Familienzirkus gab 800 handgemachte Kostüme ab

Mächtig Spaß beim Anprobieren der Kostüme hatten (v.l.) Carlotta (10), Marcia (11) und Nele (8).
Mächtig Spaß beim Anprobieren der Kostüme hatten (v.l.) Carlotta (10), Marcia (11) und Nele (8).
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Alles musste raus: Um Platz für Neues zu schaffen, trennte sich der Circus Schnick-Schnack von 800 selbst gefertigten Kostümen.

Herne..  In der Arena des Circus Schnick-Schnack traten gestern keine Jongleure oder Akrobaten auf. Stattdessen stehen die Kostümen der Darsteller im Mittelpunkt. „Wir verkaufen rund 16 Jahre Kostümgeschichte gegen Spenden“, erklärt Gerrit Buckesfeld, Projektleiterin für den offenen Treff und Leiterin der Schneiderei.

„Der Kostümwagen platzt aus allen Nähten“, lacht sie und fügt an: „Wenn selbst meine Mädels von der Schneiderei nicht mehr in den Wagen gehen wollen, weil er so voll ist, dann muss gehandelt werden.“

Aus diesem Grund streichen kleine Löwen, Clowns und Feen um die Kleiderständer, die in der Mitte der Arena aufgebaut sind. Die meisten von ihnen sind auf der Suche nach einem Karnevalskostüm. Manche von ihnen haben schon eins gefunden und präsentieren es stolz Freunden und Verwandten, andere sind noch auf der Suche oder probieren fleißig immer neue Kostüme an. Martina Barg ist mit ihren beiden Töchtern Kim (11) und Liz (8) da. „Der Kostümverkauf ist eine tolle Gelegenheit, handgeschneiderte Kostüme zu bekommen“, erklärt sie. Ihre Töchter seien beide selbst im Circus Schnick-Schnack aktiv. „Ich fahre Einrad und meine Schwester macht in der Poi-Gruppe mit“, erzählt Kim. Aber nach den eigenen Kostümen suchten sie nicht, so Martina Barg, die seien gar nicht mehr zu finden.

Von Ritterkostümen bis zu Superman

„Wir haben rund 800 Kostüme aussortiert, die wir heute verkaufen. Von Ritterkostümen bis hin zu einem Superman haben wir alles dabei, auch spezielle Sachen“, so Buckesfeld. „Der Andrang ist sehr groß“, fährt sie fort, „Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft.“

„Die schönsten Kostüme waren schon früh weg“, ergänzt Michael Czyzewski, der bereits seit zwei Jahren in der ehrenamtlichen Schneiderei mitarbeitet. „Alle unsere Kostüme sind mit viel Liebe handgeschneidert“, so der Hobbyschneider, „das hängt mit dem Konzept des Circus Schnick-Schnack zusammen.“ Mitmachen sei ausdrücklich erwünscht, was auch für die Eltern gilt.

Mit dem Waffelduft in der Nase, der aus der Richtung der Tribünen durch den Raum zieht, ist auch Agnes Mackowiak auf der Suche nach einem Karnevalskostüm. Einige Alternativen hat sie sich schon über den Arm gehängt. „Ich arbeite in einem Kindergarten und brauche noch mein Kostüm für die Karnevalsfeier dieses Jahr“, erzählt sie und fügt an: „Mal sehen was davon so passt.“

Gerrit Buckesfeld freut sich über das Interesse: „Es ist schön zu sehen, dass die Leute unsere Idee so gut annehmen und so viel spenden.“ Die eingenommenen Gelder flössen in die Zirkusarbeit und damit direkt in neue Kostüme für die Kinder. „Die diesjährige Zeltwoche hat das Oberthema Freude“, verrät sie. Die Freude in der Schneiderei ist nach dem Kostümverkauf jetzt schon groß, denn endlich ist Platz für die neuen Kostüme.