (1891-1953) Violinkonzert Nr. 2 g-moll op.63 nach, einem Werk, das im Stil von Prokofjews „Neuer Sachlichkeit“ klassische Formen aufgreift, aber die farbige Melodik der Romantik weiterführt. Gassenhauerartige repetierte Begleitfiguren bilden einen ausgeprägten motorischen Kontrast zu Liza Ferschtmans melodiösen Geigenthema, einem orchestralen Protagonisten, der in ihren Händen wie eine menschliche Stimme zu singen scheint und die virtuose Gestaltungskunst der Interpretin zeigt.

Spätromantische Klangfülle und Farbenreichtum ließ das Sinfonieorchester Wuppertal in der Sinfonie Nr. 6 A-Dur von Anton Bruckner (1824-1896) lebendig werden. Vibrierende Spannung steigert sich zu verhaltener dramatischer Erregung und wechselt sich immer wieder mit einem lyrischen Klangidyll ab, eine feierliche Hymne mit emphatischer Steigerung prägt den langsamen zweiten Satz.

Feinnervig entwerfen Kamioka und die Wuppertaler Sinfoniker die unterschiedlichen Stimmungen und Entwicklungsprozesse des Werkes, romantische Besinnlichkeit und Ruhe gestalten sie ebenso überzeugend wie machtvolle Zuversicht und spannungsreiche Entwicklungsprozesse. Kraftvoll-pulsierendes Beben charakterisiert das Scherzo mit seiner mitreißenden Dramatik, dunkel-vibrierendes Grollen der Streicher leitet das Finale ein, das zu ruhiger Sicherheit zurückfindet und das Werk souverän ausklingen lässt.