Facebook-Gemeinde will „Glück auf“ zurück

Foto: Biedermann
Was wir bereits wissen
Eine Facebook-Gruppe versucht herauszufinden, wo das alte Glockenspieldes City-Centers an der Bahnhofstraße geblieben ist.

Herne..  Als 1973 das City-Center an der Bahnhofstraße eröffnet wurde, galt es als der neueste Schrei. Das erste überdachte Einkaufszentrum in Deutschland soll es gewesen sein. Als besondere Attraktion galt damals auch das Glockenspiel, das zur vollen Stunde „Glück auf, der Steiger kommt“, ertönen ließ. Eine Gruppe von Facebook-Fans will das Unikum wieder reaktivieren. Doch: Man müsste es zuerst einmal wieder finden.

Die Flaggen aller damaligen Bundesländer und die dazu passenden Figuren drehen sich schon lange nicht mehr im City-Center, seit Ende der 80er-Jahre nicht mehr. Facebook-Administrator Gerd Biedermann kümmert sich um die Herner Geschichte und berichtet über das große Interesse unter den 3995 Mitgliedern seiner Gruppe, dieses Kleinod wieder in die Stadt zurückzuholen. „Es gibt sogar einige darunter, die bereit wären, Geld zu spenden, um das Glockenspiel zu reparieren“, erläutert der 57-jährige frühere Schweißer, der jetzt als Rettungsschwimmer im Lago arbeitet. Das Glockenspiel sei immer ein Publikumsmagnet gewesen.

Dreimal im Monat defekt

Ob das allerdings heute noch so wäre, wagt die Managerin des City-Centers, Sabine Pachtmann, zu bezweifeln: „Ein Glockenspiel wäre heutzutage nicht mehr zeitgemäß.“ Sie sei selbst mit dem Glockenspiel sozusagen „groß“ geworden. 1976 fing sie im City-Center als Auszubildende an und arbeitete sich bis zur Managerin hoch. Die Technik sei zu anfällig gewesen, erinnert sie sich: „Es war dreimal im Monat kaputt, entweder haben die Püppchen gehakt, die Ketten sprangen heraus oder die Elektronik war defekt.“

Nur eine einzige Firma in Deutschland konnte das Herner Glockenspiel reparieren, und die befand sich in München. „Das wurde auf Dauer einfach zu aufwendig“, macht Sabine Pachtmann deutlich. Sie habe sich das Prachtstück aber nicht unter den Nagel gerissen, wie einige Böswillige auf Facebook behaupteten. Es wurde auch nicht verschenkt oder einem Museum übergeben, sondern ganz einfach entsorgt, beim Schrotthändler.

Ein Comeback des stündlichen „Glück Auf“ scheint also trotz des Engagements im Internet ganz miserable Aussichten zu haben. Außer, das Glockenspiel wird noch einmal angefertigt, nach alten Fotos vielleicht.

Das City-Center ist übrigens um eine weitere Attraktion ärmer. Früher gab es dort einmal ein großes Schachspiel. „Doch“, erinnert sich die City-Center-Managerin, „irgendwann musste es entfernt werden, weil es immer wieder passierte, dass sich ältere Herren dort am Ende eines Spieles prügelten.“