„Extraschicht“ an drei Herner Orten

Matthias Schneider und das singende „Rudel“ bei der Extraschicht im letzten Jahr. Am 20. Juni wird in den Flottmann-Hallen wieder geschmettert.
Matthias Schneider und das singende „Rudel“ bei der Extraschicht im letzten Jahr. Am 20. Juni wird in den Flottmann-Hallen wieder geschmettert.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Es ist wieder „Extraschicht“: Archäologiemuseum, Flottmann-Hallen und Kulturbrauerei Hülsmannbeteiligen sich an der Nacht der Industriekultur.

Als Pilotprojekt 2001 gestartet, ist die „Nacht der Industriekultur“ zum Event geworden, das Jahr für Jahr die Massen mobilisiert. 45 Spielorte in 19 Städten machen mit, drei liegen in Herne. Ein Überblick.

Kulturbrauerei

Die Kulturbrauerei Hülsmann in Eickel steigt bei ihrer Premiere als Spielort gleich groß ein. Natürlich spielt dabei das Bier eine Rolle, wie Volker Eichener bei der Programmvorstellung deutlich machte. „Wir zeigen u.a. die berühmten Hülsmann-Kirmesfässer aus den 30er Jahren“, kündigte der Fördervereinsvorsitzende an. Die Fotografin Brigitte Kraemer zeigt historische Fotos der Brauerei, der Künstler Jürgen Grislawski Grafiken zum Thema „Der Alkoholist“, außerdem dürfen regionale und internationale Biere probiert werden. Stadtarchivar Jürgen Hagen führt durch Eickel und die Johanneskirche und überall ist Musik. „Acht Live-Bands bespielen nonstop zwei Bühnen bis 24 Uhr“, sagt Eichener. Namen wie SocietyBe, Pat Nagel oder Ribersky sind im Umfeld der Kulturbrauerei nicht unbekannt, was auch für die Big Band Captain Heuchelberger und die Haberschlachter gilt. Spielmann Michel holt übrigens die Gäste am Shuttlebus ab.

Archäologiemuseum

Gewaltige Feuersteelen weisen den Besuchern des LWL-Museums für Archäologie den Weg, das zum siebten Mal teilnimmt. Wer draußen die gastronomischen Verlockungen und die Spiele des Spielzentrums hinter sich gelassen hat, hört im haus „Flötentöne“, „musikalische Beiträge aus verschiedenen Zeiten“, wie Museumspädagoge Michael Lagers erläutert. Klassik, Jazz und Folk sprechen unterschiedliche Geschmäcker an. Vom Thema „Aberglaube“ der aktuellen Sonderausstellung können sich auch die Nachtschwärmer einfangen lassen. „In einer Knochenschnitzerei werden kleine Amulette als Glücksbringer hergestellt“, sagt Lagers. „Und die Künstlerinnen Ines Braun und Iris Stephan lassen sich in ihrer ‘Werkstatt’ über die Schulter blicken.“ Auf unterhaltsame Weise führt auch Dr. Caligula alias Jochen Schröder mit seinem Kuriositätenkabinett an das Thema heran. Auch noch spannend: die „Nacht- und Nebelgrabung“ im Grabungscamp.

Flottmann-Hallen

„Rudelsingen“ und die „Kopfhörer-Party“ seien in den letzten beiden Jahren quer durch die Altersgruppen bestens angekommen, sagt Programmchef Christian Strüder. Deshalb kommen beide Formate im Wechsel zum Zuge, verbunden durch einen ganz anderen Sound. Klangkünstler Christoph Schläger lässt drei Mal 20 Minuten lang sein Maschinen-Orchester, genannt „Schwebendes Schlagwerk“ digital gesteuert erklingen, es wird mit Beginn der Dämmerung außerdem ins rechte Licht gesetzt. Die Führung durch die Ausstellung von Peter Schwickerath und Norbert Thomas findet ihre Ergänzung in der Führung durch den Skulpturenpark, in dem sich ebenfalls u.a. Arbeiten beider Künstler finden.

Weitere Informationen:

Die Hefte mit dem kompletten Extraschicht-Programm liegen an den bekannten Stellen aus. Ihnen liegt ein Mobilitätsplan bei.

Tickets kosten im Vorverkauf 17/14 Euro (bis 19. Juni), u.a. im WAZ-Ticketshop an der Markgrafenstraße 1. Kartenpreis an der Tageskasse ist 20 Euro.

Infos: www. extraschicht.de.