Facettenreiche Klangfarben eines Meisters
13.06.2011 | 18:51 Uhr 2011-06-13T18:51:00+0200
Herne. Zum Abschluss der Reihe zur Wiedereinweihung der Kreuzkirchenorgel spielte der junge Organist Christopher Brauckmann am Samstag auf - und beeindruckte die Zuhörer mit Werken von u.a. Bach und de Grigny.
Im Abschlusskonzert der Reihe zur Wiedereinweihung der Kreuzkirchenorgel interpretierte der junge Organist Christopher Brauckmann am Pfingstsamstag Werke der Komponisten Johann Sebastian Bach, Samuel Scheidt, Nicolas de Grigny und César Franck.
Sein Spiel lässt aufhorchen: Bereits in Johann Sebastian Bachs (1685-1750) Präludium und Fuge G-Dur BWV 541 zeigt der erst 22-jährige Organist bei der Darstellung des machtvollen und doch trotz der tiefen Lage ungemein beweglichen Themas seine ausgeprägte Gestaltungskraft. Dass er sein Instrument meisterlich beherrscht, stellt Christopher Brauckmann auch im Hymnus de Sancto Spiritu „Veni Creator Spiritus“ von Samuel Scheidt (1587-1654) überzeugend unter Beweis: Zu dem einfachen, doch kraftvoll-markant geformten Hymnusthema setzen tiefe Orgelpfeifen besonders charakteristische Akzente.
Virtuose Geläufigkeit zeigt der Organist in den gleißenden Läufen und dem leicht und mühelos dahinperlenden Thema des ersten Satzes der Triosonate C-Dur BWV 530 von Johann Sebastian Bach, über dem ein Hauch barocken Festglanzes zittert.
Melancholisch überhaucht ist der langsame Mittelteil, dessen Thema in einer nahezu mystisch-entrückten Stimmung fugenähnlich durchgeführt wird, wodurch der Eindruck dialogisierender Stimmen entsteht. Barocke Fanfaren in festlichen Jubelklängen kontrastieren im schnellen Schlusssatz mit einem ruhigen, doch hellen und beweglichen Thema. Auch hier beweist Christopher Brauckmann in den facettenreichen Klangfarben seiner Interpretation ein ausgeprägtes Form- und Stilgefühl.
Machtvolles Hymnenthema
Mühelose Registerwechsel kennzeichnen die Interpretation des „Veni Creator Spiritus“ von Nicolas de Grigny (1672-1703). Im sicheren Spiel des jungen Musikers entfaltet sich das Hymnenthema machtvoll wie bei einem Symphonieorchester.
Mit dem a-Moll-Choral von des französischen Romantikers César Franck (1822-1890) klingt in der Kreuzkirche ein beeindruckendes Konzert aus.
23:27
Ich möchte dem Autor des o.a Artikels nicht zu nahe treten, aber mit gleißende Läufen und einem dahinperlengem Thema, sowie mit einem zitternden barocken Glanz kann der normal sterbliche nichts anfangen. Der Bericht erinnert mich an eine Weinverkostung, wobei dort immer auf den weichen Abgang hingewiesen wird. Der fehlt hier.
PS: Der Organist war wirklich Spitzenklasse.